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Montgelas’sche Zählung
Die Montgelas'sche Zählung (auch Montgelas-Erhebung) ist eine 1809–1811 durchgeführte statistische Erhebung und gilt als die erste umfassende Statistik im …
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Bedeutung und Ziel
Die Montgelas’sche Zählung, auch Montgelas-Erhebung genannt, war eine statistische Erhebung in den Jahren 1809 bis 1811. Sie gilt als erste umfassende Statistik des Königreichs Bayern und der angeschlossenen Gebiete. Die nach Maximilian von Montgelas benannte Erhebung sollte den neuen Fachministerien möglichst genaue Daten über ihre jeweiligen Aufgabenbereiche liefern. Künftig waren solche Erfassungen jährlich vorgesehen.
Vorbereitung und Vereinheitlichung
Frühere Erhebungen waren mangelhaft. Die Zählung Johann Nepomuk Freiherr von Dachsbergs aus den Jahren 1771 bis 1781 ist nur teilweise erhalten und erstreckte sich über zehn Jahre. Die Erhebung Joseph von Hazzis erwies sich nur eingeschränkt als brauchbar.
Die „Höchst-landesherrliche Verordnung die Einrichtung der Pfarr-Matrikel betreffend vom 31. Januar 1803“ führte deshalb einheitliche Formulare für Tauf-, Trauungs- und Sterberegister sowie Meldungen an übergeordnete Behörden ein. Diese Regelungen sollten eine verlässlichere Ermittlung der Bevölkerungszahl ermöglichen.
Am 1. Oktober 1808 wurde beim Bayerischen Staatsministerium des Königlichen Hauses und des Äußern das Statistisch-topographische Bureau eingerichtet. Es sollte eine Statistik des Landes erstellen. Gleichzeitig schuf das Innenministerium Verwaltungsstrukturen für eine umfassende Zählung und sandte Tabellenköpfe mit genau festgelegten Erhebungsmerkmalen an die General-Kreis-Kommissariate.
Erfasste Daten
Die Erhebung umfasste weit mehr als die reine Einwohnerzahl. Eingetragen wurden unter anderem:
- Orte und Gebäude
- die Volkszahl, aufgeteilt nach Geschlecht und Religion, sowie Familien- und Kinderzahl
- Geburten, Hochzeiten und Sterbefälle; Todesfälle wurden nach Alter, Geschlecht und Todesursache unterschieden
- Mineralprodukte, Ernte und Viehbestand
- Manufakturen und Fabriken
- die Zahl der Künstler, Handwerker und Kaufleute sowie Angaben zum Handel
- Ein- und Auswanderungen
- Verhaftungen, Gefängnisse, Krankenhäuser und Armenhäuser einschließlich ihrer Insassen
- Gemeindefinanzen
Durchführung und Überlieferung
Für die Erhebung gab es – wie bei den vorangegangenen Zählungen – weder einen einheitlichen Stichtag noch einen festgelegten Berichtszeitraum. Dadurch bezogen sich die Angaben nicht überall auf denselben Zeitpunkt oder dieselbe Zeitspanne.
Insgesamt entstanden 438 handgeschriebene Folio-Bände. Sie enthalten umfangreiche Daten für 1809/10 und 1811/12 sowie Nachträge für die neu erworbenen Territorien Aschaffenburg aus 1814/15 und Würzburg aus 1815/16. Die Bände sind heute in der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek einsehbar.
Auswertung und Ende des Büros
Die Daten wurden im 1808 gegründeten Statistischen Bureau unter Joseph Ernst von Koch-Sternfeld ausgewertet. Das Büro wurde 1817 wieder aufgelöst. Dies geschah gleichzeitig mit der Entlassung Montgelas’ als zuständigem Minister.