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Rat der Religionen
Als Rat der Religionen bezeichnen sich örtliche Institutionen des interreligiösen Dialogs, in denen die verschiedensten Religionsgemeinschaften zum Dialog und …
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Grundidee
Ein Rat der Religionen ist eine örtliche Institution des interreligiösen Dialogs. In solchen Räten kommen verschiedene Religionsgemeinschaften zusammen, um miteinander zu sprechen und gemeinsame Aktionen zu verabreden. Sie sollen damit den Austausch zwischen Religionen und der Stadtgesellschaft fördern.
Aufgaben und Selbstverständnis
Der Rat der Religionen Frankfurt am Main beschreibt seine Aufgabe so: Er „fördert den Dialog zwischen den Religionsgemeinschaften und der Stadtgesellschaft“ und nimmt „aus einer religiösen Sicht Stellung zu gesellschaftlichen und politischen Themen der Stadt Frankfurt“. Daran zeigt sich: Solche Räte sind nicht nur Gesprächskreise zwischen Religionen, sondern können auch gemeinsame Positionen zu öffentlichen Fragen formulieren.
Verbreitung und ähnliche Formen
Institutionen mit dem Namen „Rat der Religionen“ gibt es unter anderem in Bonn, Frankfurt am Main, Gießen, Hannover, Hildesheim, Kassel, Köln, Leverkusen, München, Nürnberg, Odenwald, Pforzheim, Sinsheim, Stuttgart und Ulm. In Stuttgart ging der Rat der Religionen aus dem von Oberbürgermeister Wolfgang Schuster initiierten „Runden Tisch der Religionen“ hervor.
Ähnliche Vereinigungen verwenden andere Namen. Als „Runder Tisch der Religionen“ bezeichnen sich Initiativen in Fulda, Hanau, Iserlohn, Marburg, Osnabrück, Siegen und Wuppertal; in Göttingen gibt es einen Runden Tisch „der Religionen Abrahams“. Der Name „Dialog der Religionen“ wird in Aachen und Heidelberg verwendet.
Überregionale Initiativen
Neben lokalen Räten gibt es interreligiöse Initiativen mit regionaler, überregionaler oder bundesweiter Wirkung. Eine bekannte Initiative ist der von Franz Brendle initiierte „Runde Tisch der Religionen in Deutschland“ auf Bundesebene. Er veröffentlicht seit 1998 auch Stellungnahmen zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen.
2018 wurde der Bundeskongress der Räte der Religionen gegründet. Er setzt sich für den kommunalen Dialog der Religionsgemeinschaften ein. Im September 2023 nahmen am Bundeskongress in Berlin Initiativen aus 67 Kommunen in 13 Bundesländern teil.