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Pilzgift

Pilzgifte sind giftige Stoffwechselbestandteile von Großpilzen, die in so hohen Konzentrationen vorkommen, dass bei ihrem Verzehr Vergiftungserscheinungen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Toxikologische Einteilung
  3. 3. Unzuverlässige Erkennung
  4. 4. Beispiel Grüner Knollenblätterpilz

Definition und Bedeutung

Pilzgifte sind giftige Stoffwechselbestandteile von Großpilzen. Sie kommen in manchen Pilzen in so hohen Konzentrationen vor, dass Menschen oder Tiere nach dem Verzehr Vergiftungserscheinungen bekommen können. Eine solche Erkrankung heißt Pilzvergiftung.

In der nördlichen Hemisphäre gibt es etwa 200 Arten von Giftpilzen. Davon gelten ungefähr 40 Arten als gefährlich und ungefähr 10 Arten als tödlich. Gifte aus Schimmelpilzen werden dagegen nicht Pilzgifte, sondern Mykotoxine genannt.

Toxikologische Einteilung

Pilzgifte können nach ihrer Wirkung in drei Gruppen eingeteilt werden:

  • Protoplasmagifte: Ihre Wirkung tritt nach 6 bis 48 Stunden ein. Sie können Tod, Kollaps, Herzlähmung oder Leberkoma durch Leberversagen verursachen. Als Wirkstoffe werden Amatoxine genannt; ein Beispiel sind Knollenblätterpilze.

  • Nervengifte: Ihre Wirkung tritt nach 15 bis 30 Minuten ein. Sie können schwere Vergiftungen auslösen. Als Wirkstoffe werden Muscarin und Muscaridin genannt; ein Beispiel ist der Ziegelrote Risspilz.

  • Lokal wirkende Gifte: Sie verursachen weniger starke Vergiftungen und sind selten tödlich. Als Wirkstoffe werden Terpene genannt; ein Beispiel ist der Birken-Milchling.

Unzuverlässige Erkennung

Pilzgifte lassen sich nicht zuverlässig mit einfachen Hausmitteln oder Sinneseindrücken nachweisen. Der Geschmack ist kein sicheres Merkmal, denn giftige Pilze müssen nicht unangenehm oder bitter schmecken. Auch der Geruch ist unzuverlässig, weil Giftpilze sehr unterschiedlich riechen und nicht zwingend unangenehm riechen.

Das Mitkochen eines silbernen Löffels liefert keine verlässliche Information darüber, ob ein Pilz Gift enthält. Auch Abkochen macht viele Pilzgifte nicht unschädlich, weil viele von ihnen wärmestabil sind.

Beispiel Grüner Knollenblätterpilz

Der Grüne Knollenblätterpilz wird im Artikel als gefährlichster Giftpilz Europas genannt. Er zeigt, warum einfache Erkennungsregeln gefährlich sein können: Vergiftete beschreiben ihn als wohlschmeckend, er riecht süßlich, mitgekochtes Silber verfärbt sich nicht, und seine Giftstoffe werden durch Kochen nicht angegriffen.

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