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Phantasmagoria and Other Poems

Ein Akrostichon, das die Namen der drei Liddell-Schwestern Lorina, Alice und Edith ergibt. The Path of Roses: Ein Gedicht über Florence Nightingale, das kurz …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Aufbau
  2. 2. Komische und satirische Gedichte
  3. 3. Ernste Gedichte
  4. 4. Entstehung und spätere Sammlungen
  5. 5. Genannte Ausgaben und Übersetzungen

Überblick und Aufbau

„Phantasmagoria and Other Poems“ ist die erste Gedichtsammlung von Lewis Carroll. Sie erschien 1869 bei Macmillan Publishers und wurde zur Grundlage der späteren Sammlungen „Rhyme? And Reason?“ und „Three Sunsets and Other Poems“, in denen die meisten Gedichte erneut veröffentlicht wurden.

Das Buch besteht aus zwei Teilen: Der erste versammelt überwiegend komische, satirische und parodistische Gedichte. Der zweite enthält ernstere Texte, darunter auch Liebesgedichte.

Komische und satirische Gedichte

Das Titelgedicht „Phantasmagoria“ ist Lewis Carrolls längstes Gedicht. In sieben Cantos, also größeren Gedichtabschnitten, berichtet ein Ich-Erzähler vom abendlichen Besuch eines Gespenstes. Während eines langen Gesprächs erzählt dieses viel über das Gespensterleben. Schließlich bemerkt es verärgert, dass es das falsche Haus aufgesucht hat. Am nächsten Morgen fragt sich der Erzähler, ob alles nur ein Traum war.

„A Valentine“ handelt von Freundschaft. Carroll schrieb es ursprünglich für einen Freund, der glaubte, Carroll freue sich zwar über seinen Besuch, würde ihn bei Abwesenheit aber nicht vermissen. „A Sea Dirge“ beschreibt die Nachteile eines Lebens am Meer. „Ye Carpette Knyghte“ verwendet ein nachgeahmtes mittelalterliches Englisch.

In „Hiawatha’s Photographing“ besucht ein Fotograf namens Hiawatha eine Familie, um Porträt- und Gruppenaufnahmen anzufertigen. Das Gedicht folgt der Melodie von „The Song of Hiawatha“. „The Lang Coortin’“ erzählt von einem Mann, der seiner Angebeteten jahrelang Liebesbeweise erbringt, von ihr aber ignoriert wird. In „Melancholetta“ versucht der Erzähler erfolglos, seine niedergeschlagene Schwester aufzuheitern.

„The Three Voices“ parodiert Alfred Tennysons „The Two Voices“. „A Doble Acrostic“ ist ein doppeltes Akrostichon, also ein Buchstabenrätsel: Jede Strophe umschreibt ein Wort; dessen jeweils erster und letzter Buchstabe tragen zu zwei Lösungswörtern bei. „Size and Tears“ behandelt den Streit zwischen einem dünnen und einem dicken Mann. „Poeta fit, non nascitur“ beschäftigt sich mit der Kunst des Gedichteschreibens.

Weitere Texte sind „Atalanta in Camden-Town“ und „The Elections to the Hebdomadal Council“. Letzteres ist eine Satire auf die Universitätspolitik in Oxford.

Ernste Gedichte

Zu den ernsteren Texten gehört „The Valley of the Shadow of Death“, in dem Carroll das Ende seiner Beziehung zu Mrs. Liddell verarbeitete. Daneben stehen „Beatrice“ und „Lines“. „Lines“ ist ein Akrostichon, also ein Gedicht, bei dem bestimmte Anfangsbuchstaben eine zusätzliche Botschaft ergeben; hier entstehen die Namen der drei Liddell-Schwestern Lorina, Alice und Edith.

„The Path of Roses“ handelt von Florence Nightingale und entstand kurz nach dem Krimkrieg. In „The Sailor’s Wife“ sieht die Frau eines Seemanns während einer stürmischen Nacht in einer Vision, wie ihr Mann Schiffbruch erleidet. Mit dem Tagesanbruch endet jedoch der Sturm, und ihr Mann kehrt nach Hause zurück.

Weitere Gedichte dieses Teils sind „Stolen Waters“, „Stanzas for Music“, „Only a Woman’s Hair“ und „Three Sunsets“. „Solitude“ lobt die Einsamkeit im Wald. Der Titel „Only a Woman’s Hair“ stammt aus „The Life of Dean Swift“: Dort wird berichtet, nach Swifts Tod sei eine Haarlocke mit diesen Worten gefunden worden.

„Christmas Greetings“ enthält gute Wünsche für Weihnachten und das neue Jahr. Carroll schrieb „After Three Days“, nachdem er Holman Hunts Gemälde „The Finding of Christ in the Temple“ gesehen hatte; das Gedicht behandelt die Auffindung Jesu im Tempel. In „Faces in the Fire“ erkennt der Ich-Erzähler beim Betrachten eines Feuers das Gesicht einer alten Freundin, bis die Flammen erlöschen.

Entstehung und spätere Sammlungen

Carroll wollte seine erste Gedichtsammlung ursprünglich von George du Maurier illustrieren lassen, doch dieser Plan wurde nicht verwirklicht. Das Buch vereint neue Gedichte mit Texten, die zuvor bereits in verschiedenen Zeitschriften erschienen waren, darunter Familienmagazine der Familie Dodgson.

1883 erschien „Rhyme? And Reason?“. Die Sammlung übernahm den ersten Teil von „Phantasmagoria and Other Poems“ in veränderter Reihenfolge und teilweise überarbeiteter Form. Hinzu kam die Nonsensballade „The Hunting of the Snark“. Das doppelte Akrostichon wurde durch ein weiteres Akrostichon und zwei Scharaden, also Worträtsel, ergänzt. „The Elections to the Hebdomadal Council“ entfiel und wurde später in „Notes by an Oxford Chiel“ nachgedruckt.

Neu aufgenommen wurden „Echoes“, „Tèma Con Variazióni“, „A Game of Fives“ und „Fame’s Penny-Trumpet“, ein kritisches Gedicht gegen Vivisektion. Für „Tèma Con Variazióni“ verwendete Carroll vier Zeilen aus Thomas Moores „The Fire-Worshippers“ aus „Lalla Rookh“ und ergänzte jede um drei eigene Zeilen. So entstand ein neues Gedicht aus vier Strophen. Henry Holiday schuf die Illustrationen zu „The Hunting of the Snark“, Arthur Burdett Frost diejenigen zu den übrigen Gedichten.

Der zweite Teil wurde 1898 in „Three Sunsets and Other Poems“ überarbeitet nachgedruckt. Gertrude Thomson illustrierte das Buch mit Feenbildern, die keinen inhaltlichen Bezug zu den Gedichten haben. Zusätzlich enthält die Sammlung „Far Away“ und „A Song of Love“ aus „Sylvie und Bruno“ sowie „A Lesson in Latin“ und „Puck Lost and Found“. „Lines“ und „Christmas Greetings“ fehlen dagegen.

Spätere Ausgaben unter dem ursprünglichen Titel enthalten nur noch den überarbeiteten ersten Teil. Sie entsprechen damit „Rhyme? And Reason?“, jedoch ohne „The Hunting of the Snark“. Das Werk wurde unter anderem ins Deutsche, Französische und Spanische übersetzt.

Genannte Ausgaben und Übersetzungen

Als englische Ausgaben werden „Rhyme? And Reason?“ von 1883, „Three Sunsets and Other Poems“ von 1898 und „Phantasmagoria and Other Poems“ von 1911 genannt; sie sind im Project Gutenberg zugänglich. Wikisource bietet ebenfalls englische Quellen und Volltexte.

Die deutsche Ausgabe „Phantasmagorie“, übertragen von Dieter H. Stündel, erschien 1981 im Machwerk-Verlag Siegen (ISBN 3-922524-00-1) und enthält nur einen Teil der Gedichte aus dem ersten Teil. Ebenfalls von Dieter H. Stündel stammt die Übertragung in „Literarische Werke – 2. Misch & Masch: Erzählungen und Gedichte“, erschienen 1996 im Häusser Verlag in Darmstadt (ISBN 3-89552-014-4). Dieser Band enthält neben anderen Werken fast alle Gedichte aus „Phantasmagoria and Other Poems“.

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