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Melodie exklusiv
Melodie exklusiv war der Name eines von 1971 bis 1980 laufenden Programms im österreichischen Radiosender Ö3. Geschichte.
Inhalt3 Abschnitte
Sendung und musikalisches Konzept
Melodie exklusiv war ein Radioprogramm des österreichischen Senders Ö3, das von 1971 bis 1980 ausgestrahlt wurde. Die von Alfred Komarek gestaltete und von Ingrid Gutschi und Meinrad Nell gesprochene Sendung dauerte zunächst eine halbe Stunde, später eine Stunde. Zuletzt war sie sonntagabends ab 22 Uhr zu hören.
Im Mittelpunkt stand anspruchsvollere Folk- und Folkrockmusik, die auf Ö3 sonst eher selten gespielt wurde. Zu den vertretenen Interpreten gehörten unter anderem Joan Baez, Kris Kristofferson, Leonard Cohen, Gordon Lightfoot und Phillip Goodhand-Tait. Das Lied Andrea von Fabrizio De André galt als häufig gespieltes, typisches Beispiel des bevorzugten Musikstils. Auch österreichische Gruppen wie die Milestones und die Schmetterlinge wurden vorgestellt. Die Kennmelodie war zunächst Whew von Simon & Garfunkel, später Dark is the Night von Ry Cooder.
Poetische Texte und typische Gestaltung
Zwischen den Musikstücken standen kurze Texte von Alfred Komarek. Sie waren poetisch, hintergründig, melancholisch, kokett und teilweise anzüglich. Ihre dialogische Grundstruktur hatte Komarek bereits in der Vorgängersendung Entre Nous entwickelt, die er ab 1968 gestaltete.
Anfangs behandelten die Texte unter anderem Burgen, Ufer, Türme, Bettler und Räuber. Nach der Umstellung auf Einstündigkeit im Jahr 1975 standen vor allem Geschichten von Alfred im Mittelpunkt. Alfred war das poetische Alter Ego des Autors und geriet in den Erzählungen in heitere und traurige Verwicklungen. Ein Beispiel ist Zum Beispiel Mode: Eine Begegnung, die mit einem Blumenkleid beginnt, wird in bildhafter Sprache zu einer Geschichte über das Aufblühen der Frau und die Verirrung des Mannes zwischen „Tausendschön und Himmelsschlüssel“.
Bedeutung und Wirkung
Michael Forcher beschrieb den Stil dieser Sendungen im Nachwort des Sammelbandes Spätlese als „Gedanken, Worte zum Weiterspinnen..., zum Hineinträumen, zum Sichhineinverkriechen“.
Melodie exklusiv wurde als Kultsendung wahrgenommen. Nach Forchers Einschätzung versammelte sie in den Siebziger- und frühen Achtzigerjahren regelmäßig „hunderttausende Menschen zu später Abendstunde vor den Radioapparaten“.