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Recent Researches in the Music of the Renaissance
Recent Researches in the Music of the Renaissance (Abk. RRMR) ist eine Editionsreihe mit Musik der Renaissance, die seit 1964 erscheint.
Inhalt4 Abschnitte
Gegenstand und Bedeutung
Recent Researches in the Music of the Renaissance (RRMR) ist eine seit 1964 erscheinende Editionsreihe zur Musik der Renaissance. Eine Editionsreihe veröffentlicht musikalische Werke in aufbereiteter Form. RRMR umfasst geistliche und weltliche Musik aus dem Zeitraum von 1490 bis 1610 und legt den Schwerpunkt auf Vokalmusik, also Musik für Singstimmen. Daneben erscheinen auch Instrumentalwerke.
Der erste Band enthält Sixteen Liturgical Works von Giovanni Matteo Asola, auf Deutsch sechzehn liturgische Werke. Der derzeitige Chefredakteur ist David Crook.
Geistliche Vokalmusik
Einen großen Teil der Reihe bilden geistliche Gattungen. Dazu gehören Messen, Motetten, Psalmen, Anthems und liturgische Gesänge. Motetten sind mehrstimmige Vokalwerke, meist mit geistlichem Text; Madrigale sind überwiegend weltliche mehrstimmige Gesänge.
Beispiele sind Philippe Rogiers Eleven Motets, Sebastián de Vivancos Three Masses und Vincenzo Ruffos Seven Masses. Weitere Ausgaben behandeln Christopher Tyes lateinische Kirchenmusik, Hieronymus Praetorius’ mehrchörige Motetten, Balduin Hoyouls Choralmotetten und Robert Fayrfax’ geistliche Musik aus dem Lambeth Choirbook. Hinzu kommen unter anderem drei Messpropriums-Zyklen aus der Handschrift Jena 35, ausgewählte Introitus-Gesänge aus Leipzig 49/50 von 1558, Savonarolan Laude, Motets, and Anthems sowie Paolo Isnardis Lamentations.
Breiten Raum nimmt Orlando di Lasso ein. Die Reihe veröffentlicht seine Complete Motets in zahlreichen Teilbänden, darunter die Teile 1 bis 21 sowie ein Supplement. Außerdem enthält sie seine Seven Penitential Psalms and Laudate Dominum de Caelis und zwei Motettenzyklen für die Matutin der Toten. Weitere umfangreiche geistliche Editionen sind Claude Le Jeunes Dodecacorde und Les Cent Cinquante Pseaumes de David, mis en musique a quatre [et cinq] parties sowie Jean Maillards vier-, fünf-, sechs- und siebenstimmige Motetten und seine gesammelten geistlichen Werke.
Weltliche Vokalmusik
Die weltliche Vokalmusik ist vor allem durch Chansons, Madrigale, Canzonetten, Villanellen und Lieder vertreten. Chansons sind französischsprachige mehrstimmige Lieder; Canzonetten und Villanellen sind italienische, meist weltliche Liedformen.
Mehrere Bände oder Bandgruppen sammeln ganze Werkbestände: Andrea Gabrielis Complete Madrigals umfassen die Bände 41–52, André Pevernages Complete Chansons die Bände 60–64. Hinzu kommen vollständige oder mehrteilige Madrigalausgaben von Alfonso Fontanelli, Luzzasco Luzzaschi und Giovanni Maria Nanino. Luzzaschis Complete Unaccompanied Madrigals erscheinen in vier Teilen.
Daneben stehen Sammlungen nach Sprache, Überlieferung oder Besetzung. Dazu zählen Pierre de Manchicourts Twenty-nine Chansons, French Chansons for Three Voices (ca. 1550), Thirty-six Chansons by French Provincial Composers (1529–1550), The Combinative Chanson: An Anthology und Tielman Susatos Musyck Boexken, Books 1 and 2 mit niederländischen Liedern für vier Stimmen. Gérard de Turnhouts Sacred and Secular Songs for Three Voices verbindet geistliche und weltliche Stücke.
Italienische Beispiele sind Adrian Willaerts Canzone villanesche alla napolitana and Villotte, Giovanni Ferrettis Il secondo libro delle canzoni a sei voci (1575), Orazio Vecchis Selva di varia ricreatione (1590) sowie Alessandro Striggios Madrigalbücher für fünf beziehungsweise sechs Stimmen. Die Reihe enthält außerdem Vertonungen bestimmter Textgruppen, etwa Settings of „Ardo Sì“ and its Related Texts, und Ausgaben mit Bearbeitungen: Orazio Vecchis vierstimmige Canzonetten erscheinen mit ihren Originaltexten und Kontrafakturen von Valentin Haussmann und anderen. Eine Kontrafaktur ist die Unterlegung einer vorhandenen Melodie mit einem neuen Text.
Instrumentalmusik und Quelleneditionen
Obwohl die Vokalmusik überwiegt, berücksichtigt RRMR auch Instrumentalmusik. Dazu gehören Christopher Tyes und Robert Whites Instrumentalwerke, Esteban Dazas Fantasien für Vihuela, Giovanni Antonio Terzis Lautenfantasien und neapolitanische Lautenmusik. Die Vihuela ist ein historisches Saiteninstrument. Tastenmusik ist unter anderem durch Intavolierungen von Musik Josquin des Prez’ und durch Claudio Merulos Canzoni d’intavolatura d’organo sowie Ricercari d’intavolatura d’organo von 1567 vertreten. Intavolierung bezeichnet die Übertragung eines Stücks in eine für ein Instrument bestimmte Notations- oder Spielform. Ricercare sind Instrumentalstücke, häufig mit kontrapunktischer Verarbeitung mehrerer Stimmen.
Manche Bände erschließen vollständige Handschriften, Drucke oder besondere Repertoires. Beispiele sind die vollständige Edition der Sixteenth-Century Bicinia aus München, Bayerische Staatsbibliothek, Mus. Ms. 260, The Lyons Contrapunctus (1528), The Ricercars of the Bourdeney Codex, The Wanley Manuscripts und The Tudor Church Music of the Lumley Books. Bicinia sind zweistimmige Kompositionen; Kontrapunkt bezeichnet die Verbindung selbstständig geführter Stimmen.
Andere Editionen verbinden Werke mehrerer Komponisten oder untersuchen eine bestimmte musikalische Praxis. Dazu zählen Ensemble Ricercars von Cristofano Malvezzi, Jacopo Peri und Annibale Padovano, The Si Placet Repertoire of 1480–1530 sowie Si placet Parts for Motets by Josquin and His Contemporaries. Die Inhaltsübersicht reicht bis Band 159, Jean Maillard: Collected Sacred Works. Sie zeigt damit ein breites Spektrum an Komponisten, Gattungen, Besetzungen, Drucken und Handschriften innerhalb des angegebenen Zeitraums.