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Quellen zur Geschichte des Deutschen Bundes

Quellen zur Geschichte des Deutschen Bundes ist ein Editionsprojekt der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (HiKo), …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Bedeutung
  2. 2. Entwicklung des Projekts
  3. 3. Inhaltliche Schwerpunkte
  4. 4. Veröffentlichte Bände

Gegenstand und Bedeutung

„Quellen zur Geschichte des Deutschen Bundes“ ist ein Editionsprojekt der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (HiKo). Seit 1988 sammelt und veröffentlicht es mehrere tausend historische Dokumente über den Deutschen Bund: von seiner Entstehung ab 1813 bis zu seiner Auflösung 1866. Der Quellenfundus beruht auf der Auswertung von etwa 30 Archiven.

Die Edition macht den Deutschen Bund als zentrale politische Instanz, föderalen Sammelpunkt Deutschlands und „nationales Band“ sichtbar. Damit unterstützt sie das von Dieter Langewiesche geprägte Konzept der „föderativen Nation“: Deutschland erscheint hier als Nation, die politisch durch eine föderale Ordnung verbunden war. Besonders ist die Mischung von Quellen unterschiedlicher Herkunft, durch die sowohl die Verhältnisse im Deutschen Bund als auch deren öffentliche Resonanz erkennbar werden. In der Forschung gilt die noch unvollständige Edition als monumentales und wegweisendes Grundlagenwerk, das neue Perspektiven auf Diplomatie und staatliches Handeln eröffnet. Auf ihrem Quellenmaterial beruhen mehrere ausführliche Darstellungen zur Geschichte des Deutschen Bundes.

Entwicklung des Projekts

Das Editionsprojekt wurde 1988 ins Leben gerufen. Von 1988 an leitete Lothar Gall die Abteilung; seit 2017 steht sie unter der Leitung von Andreas Fahrmeir. Als editorische Bearbeiter waren Eckhardt Treichel (1989–2020), Ralf Zerback (1989–1993) und Jürgen Müller (1989–2025) tätig.

Mit der Abteilung war von 2016 bis 2019 ein Forschungsprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verbunden. Darin erarbeitete Marko Kreutzmann von der Universität Jena eine grundlegende Studie über die innere Entwicklung des Deutschen Bundes zwischen 1816 und 1848.

Inhaltliche Schwerpunkte

Die veröffentlichten Quellen decken das gesamte Spektrum der Bundespolitik ab:

  • die Organisation des deutschen Staatenbundes als föderative Ordnung,
  • Bestrebungen zur Weiterentwicklung des Bundes und zu einer stärkeren nationalen Integration,
  • repressive Maßnahmen gegen liberale und nationale Oppositionsbewegungen,
  • wiederholte Versuche einer grundlegenden Reform,
  • die Bedeutung des Bundes für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung,
  • seine Funktion im europäischen Mächtesystem.

Die Edition behandelt damit sowohl den inneren Aufbau und die politischen Konflikte des Bundes als auch seine nationale, gesellschaftliche, wirtschaftliche und außenpolitische Rolle.

Veröffentlichte Bände

Die erste Abteilung behandelt die Entstehung und Frühgeschichte von 1813 bis 1830. Veröffentlicht wurden Band 1 über die Entstehung des Deutschen Bundes 1813–1815, bearbeitet von Eckhardt Treichel und 2000 in zwei Teilbänden erschienen; Band 2 über Organisation und innere Ausgestaltung 1815–1819, ebenfalls von Treichel, erschienen 2015; sowie Band 4 über „Demagogenverfolgung“, Militärpolitik und wirtschaftliche Fragen 1824–1830, bearbeitet von Jürgen Müller und erschienen 2024.

Aus der zweiten Abteilung für die Jahre 1830–1848 liegt Band 1 vor: „Reformpläne und Repressionspolitik im Deutschen Bund 1830–1834“, bearbeitet von Ralf Zerback und erschienen 2003.

Die dritte Abteilung umfasst die Jahre 1850–1866. Ihre vier Bände behandeln die Dresdener Konferenz und die Wiederherstellung des Deutschen Bundes 1850/51 (erschienen 1996), den Bund zwischen Reaktion und Reform 1851–1858 (1998), die nationale Herausforderung 1859–1862 (2012) sowie die Zeit vom Frankfurter Fürstentag bis zur Auflösung des Bundes 1863–1866 (2017). Alle vier wurden von Jürgen Müller bearbeitet.

Noch nicht durch Bände abgedeckt waren 2025 die Zeiträume 1819–1821/1823 und 1835–1850. Das Editionsprojekt ist daher noch nicht vollständig abgeschlossen.

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