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Neun Monate
Neun Monate ist eine französische Filmkomödie von Patrick Braoudé aus dem Jahr 1994. Film. Titel, Neun Monate. Originaltitel, Neuf mois.
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Überblick
„Neun Monate“ ist eine französische Filmkomödie aus dem Jahr 1994. Der 104 Minuten lange, französischsprachige Film wurde von Patrick Braoudé inszeniert und ist in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben. Im Mittelpunkt steht der Psychologe Samuel, der keine Kinder haben möchte, durch die Schwangerschaft seiner Freundin Mathilde aber mit seinen Ängsten vor Vaterschaft und Verantwortung konfrontiert wird.
Schwangerschaft und Beziehungskrise
Samuel lehnt Kinder entschieden ab, weil er in seiner psychologischen Praxis täglich mit gestörten Kindern zu tun hat. Als Mathilde ihm mitteilt, dass sie schwanger ist, fühlt er sich „mental überfordert“. Sein Freund Marc, ein überzeugter Junggeselle mit wechselnden Liebschaften, verstärkt Samuels Angst durch Horrorgeschichten über Schwangere. Auch Georges, Marcs Bruder, erscheint Samuel als abschreckendes Beispiel: Er lebt mit seiner Frau Dominique und drei Töchtern zusammen.
Samuel versucht zunächst, Mathildes Schwangerschaft geheim zu halten. Bei der Voruntersuchung im zweiten Monat begegnet das Paar jedoch Georges und Dominique. Der chaotisch wirkende Gynäkologe rät Samuel und Mathilde, ihre Katze wegzugeben, weil sie nicht gut für ein Baby sei. Samuel wehrt sich dagegen, da Mathilde versprochen hatte, dass sich durch die Schwangerschaft nichts ändern werde. Trotzdem wird die Katze abgegeben, während Mathilde nun jede Nacht unter Übelkeit leidet.
Bei der ersten Ultraschalluntersuchung treffen Samuel und Mathilde erneut auf Georges und Dominique. Nun erfahren beide Paare voneinander, dass Mathilde und Dominique schwanger sind. Samuel schafft es erst gegen Ende des dritten Schwangerschaftsmonats, Mathilde zu sagen, dass er das Kind nicht möchte. Im fünften Monat vergisst er außerdem den zweiten Ultraschalltermin und erscheint zu spät. Mathilde ist so enttäuscht, dass sie aus der gemeinsamen Wohnung auszieht. Sie kommt bei Georges und Dominique unter und weigert sich, Samuel zu sehen.
Samuel beginnt daraufhin eine Affäre mit einer jungen Kellnerin. Als er Mathilde zufällig in einem Laden wiedersieht, beendet er die Affäre. Er versöhnt sich mit Georges und plant mit dessen Hilfe eine scheinbar zufällige Begegnung mit Mathilde. Bevor es dazu kommt, wird Mathilde wegen Komplikationen ins Krankenhaus gebracht. Kurz darauf bricht auch Samuel zusammen. Die Ärzte vermuten zunächst eine Blinddarminfektion, stellen aber nur eine leichte Reizung fest. Ein Arzt schließt daraus, dass Samuel aufgrund seiner engen emotionalen Bindung Mathildes Schwangerschaft körperlich miterlebt.
Versöhnung und Geburt
Ohne Mathildes Wissen richtet Samuel die gemeinsame Wohnung bereits für das Kind ein. Dadurch überzeugt er sie schließlich davon, dass er es ernst meint. Beide versöhnen sich. Im achten Schwangerschaftsmonat entscheiden sie, ihren Sohn David zu nennen. Gemeinsam mit Georges und Dominique besuchen sie einen Geburtsvorbereitungskurs.
Samuel glaubt, die Entbindung emotional nicht durchstehen zu können, und überzeugt Georges, ihn dabei zu vertreten. Als Mathildes Fruchtblase jedoch mitten in einem Restaurant platzt, ist Georges telefonisch nicht erreichbar. Deshalb muss der völlig aufgelöste Samuel selbst mit in die Klinik. Dort werden Samuel und Mathilde in einem bereits belegten Entbindungszimmer untergebracht: Dominique bringt dort gerade mit Georges an ihrer Seite ihr Kind zur Welt. Ausgerechnet der chaotische Gynäkologe betreut die Geburten. Nach turbulenten Ereignissen werden Samuel und Georges Vater. Georges bekommt zu seinem Leidwesen seine vierte Tochter.
Entstehung und Veröffentlichung
Patrick Braoudé übernahm bei „Neun Monate“ mehrere zentrale Aufgaben: Er führte Regie, wirkte am Drehbuch mit und spielte die männliche Hauptrolle Samuel. Daniel Russo war ebenfalls am Drehbuch beteiligt. Produziert wurde der Film von Anne François und Christopher Lambert; die Musik komponierte Jacques Davidovici. Jean-Yves Le Mener führte die Kamera, Georges Klotz verantwortete den Schnitt.
Der Film trägt die Widmung „A Guila … toujours“ für Braoudés Ehefrau Guila, die ein Jahr vor Beginn der Dreharbeiten schwanger gewesen war. Der französische Kinostart war am 2. Februar 1994, in Deutschland kam der Film am 7. Juli 1994 in die Kinos. Die Videoveröffentlichung folgte am 18. September 1995. Chris Columbus drehte das US-amerikanische Remake „Nine Months“, das 1995 ins Kino kam.
Kritik und Nominierungen
Der film-dienst bezeichnete „Neun Monate“ als eine gutmütige und charmante Komödie, bemängelte aber das fehlende Tempo. Cinema hob Timing, Witz und Esprit des französischen Originals hervor und bewertete es besser als das US-Remake mit Hugh Grant.
1995 erhielt der Film zwei Nominierungen für den französischen Filmpreis César: Daniel Russo wurde als Bester Nebendarsteller und Catherine Jacob als Beste Nebendarstellerin nominiert.