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Semiologie
semiology, franz. sémiologie), auch Semeologie oder Sematologie, ist die allgemeine Lehre von sprachlichen und außersprachlichen Zeichen und ihren Systemen.
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Gegenstand und Bedeutung
Semiologie ist die allgemeine Lehre von sprachlichen und außersprachlichen Zeichen sowie von deren Systemen. In der Medizin, Psychiatrie und Psychologie bedeutet Semiologie dasselbe wie Symptomatologie, also die Lehre von den beobachtbaren Anzeichen beziehungsweise Symptomen. Die Begriffe Semeologie und Sematologie werden ebenfalls verwendet.
1969 beschloss die International Association of Semiotic Studies auf Anregung von Roman Jakobson und unter Beteiligung von Roland Barthes, Emile Benveniste, Algirdas Julien Greimas, Claude Lévi-Strauss und Thomas A. Sebeok, den Begriff Semiologie durch das nahezu synonym verwendete Wort Semiotik zu ersetzen.
Begriffliche Entwicklung
Der Begriff wurde erstmals im 16. Jahrhundert im medizinischen Zusammenhang verwendet. Im 17. und 18. Jahrhundert traten in der Medizin die Formen Semeiotica, Semiotice und Semiotica als Varianten des substantivischen Begriffs auf.
Seit 1916, nach dem Erscheinen von Ferdinand de Saussures Cours de linguistique générale, wurde Semiologie zur Bezeichnung „einer allgemeinen Theorie der Zeichensysteme und der Kommunikation“ verwendet. 1966 gebrauchte Michel Foucault den Begriff, um ihn von der Hermeneutik abzugrenzen. 1969 erfolgte schließlich die weitgehend synonyme Ersetzung durch Semiotik.
Abgrenzung von der Hermeneutik bei Foucault
In Les mots et les choses, das erstmals 1966 auf Französisch erschien, unterscheidet Michel Foucault Semiologie und Hermeneutik. Hermeneutik bezeichnet er als die „Gesamtheit der Kenntnisse und Techniken, die gestatten, die Zeichen sprechen zu lassen und ihren Sinn zu entdecken“.
Semiologie definiert Foucault dagegen als „die Gesamtheit der Erkenntnisse und Techniken, die gestatten zu unterscheiden, wo die Zeichen sind, zu definieren, was sie als Zeichen instituiert, ihre Verbindungen und die Gesetze ihrer Verkettung zu erkennen.“ Im Mittelpunkt stehen damit die Bestimmung von Zeichen, ihrer Beziehungen und der Regeln, nach denen sie miteinander verbunden sind.