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Rolf Sternberg

Rolf G. Sternberg (* 10. August 1959) ist ein deutscher Professor für Wirtschaftsgeographie an der Leibniz Universität Hannover.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und Forschungsprofil
  2. 2. Ausbildung, Professuren und wissenschaftliche Aufgaben
  3. 3. Forschungsprojekte zu Regionen, Innovation und Gründungen
  4. 4. Publikationen und typische Ergebnisse

Person und Forschungsprofil

Rolf G. Sternberg (* 10. August 1959) ist deutscher Professor für Wirtschaftsgeographie an der Leibniz Universität Hannover. Wirtschaftsgeographie untersucht, wie wirtschaftliche Aktivitäten räumlich verteilt sind und wie Regionen, Unternehmen und politische Maßnahmen einander beeinflussen.

Sternbergs Forschung verbindet besonders Entrepreneurshipforschung, also die Forschung über Unternehmensgründungen und gründungsbezogene Einstellungen, mit innovationsbasierter Regionalentwicklung. Weitere Themen sind die räumlichen Folgen von Digitalisierung, Corona-Pandemie und Kreativwirtschaft. Im Mittelpunkt steht damit etwa die Frage, warum Gründungen, Innovationen oder bestimmte Branchen in manchen Regionen stärker auftreten als in anderen.

Ausbildung, Professuren und wissenschaftliche Aufgaben

Sternberg studierte von 1979 bis 1984 Geographie an der Universität Hannover. Dort promovierte er 1987 als wissenschaftlicher Mitarbeiter über Technologie- und Gründerzentren als Instrument der kommunalen Wirtschaftsförderung in der Bundesrepublik Deutschland. 1994 habilitierte er sich, unterstützt durch ein Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), mit einer Arbeit über den Einfluss staatlicher und regionaler Technologiepolitik auf die Entstehung von High-Tech-Regionen in USA, Großbritannien, Deutschland und Japan.

Nach einer Professur für Regionale Geographie an der Technischen Universität München von 1995 bis 1996 wurde er 1996 Professor für Wirtschaftsgeographie an der Universität zu Köln. Dort leitete er bis 2005 das Institut für Wirtschafts- und Sozialgeographie. Seit 2006 ist er als Nachfolger von Ludwig Schätzl Professor für Wirtschaftsgeographie an der Leibniz Universität Hannover.

Seit dem Beginn des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) 1998 leitete Sternberg das deutsche Länderteam. Der GEM ist ein weltweit tätiges Forschungskonsortium zu Gründungsaktivitäten und -einstellungen. Im Frühjahr 2024 übergab er die Leitung an Christian Hundt, die Leibniz Universität Hannover und Florian Täube; seit 2024 ist er normales Mitglied des deutschen GEM-Teams. 1996 initiierte er außerdem ZitArt, ein Publikations- und Zitationsranking der deutschsprachigen Wirtschaftsgeographie, dessen sechste Ausgabe 2020 erschien. Von 2000 bis 2003 war er Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Verbandes der Geographen an deutschen Hochschulen.

Forschungsprojekte zu Regionen, Innovation und Gründungen

Die Projekte behandeln vor allem regionale Unterschiede bei Innovationen und Unternehmensgründungen. ReDiCOV (2021–2026, DFG) untersucht regionale Unterschiede der ökonomischen Folgen des Covid-19-Ausbruchs, insbesondere Homeoffice und die Rolle der Digitalisierung. DUI.REG (2022–2025, BMBF) und InDUI (2017–2021, BMBF) befassen sich mit dem Doing-Using-Interacting-Modus von Innovationen bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Gemeint ist Innovation, die durch praktisches Handeln, Nutzung und Zusammenarbeit entsteht.

EntreLR (2021–2024, BMEL) erforscht Umfang, Bestimmungsgründe und regionalökonomische Effekte des Unternehmertums in ländlichen Räumen. Weitere Vorhaben untersuchten regionale Gründungssysteme in der Region Hannover, Businessplan-Wettbewerbe in Niedersachsen, transnationales Diaspora-Unternehmertum, Windenergietechnologie und die Kreativwirtschaft in Niedersachsen.

Auch ältere Projekte vergleichen Cluster und Innovationsprozesse zwischen Regionen und Staaten. Ein Cluster ist eine räumliche Konzentration miteinander verbundener Unternehmen und weiterer Akteure einer Branche. Beispiele sind die Untersuchung regionaler Clusterpolitik in Deutschland und den USA (2007–2009, DFG), die Prüfung von Hypothesen der „New Economic Geography“ für Deutschland (2004–2007, DFG) sowie Studien zu Spin-off-Firmen in chinesischen Städten und zu Gründungsaktivitäten in Deutschland.

Publikationen und typische Ergebnisse

Sternbergs Veröffentlichungen behandeln die geografischen Bedingungen von Entrepreneurship, Innovation und Regionalentwicklung. Zu den Büchern gehören „Regional Dimensions of Entrepreneurship“ (2009), „Deutsche Gründungsregionen“ (2006), „Technologiepolitik und High-Tech Regionen – ein internationaler Vergleich“ (2. korrigierte Auflage 1998) sowie der 2023 herausgegebene „Research Handbook on Transnational Diaspora Entrepreneurship“.

Die Zeitschriftenartikel greifen diese Schwerpunkte auf. „Entrepreneurship and Geography“ erschien 2022 in Annals of Regional Science. Arbeiten aus den Jahren 2020 bis 2025 untersuchen unter anderem räumliche Folgen der Digitalisierung, digitales Unternehmertum in ländlichen und städtischen Räumen sowie Binnenwanderung in Deutschland im Zusammenhang mit COVID-19, Digitalisierung und Remote Working. Weitere Studien behandeln Gründungen an europäischen Universitäten, unternehmerische Ökosysteme auf regionaler Ebene, Universitätsspin-offs, die Kreativklasse, erneuerbare Energien und regionale Cluster.

Ein wiederkehrendes Beispiel ist die Untersuchung, welche Bedingungen Gründungen fördern oder hemmen: Dazu zählen regionale Umwelt, wirtschaftliche und institutionelle Rahmenbedingungen, wahrgenommene Chancen, Vorbilder und die Angst vor dem Scheitern. Damit zeigen die Arbeiten, dass Unternehmensgründungen nicht nur von einzelnen Personen, sondern auch vom regionalen Umfeld beeinflusst werden.

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