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Squad Leader
Squad Leader ist ein Konfliktsimulationsspiel von John Hill für zwei Spieler. Es erschien 1977 bei Avalon Hill. In verschiedenen Szenarios werden …
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Grundidee und Bedeutung
Squad Leader ist ein Konfliktsimulationsspiel von John Hill für zwei Spieler. Es erschien 1977 beim Verlag Avalon Hill und stellt Infanteriegefechte aus dem Zweiten Weltkrieg in Europa nach. Eine Partie dauert laut Spieldaten etwa 60 Minuten und ist ab 14 Jahren angegeben. Das Spiel baut auf den stärker panzerorientierten Spielen Panzerblitz und Panzerleader auf, legt den Schwerpunkt aber auf kleinere Gefechte mit Infanterie, Anführern, Unterstützungswaffen und Gelände.
Spieler können je nach Version und Erweiterung deutsche, russische, amerikanische beziehungsweise alliierte, finnische, polnische, französische, niederländische oder britische Einheiten befehligen. Das Spiel gilt als komplex: Das Regelbuch der Grundversion umfasst 36 Seiten. Die erste Version erschien 1977 in einer Auflage von 2500 Stück; die purpurne Erstausgabe ist in Sammlerkreisen begehrt.
Squad Leader erhielt mehrere Auszeichnungen: den Origins Award 1977 als Taktikspiel, 1978 den Origins Award für die Grafik von Cross of Iron, 1980 den Origins Award „Spiel ab 1900“ für Crescendo of Doom und 2004 die Aufnahme in die Origins Award Hall of Fame. Die Weiterentwicklung Advanced Squad Leader von Don Greenwood junior erschien 1985. Seitdem wird Squad Leader oft als PreASL bezeichnet. 1996 erschien mit Close Combat eine Computerspielversion von Advanced Squad Leader, die ursprünglich von Atomic Games für Avalon Hill entwickelt und nach finanziellen Schwierigkeiten von Avalon Hill für Microsoft fertiggestellt wurde.
Material und Einheiten
Die Grundversion von Squad Leader enthält ein 36-seitiges Regelbuch, vier Spielbretter aus Pappe beziehungsweise Papier und zahlreiche Spielplättchen. Diese Plättchen stehen für Einheiten, Waffen, Fahrzeuge, Gelände- und Zustandsmarker.
Zu den Einheiten und Waffen gehören Squads, also kleine Trupps, Leader als Anführer sowie Unterstützungswaffen. Genannt werden leichtes, mittleres und schweres MG, Panzerfaust, Paks, Flammenwerfer, Sprengstoff und Funk. Außerdem gibt es Plättchen für Panzer, Fahrzeuge wie Halbkette und Transporter, Prep Fire und Artillery Support. Weitere Marker stellen Minen, Stacheldraht, Bunker, zerstörte Häuser, Schützenlöcher und Rauchzeichen dar.
Die Spielplättchen zeigen damit nicht nur Truppen, sondern auch taktische Zustände und Hindernisse. Dadurch kann das Spiel Gefechtssituationen auf Hexfeldern nachbilden, etwa Bewegung, Feuer, Deckung, Rauch, befestigte Stellungen oder zerstörte Gebäude.
Kampf und Moral
Kämpfe werden in Squad Leader durch Würfelwürfe entschieden. Die Bedingungen und Ergebnisse werden auf einer Pappkarte abgelesen. Ein Ergebnis kann sein, dass die Verteidiger sterben. Es kann auch ein Unentschieden eintreten. Ein weiteres mögliches Ergebnis ist ein Moralcheck.
Ein Moralcheck prüft die Kampfmoral jeder betroffenen Einheit. Jeder Squad und jeder Leader muss einzeln geprüft werden. Der verteidigende Spieler muss dafür ein bestimmtes Würfelergebnis erzielen. Misslingt der Wurf, ist die Einheit „Broke“. Das bedeutet, dass sie moralisch gebrochen und nicht mehr verwendbar ist.
Eine gebrochene Einheit kann später wiederhergestellt werden. In der Rally Phase kann man sie durch einen erneuten Moralcheck „zurückholen“, wenn sich ein Leader im selben Hexfeld befindet. Gelingt dies, gilt die Einheit wieder als „Unbroke“, also moralisch wieder einsatzfähig. Der Wechsel zwischen „Broke“ und „Unbroke“ ist ein zentrales Spielelement, weil nicht nur Verluste, sondern auch Moral und Führungsfähigkeit über den Verlauf eines Gefechts entscheiden.
Ablauf einer Runde
Die Zahl der Runden hängt vom jeweiligen Szenario ab. In einer Runde darf jeder Spieler einmal ziehen. Ein Zug besteht aus acht aufeinanderfolgenden Phasen.
In der Rally Phase können gebrochene Einheiten durch einen Moralcheck wieder einsatzfähig gemacht werden. Außerdem werden abgelegte Zeichen wie Rauch oder Prep Fire aus dem vorherigen Zug entfernt. In der Prep Fire Phase entscheidet der ziehende Spieler, welche Squads schießen. Diese Einheiten werden mit Prep-Fire-Plättchen markiert, weil sie sich in der folgenden Movement Phase nicht bewegen dürfen.
In der Movement Phase dürfen sich alle Figuren bewegen, die vorher nicht geschossen haben. In dieser Phase können auch Sprengstoffe platziert werden. Das dürfen nur Pioniere; sie dürfen dabei in der Movement Phase nicht sterben oder „gebroked“ werden. In der Defensive Phase darf der nicht ziehende Spieler zurückschießen. Er kann auch auf bewegte Einheiten feuern und Orte markieren, an denen bestimmte feindliche Einheiten marschiert sind.
In der Advancing Fire Phase erhält der ziehende Spieler eine zweite Gelegenheit zum Schießen. Einheiten, die sich bewegt haben, greifen dabei nur mit halber Stärke an. In der Rout Phase müssen sich „Broken“ Einheiten in Häuser und Wälder zurückziehen. In der Advanced Phase darf der ziehende Spieler jede Einheit um ein Hexfeld bewegen. Zum Schluss folgt Close Combat: Wenn feindliche Einheiten auf demselben oder einem nahegelegenen Hexfeld stehen, kommt es zum Nahkampf, bei dem eine Seite vollständig aufgerieben wird.
Erweiterungen und Spielpläne
Zu Squad Leader erschienen mehrere Erweiterungen. Cross of Iron, abgekürzt CoI, erschien 1979 und enthält Mapboard 5 sowie die Szenarien 13 bis 20. Die Erweiterung behandelt Kämpfe an der Ostfront. Neben alliierten Einheiten der Basisversion sowie deutschen und russischen Einheiten kommen finnische Einheiten hinzu. Außerdem enthält sie eine neue Karte, neue Einheiten und neue Szenarien.
Crescendo of Doom, abgekürzt CoD, erschien ebenfalls 1979 und enthält Mapboards 6 und 7 sowie die Szenarien 21 bis 32. Diese Erweiterung führt Szenarien an der Westfront von 1940 bis 1941 ein. Spieler können nun auch polnische, französische, niederländische und britische Einheiten befehligen. Zusätzlich werden zwei weitere Karten hinzugefügt.
GI: Anvil of Victory, abgekürzt GI, erschien 1982 und enthält Mapboards 8 und 12 bis 15 sowie die Szenarien 33 bis 47. Diese Erweiterung baut amerikanische und britische Einheiten an der Westfront aus. Sie enthält eine neue Karte und mehrere hundert neue Spielfiguren. Daneben gab es Rogue Szenarios, die direkt bei Avalon Hill bestellt werden konnten und die Mapboards 9 bis 11 enthielten. Außerdem existieren Add-ons, die nicht von Avalon Hill veröffentlicht wurden.
Die Spielpläne bilden verschiedene Geländearten ab. In der Grundversion SL gibt es Board 1 mit Urban Terrain, Board 2 mit Hill Terrain, Board 3 mit Village Terrain und Board 4 mit Rural Terrain. CoI fügt Board 5 mit Forest Terrain hinzu. CoD ergänzt Board 6 mit Orchard Terrain und Board 7 mit River Terrain. GI enthält unter anderem Board 8 mit River Terrain sowie Board 12 mit Village Terrain, Board 13 mit Rural Terrain, Board 14 mit Rural/Airfield Terrain und Board 15 mit Hill Terrain. Die Rogue-Boards 9 bis 11 zeigen Mountain Terrain, Forest/Village Terrain und Low Hill Terrain.
Szenarien als Beispiele
Die Szenarien bestimmen, welche Gefechtssituation gespielt wird. Die Grundversion SL enthält die Szenarien 1 bis 12, darunter The Guards Counterattack, The Tractor Works, The Streets of Stalingrad, The Hedgehog of Piepsk, Hill 621, Escape From Velikiye Luki, Buchholz Station, The Bitche Salient, The Cannes Strongpoint, Hitdorf on the Rhine, The St. Goar Assault und The Road to Wiltz.
Cross of Iron erweitert die Reihe mit den Szenarien 13 bis 20, zum Beispiel The Capture of Balta, Hube's Pocket, Sowchos 79, The Defense of Luga und Breakout From Borisov. Crescendo of Doom umfasst die Szenarien 21 bis 32, darunter Battle for the Warta Line, The Borders are Burning, Counterstroke at Stonne, Chateau de Quesnoy und Rehearsal for Crete.
GI: Anvil of Victory ergänzt die Szenarien 33 bis 47. Genannt werden unter anderem A Belated Christmas, Climax at Nijmegen Bridge, Medal of Honor, The Factory, Bridgehead on the Rhine, Operation Varsity und Encircling the Ruhr. Die Szenarien zeigen, dass Squad Leader nicht als einzelnes festes Gefecht funktioniert, sondern als System, mit dem unterschiedliche historische Kampfsituationen, Truppenzusammensetzungen und Geländearten gespielt werden können.