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Seid nett zu Mr. Sloane

Seid nett zu Mr. Sloane (Originaltitel: Entertaining Mr. Sloane) ist ein Schauspiel in drei Akten des britischen Dramatikers Joe Orton.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Werk und Bedeutung
  2. 2. Familie und Abhängigkeiten
  3. 3. Entlarvung, Mord und Kompromiss
  4. 4. Bühnenaufführungen
  5. 5. Deutung und Reaktionen
  6. 6. Adaptionen für Film und Fernsehen

Werk und Bedeutung

„Seid nett zu Mr. Sloane“ (Originaltitel: „Entertaining Mr. Sloane“) ist ein englischsprachiges Schauspiel in drei Akten des britischen Dramatikers Joe Orton. Das 1964 erschienene Stück ist Ortons Erstlingswerk. Seine vier Figuren sind Mr. Sloane, die Geschwister Kath und Ed sowie deren Vater Kemp.

Das Stück verbindet Farce – eine Komödienform mit zugespitzten, oft grotesken Situationen – mit Moralkritik. Bei seinem Erscheinen galt es vor allem wegen der offenen Darstellung von Homosexualität als provokativ, da homosexuelle Handlungen damals noch unter Strafe standen.

Familie und Abhängigkeiten

Der freundlich wirkende junge Mr. Sloane zieht als Untermieter bei der 40-jährigen Kath, ihrem Bruder Ed und deren Vater Kemp ein. Kath wurde einst in jungen Jahren von ihrem Liebhaber verlassen. Sie entwickelt sich gegenüber Sloane zugleich zur Ersatzmutter und zur Geliebten.

Auch Ed fühlt sich zu Sloane hingezogen. Er unterstützt ihn, indem er ihn in seinen Betrieb holt. Dadurch entstehen enge persönliche und wirtschaftliche Abhängigkeiten zwischen Sloane und den Geschwistern.

Entlarvung, Mord und Kompromiss

Im weiteren Verlauf gibt Sloane seine freundliche Maskerade schrittweise auf. Er zeigt sich als fauler, eingebildeter Schmarotzer, der die Familie durch seine Stimmungsschwankungen terrorisiert.

Kemp glaubt schließlich, in Sloane den Mörder seines früheren Chefs zu erkennen. Um nicht entlarvt zu werden, ermordet Sloane Kemp. Kath und Ed sehen tatenlos zu und vertuschen die Tat anschließend. Da beide Sloane behalten wollen, nutzen sie ihr Wissen über den Mord als Druckmittel. Sie vereinbaren, Sloane künftig als Liebhaber miteinander zu teilen.

Bühnenaufführungen

Die Uraufführung fand am 6. Mai 1964 im New Arts Theatre im Londoner West End statt. Bereits am 2. November 1964 folgte die deutsche Erstaufführung am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg; Regie führte Hans Lietzau.

Am 12. Oktober 1965 hatte das Stück seine Broadway-Premiere. Weitere Aufführungen fanden unter anderem 1975, 2005, 2007 und 2009 statt.

Deutung und Reaktionen

Das Werk wird als amoralisches Stück bezeichnet: Seine Figuren orientieren sich nicht an herkömmlichen moralischen Maßstäben, sondern an ihren eigenen Wünschen und Interessen. Zugleich dient die Farce der Moralkritik. Nach Hubert Zapf richtet sich diese Kritik gegen die Inhumanität und Gefühllosigkeit der Menschen sowie gegen den Versuch, beides hinter einer scheinbaren, puritanisch geprägten Moral zu verbergen.

Der Theaterregisseur Ernst Wendt lobte, Orton habe die „Komik des Perversen“ entdeckt. Das Amoralische werde so gefällig, witzig und leicht behandelt, als sei es alltäglich – „bös, aber nur zu menschlich“.

Adaptionen für Film und Fernsehen

1968 wurde das Schauspiel für das britische Fernsehen adaptiert. Eine Kinoverfilmung erschien 1970. Darin spielte Beryl Reid die Kath, Harry Andrews den Ed und Peter McEnery den Mr. Sloane.

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