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Soroban
Der Soroban (japanisch 算盤 ‚Rechenbrett', 十露盤 bzw. 珠盤 ‚Perlenbrett') ist der japanische Abakus, der üblicherweise auf dem Tisch liegend mit einer Hand …
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Grundidee und Aufbau
Der Soroban ist der japanische Abakus, also ein Rechenbrett zum Ausführen von Rechnungen. Er wird üblicherweise flach auf den Tisch gelegt und mit einer Hand bedient. Seine Bedeutung liegt darin, dass er in Japan lange ein wichtiges Hilfsmittel für Schule und Beruf war und noch heute verbreitet ist.
Ein Soroban besteht aus einem Rahmen mit mehreren Stangen, auf denen Kugeln verschoben werden. Große Sorobans besitzen über 20 Stangen. Eine Schiene teilt das Gerät in einen oberen Teil, der auch „Himmel“ genannt wird, und einen unteren Teil. Im oberen Teil liegt pro Stange eine Kugel mit dem Wert 5. Im unteren Teil liegen vier oder fünf Kugeln, die jeweils den Wert 1 haben. Die heute verbreitete vereinfachte Form wird als 4 + 1 Kugeln beschrieben.
Unterschied zum Suànpán
Der Soroban geht auf das chinesische Suànpán zurück. Beide Geräte sind Abakusformen, unterscheiden sich aber im Aufbau. Beim Suànpán enthält der obere Teil pro Stange zwei Kugeln. Das erleichtert Rechnungen mit hexadezimalen Einheiten, also Einheiten auf Grundlage der Zahl 16. Solche Einheiten waren in Japan unüblich.
Im Vergleich zum in Europa üblichen Schulabakus ist der Soroban flexibler, aber auch anspruchsvoller zu bedienen. Die Teilung in oberen und unteren Bereich und die unterschiedlichen Kugelwerte ermöglichen schnelles Rechnen, verlangen aber Übung.
Geschichte und Bedeutung
In China gehörte das Suànpán bereits im 14. Jahrhundert zum Alltag. Der Soroban verbreitete sich in Japan dagegen erst seit dem 16. Jahrhundert. Zu Beginn der Edo-Zeit machten Rechenkünstler wie Mōri Shigeyoshi und Rechenbuchautoren wie Yoshida Mitsuyoshi den Soroban populär.
Bis ins 19. Jahrhundert blieb der Soroban ein unverzichtbares Rechenhilfsmittel in Schule und Beruf. Zu Beginn der Meiji-Zeit drängten Schulreformen, die westliche Rechentechniken förderten, ihn kurzzeitig zurück. Seit den 1920er Jahren erlebte er in der vereinfachten Form mit 4 + 1 Kugeln wieder eine Renaissance. Geübte Rechner konnten mit dem Soroban schneller rechnen als Benutzer mechanischer Rechenmaschinen. Erst erschwingliche elektronische Taschenrechner verringerten seine Bedeutung wieder.
Übung und Rangsystem
Die Nutzung des Soroban ist nicht nur eine praktische Rechentechnik, sondern kann auch systematisch geübt und bewertet werden. Ähnlich wie bei in Japan beheimateten Kampfsportarten gibt es ein Rangsystem. Dieses reicht bis zum 10. Dan.
Beispiel aus der Rezeption
Ein Beispiel für die kulturelle Darstellung des Soroban ist „Abacus and Sword“ aus dem Jahr 2010. Darin wird die Geschichte der Familie Inoyama erzählt. Die männlichen Familienmitglieder arbeiten zu Beginn der Meiji-Ära am Hof als Buchhalter und gelten als Meister des Soroban.