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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Michael Riekenberg

Er veröffentlichte Arbeiten zur Geschichtskultur und zur Geschichte von Krieg und Gewalt in Lateinamerika wie auch Beiträge zur allgemeinen Gewalttheorie, so …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Forschungsprofil
  2. 2. Ausbildung und wissenschaftliche Tätigkeit
  3. 3. Gewalt, Staat und Bürgerkrieg
  4. 4. Wichtige Monographien

Forschungsprofil

Michael Riekenberg (* 30. November 1953 in Hannover) ist Historiker für vergleichende Geschichtswissenschaft und die Geschichte Lateinamerikas. Ein Schwerpunkt seiner Forschung ist Gewalt: Er untersucht sowohl Krieg und Gewalt in Lateinamerika als auch allgemeine Theorien zu Gewalt und Bürgerkrieg. Er gilt als einer der führenden Gewaltforscher zur Geschichte Lateinamerikas.

Seine Habilitationsschrift behandelte Nationbildung und Geschichtskultur im La-Plata-Raum im 19. Jahrhundert. Geschichtskultur bezeichnet dabei den gesellschaftlichen Umgang mit Geschichte und historischem Bewusstsein.

Ausbildung und wissenschaftliche Tätigkeit

Riekenberg promovierte 1984 an der Universität Hannover. 1994 habilitierte er sich an der Katholischen Universität Eichstätt mit einer Arbeit zur Geschichtskultur in der La-Plata-Region im 19. Jahrhundert. Er lebte mehrere Jahre in Guatemala und forschte dort unter anderem intensiv im Generalarchiv, dem Archiv General de Centro América.

Zeitweise vertrat er die Professur für Neuere und Neueste Geschichte an der Katholischen Universität Eichstätt. Außerdem war er Gastdozent an der Universidad de Buenos Aires und an der Universidad Católica in Santiago de Chile und hielt zahlreiche Vorträge an lateinamerikanischen Universitäten. Von 1995 bis zu seiner Pensionierung war er Professor für Vergleichende Geschichtswissenschaft und Ibero-Amerikanische Geschichte an der Universität Leipzig.

Gewalt, Staat und Bürgerkrieg

Das Buch Staatsferne Gewalt. Eine Geschichte Lateinamerikas (1500–1930) erschien 2014, wurde im April 2015 von der Jury „Geisteswissenschaften International“ ausgezeichnet und auch auf Spanisch und Englisch veröffentlicht. Es gilt als Standardwerk zur Geschichte und Gegenwart der Gewalt in Lateinamerika.

In Gewalt. Eine Ontologie (2019) entwickelt Riekenberg anhand amazonischer Kulturen eine allgemeine Gewalttheorie. Über den Bürgerkrieg (2021) entwirft eine Theorie des Bürgerkriegs; im Zentrum steht die Figur des „Störers“. Vom Sinn und Nutzen der Gewalt in Lateinamerika (2023) untersucht historische Hintergründe heutiger Gewaltexzesse, wie sie im mexikanischen Drogenkrieg sichtbar werden.

Besonders wichtig ist für Riekenberg die Geschichte des Staates in Lateinamerika. Auslassungen eines staatlichen Gewaltmonopols sowie das vom Staat tolerierte Nebeneinander verschiedener Ordnungen betrachtet er als wichtige Gründe für die Ausbreitung von Gewalttaten in öffentlichen Räumen.

Wichtige Monographien

Zu seinen weiteren Monographien gehören Geteilte Ordnungen. Eine Geschichte des Staates in Lateinamerika (2017), Caudillismus. Eine kurze Abhandlung anhand des La-Plata-Raums (2010), Kleine Geschichte Argentiniens (2009), Gewaltsegmente. Über einen Ausschnitt der Gewalt in Lateinamerika (2003), Ethnische Kriege in Lateinamerika im 19. Jahrhundert (1997), Nationbildung. Sozialer Wandel und Geschichtsbewußtsein am Río de la Plata (1810–1916) (1995) und Zum Wandel von Herrschaft und Mentalität in Guatemala. Ein Beitrag zur Sozialgeschichte Lateinamerikas (1990).

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