Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Polis Chrysochous

Geschichte. Bearbeiten. Das Gebiet von Polis Chrysochous wurde erstmals nach dem Trojanischen Krieg besiedelt, als sich dort antike Bergleute niederließen, da …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Name, Lage und Landschaft
  3. 3. Geschichte und Bevölkerung
  4. 4. Politik und Partnerschaften
  5. 5. Sehenswürdigkeiten

Überblick

Polis Chrysochous, griechisch Πόλις Χρυσοχούς und türkisch Poli, ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Paphos der Republik Zypern. Sie liegt im Nordwesten der Mittelmeerinsel auf etwa 20 Metern Höhe. Bei der Volkszählung 2021 hatte sie 2570 Einwohner. Ihr Gebiet umfasst 13,3698 km²; die Bevölkerungsdichte beträgt 192 Einwohner je km².

Die Gemeinde gliedert sich in die Gemeindeteile Polis Chrysochous und Prodromi. Zu ihrem Gebiet gehört außerdem der kleine Hafenort Latsi beziehungsweise Latchi. Polis verfügt über ein Krankenhaus; auch die römisch-katholische Kirche unterhält dort eine Seelsorgestelle.

Name, Lage und Landschaft

Das griechische Wort „Polis“ bedeutet „Stadt“. Während der venezianischen Herrschaft wurde die Siedlung 1552 Crosocho genannt und war die Hauptsiedlung der Contrada Di Crusocho, einer Unterteilung der Grafschaft Paphos. Möglicherweise geht der Name darauf zurück, dass der Ort I polis du Crusocho genannt wurde. In einer osmanischen Volkszählung von 1643 erschien die Bezeichnung Poli, in der britischen Volkszählung von 1878 Polis. Die Zyperntürken übernahmen keinen anderen türkischen Namen, sondern nannten die Stadt ebenfalls Poli.

Polis Chrysochous liegt etwa 36 Kilometer nördlich von Paphos, 180 Kilometer westlich von Nikosia und 125 Kilometer nordwestlich von Limassol. Im Westen grenzt das Gemeindegebiet an Neo Chorio, im Südwesten an Androlikou und Drousia, im Süden an Chrysochou und Steni, im Südosten an Pelathousa sowie im Osten an Makounda und Argaka. Der nördliche Teil liegt an der Küste der Bucht von Chrysochous. Erreichbar ist die Stadt über die Straßen B7, E704, E709, E713, E723 und F736. Die geplante Autobahn A7 soll die Verbindung nach Paphos beschleunigen und unter anderem den Tourismus fördern.

Polis und Latsi besitzen lange Sand- und Kiesstrände und sind touristisch geprägt. In der Nähe liegt die Halbinsel Akamas, heute ein Naturschutzgebiet. Dort befinden sich die sogenannten Bäder der Aphrodite. Einer Legende zufolge wartete Aphrodite an diesem Ort auf Adonis, während dieser vom eifersüchtigen Ares getötet wurde.

In der Umgebung werden unter anderem Weinreben, Zitrusfrüchte, Birnen, Avocados, Granatäpfel, Bananen, Pfirsiche, Mandeln, Oliven, Walnüsse, Tabak, Johannisbrot, Getreide, Hülsenfrüchte und Gemüse angebaut. Geologisch wird das Gebiet vor allem durch Terrassensedimente, Ablagerungen der Pachnas-Formation aus wechselnden Schichten von Kreiden, Mergeln und Sandsteinen sowie junge alluviale Ablagerungen des Holozäns geprägt.

Geschichte und Bevölkerung

Das Gebiet wurde erstmals nach dem Trojanischen Krieg besiedelt. Antike Bergleute ließen sich dort wegen der reichen Kupfervorkommen nieder. In der Antike befand sich im Gebiet von Polis die Stadt Arsinoe im Königreich Marion. Wegen arabischer Überfälle wurde Arsinoe im 7. Jahrhundert n. Chr. aufgegeben. Eine spätere Siedlung an derselben Stelle trug zunächst ebenfalls den Namen Arsinoe, bis diese Bezeichnung allmählich verschwand.

Polis Chrysochous wurde zu Beginn der britischen Herrschaft im Jahr 1882 gegründet und 1907 offiziell zur Gemeinde erklärt. Während der britischen Zeit war der Ort die Hauptstadt des Khyrsokhou Nahiye, also eines Bezirks.

Bis zur türkischen Invasion von 1974 lebten in Polis Chrysochous Zyperngriechen und Zyperntürken; die Zyperngriechen bildeten eine knappe Mehrheit. Während der interkommunalen Unruhen von 1963 bis 1964 flohen alle zyperntürkischen Bewohner in das zyperntürkische Gymnasium, wo sie belagert wurden. Bis 1968 blieben sie in dessen Umgebung, erweiterten das Gebiet etwas und errichteten Flüchtlingshäuser.

Während der türkischen Invasion 1974 griffen zyperntürkische Streitkräfte Zyperngriechen an, nachdem diese eine Kapitulation verweigert hatten. Die zyperntürkischen Bewohner wurden zunächst in das benachbarte Pelathousa und danach in den nördlichen Teil Zyperns gebracht. Die zyperngriechischen Einwohner blieben in Polis; zusätzlich siedelten sich dort Zyperngriechen aus dem Norden Zyperns an.

Die Einwohnerzahl entwickelte sich laut den zyprischen Volkszählungen von 435 im Jahr 1881 über 600 im Jahr 1901, 990 im Jahr 1931 und 1645 im Jahr 1960. Danach sank sie auf 1010 im Jahr 1976 und 1000 im Jahr 1982. Anschließend stieg sie wieder: auf 1252 im Jahr 1992, 1847 im Jahr 2001, 2018 im Jahr 2011 und 2570 im Jahr 2021.

Politik und Partnerschaften

Bürgermeister waren Chrysostomos Kyriakou von 1986 bis 1991, Averof Neofytou von 1991 bis 1996, Michalis Korakas von 1996 bis 2001 und Agathangelos Georgiou von 2001 bis 2016. Seit 2016 ist Yotis Papachristofi Bürgermeister.

Polis Chrysochous unterhält Gemeindepartnerschaften mit Chania auf Kreta seit 2010 und mit Charkiw in der Ukraine seit 2018. Weitere Partnerstädte sind Pinios, Rostow am Don, Teslić, Veria und Volvi; für diese nennt der Artikel kein Anfangsjahr.

Sehenswürdigkeiten

Das 1998 eingeweihte Archäologische Museum von Marion-Arsinoe wurde im neoklassizistischen Stil errichtet. Es zeigt Funde aus der antiken Stadt Arsinoe und aus den Nekropolen von Marion. Eine Nekropole ist ein größerer antiker Begräbnisplatz.

Der Hafen von Latchi liegt etwa 4 Kilometer nordwestlich der Stadt und zieht viele Besucher an. Etwa 5 Kilometer östlich befindet sich die Limni-Mine, die während ihres Betriebs Bewohnern von Polis und den umliegenden Dörfern Arbeit bot.

Der Campingplatz von Polis Chrysochous wurde von der zyprischen Tourismusorganisation in einem kleinen Wald unmittelbar am Strand angelegt. Mit einer Kapazität von 750 Personen ist er der größte Campingplatz Zyperns. Zu den Kirchen der Stadt gehören Agia Kyriaki, Agios Andronikos, Apostolos Andreas und Agios Nikolaos.

Weiterlesen