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Monte-Rosa-Hütte

Der Wasserkreislauf für Toilettenanlage, Kläranlage und Waschmaschine wurde ebenso optimiert wie die intelligente und vernetzte Haustechnik. Für …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Zugang und Anforderungen
  3. 3. Entwicklung der früheren Hütte
  4. 4. Neue Hütte und nachhaltige Technik
  5. 5. Tourenziele und Karten

Überblick und Lage

Die Monte-Rosa-Hütte ist eine Berghütte der Sektion Monte Rosa des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) im Monte-Rosa-Massiv der Walliser Alpen. Sie liegt auf 2883 m ü. M. in der Gemeinde Zermatt im Bezirk Visp, Kanton Wallis; der Talort ist Zermatt.

Die Hütte steht am nordwestlichen Fuss des Massivs auf einem abfallenden Felsplateau namens «Plattje». Unterhalb liegt der Gornergletscher, der nach dem Gornergrat benannt ist. Die Umgebung bilden die Viertausender Castor, Pollux, Liskamm sowie das Monte-Rosa-Massiv mit der Dufourspitze. Nach Westen besteht Blick auf das Matterhorn.

Zugang und Anforderungen

Von der Bahnstation Rotenboden der Gornergratbahn erreicht man die Hütte in drei bis vier Stunden. Der Weg über den Gornergletscher ist als «weiss-blau-weiss» markierte Alpine Route signalisiert. Für die Gletschertraversierung sind Steigeisen und Seil unerlässlich. Ortsunkundigen und unerfahrenen Bergsteigern wird die Tour nur mit einem Bergführer empfohlen.

Der Rückgang des Gornergletschers machte den Hüttenweg länger und schwieriger. Der Abstieg von Rotenboden zum Gletscher und der anschliessende Aufstieg führen über steile Moränen und Felsen. Als Tagestour ist der Besuch deshalb nur für konditionell starke Berggänger geeignet. Im Winter kann man zusätzlich vom Stockhorn, das mit einem Skilift erreichbar ist, in etwa anderthalb Stunden mit Skiern zur Hütte gelangen.

Entwicklung der früheren Hütte

Die ursprüngliche Hütte wurde 1894 und 1895 als «Bétemps» mit 25 Plätzen gebaut. Sie war nach einer Familie benannt, die den Bau finanziell ermöglichte, und gehörte zunächst dem Central-Comité des SAC. Nach einer Vergrösserung im Jahr 1918 kamen 20 Unterkunftsplätze hinzu.

1929 schenkte das Central-Comité die Hütte der Sektion Monte Rosa, die mit einem Umbau begann; seitdem trug sie den Namen Monte-Rosa-Hütte. 1939/1940 entstand ein Neubau mit 86 Plätzen. 1972 wurde die Kapazität auf 146 Plätze nahezu verdoppelt, ab 1984 hatte die Hütte 160 Plätze. Damit zählte sie zu den grössten Berghütten der Schweiz.

Nach Aufnahme des Betriebs der neuen Hütte wurde die alte für über 100'000 Franken rückgebaut. Am 14. Juli 2011 sprengte eine WK-Einheit des Katastrophenhilfe-Bataillons 1 der Territorialregion 1 sie mit über 100 Kilogramm militärischem Plastiksprengstoff.

Neue Hütte und nachhaltige Technik

Zum 150-Jahre-Jubiläum der ETH Zürich wurde rund 100 Meter oberhalb der alten Hütte die neue Monte-Rosa-Hütte «Bergkristall» errichtet. Nach rund sechs Jahren Planung, darunter vier Semester Entwurf als Studierendenprojekt, und zwei Sommern Bauzeit wurde sie am 25. September 2009 eröffnet. Der reguläre Gästebetrieb begann im März 2010.

Auf einem oktogonalen Stahlbetonsockel mit 16 m Durchmesser stehen fünf Geschosse für 120 Übernachtungsgäste. Das Gebäude wurde digital geplant, mit CNC-Zuschnitt in Holzbauweise errichtet und mit Aluminium verkleidet. Es soll Energie nachhaltig nutzen: Die Photovoltaikanlage an der Südfassade hat 16 kWp und deckt nach Anfangsproblemen mithilfe von Batterien 90 Prozent des Energiebedarfs. Die Belüftung nutzt Wärmerückgewinnung. Auch Wasserkreislauf, Toilettenanlage, Kläranlage, Waschmaschine sowie die intelligente und vernetzte Haustechnik wurden optimiert. Für Schlechtwetterperioden gibt es ein mit Rapsöl und Diesel betriebenes Blockheizkraftwerk.

Die Baukosten betrugen 6,4 Millionen Franken. Der SAC steuerte 2,15 Millionen bei, der übrige Betrag kam von Gönnern und Spendern. In den fünf Jahren nach 2010 war die Hütte zudem Forschungsobjekt der ETH Zürich für Energie- und Gebäudetechnik. Ab 2014 arbeitete die überarbeitete Kläranlage wie gewünscht; bei der alten Hütte war das gesamte Abwasser ungereinigt in den Gletscher geleitet worden.

Tourenziele und Karten

Von der Hütte sind Besteigungen im Monte-Rosa-Massiv möglich, darunter Dufourspitze, Nordend, Signalkuppe, Jägerhorn, Liskamm, Castor, Pollux und Cima di Jazzi. Als alpine Wanderungen werden Wege zur Gnifetti-Hütte über das Lisjoch sowie zur Britanniahütte über den Adlerpass genannt.

Als Karten sind die Landeskarte der Schweiz Blatt 1348 Zermatt und Blatt 2515 Zermatt-Gornergrat, jeweils 1:25'000, sowie Blatt 5028T Monte Rosa - Matterhorn und Blatt 284T Mischabel, jeweils 1:50'000, aufgeführt.

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