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Präpositionalkasus

Präpositionalkasus (auch analytischer Kasus) ist in der Grammatik eine Bezeichnung für eine Konstruktion, in der eine Präposition in einer Funktion auftritt …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Funktion
  2. 2. Präpositionalobjekte im Deutschen
  3. 3. Präpositionen als unmittelbare Kasuszeichen
  4. 4. Einordnung und Streitfrage

Definition und Funktion

Ein Präpositionalkasus, auch analytischer Kasus, ist eine grammatische Konstruktion, bei der eine Präposition eine Funktion übernimmt, die einer Kasusmarkierung entspricht. Sie kennzeichnet also die grammatische Beziehung eines Ausdrucks zu einem anderen Satzteil.

Präpositionalobjekte im Deutschen

Manchmal werden deutsche Präpositionalobjekte als Präpositionalkasus eingeordnet. In „Hanne verzweifelte an Maria“ verlangt das Verb „verzweifeln“ die Präposition „an“. „An Maria“ ist dadurch eine vom Verb abhängige Ergänzung. Vergleichbar ist das direkte Objekt in „Hanne bezweifelt den Sinn der Aktion“, bei dem „den Sinn“ durch den Akkusativ gekennzeichnet wird.

Die Präposition ist im deutschen Beispiel jedoch nicht vollständig mit einem Kasusmarker gleichzusetzen: Sie weist dem folgenden Ausdruck selbst einen morphologischen Kasus zu, hier den Dativ. Das zeigt die Frage „An wem verzweifelt sie?“.

Präpositionen als unmittelbare Kasuszeichen

In manchen Sprachen haben sich Präpositionalkonstruktionen so entwickelt, dass die Präposition unmittelbar den vom übergeordneten Ausdruck verlangten Kasus kennzeichnet und keine eigenständige Bedeutung mehr besitzt. Eine deutlichere Form dieses Typs sind Genitivkonstruktionen, die in einigen europäischen Sprachen durch selbständige Wörter wie englisch „of“ oder französisch „de“ markiert werden.

Beispiele sind französisch „enfants de la patrie“ („Kinder des Vaterlandes“), spanisch „la casa de mis abuelos“ („das Haus meiner Großeltern“), bulgarisch „akademíja na naúkite“ („Akademie der Wissenschaften“), italienisch „le nozze di Figaro“ („die Hochzeit des Figaro“) und englisch „grapes of wrath“ („Früchte des Zorns“).

Einordnung und Streitfrage

Solche Kasusmarkierungen werden teils als Präpositionen, teils als Partikeln eingeordnet. In der Fachliteratur ist umstritten, ob man von „Kasus“ sprechen sollte, wenn die Markierung nicht an einem Wort, sondern durch ein selbständiges Wort ausgedrückt wird. Für eine allgemeinere Bezeichnung wird deshalb manchmal „Relator“ verwendet und der Ausdruck „Präpositionalkasus“ vermieden.

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