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Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz

An dem internationalen Forschungsinstitut wird untersucht, wie tierische Lebewesen Wissen über ihre Umwelt erwerben, speichern, anwenden und weitergeben, um …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Organisation und Entstehung
  3. 3. Standorte und Forschungsmethoden
  4. 4. Biologische Intelligenz und Forschungsschwerpunkte

Überblick

Das Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz (MPI-BI) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Max-Planck-Gesellschaft (MPG). Es betreibt Grundlagenforschung in Verhaltensökologie, Evolutionsbiologie und Neurowissenschaften. Das Institut wurde nach einem Gründungsjahr 2022 rechtlich zum 1. Januar 2023 gegründet. Es hat rund 500 Mitarbeitende aus über 50 Nationen und Standorte in Planegg-Martinsried sowie Pöcking-Seewiesen.

Untersucht wird, wie Tiere Wissen über ihre Umwelt erwerben, speichern, anwenden und weitergeben. Dies hilft ihnen, Probleme zu lösen und sich an verändernde Umweltbedingungen anzupassen. Als Modellorganismen dienen Drosophila, Zebrafische, Mäuse und verschiedene Vogelarten.

Organisation und Entstehung

Das MPI-BI ging aus dem Max-Planck-Institut für Neurobiologie und dem Max-Planck-Institut für Ornithologie hervor. Alle Gruppen und Mitarbeitenden dieser Vorgängerinstitute wurden übernommen; die beiden Institute wurden zum 1. Januar 2023 geschlossen.

Geleitet wird das Institut durch ein Direktoren-Kollegium. Einer der Direktoren übernimmt jeweils für einen bestimmten Zeitraum die Aufgabe des geschäftsführenden Direktors. Mit Stand Mai 2024 ist dies Manfred Gahr.

Standorte und Forschungsmethoden

Der naturnahe Campus Seewiesen liegt in Pöcking bei Starnberg. Dort wird Feldforschung, also Forschung an Tieren in ihrer natürlichen Umgebung, mit modernen Methoden der Verhaltensbiologie verbunden.

Am Campus Martinsried, einem Ortsteil von Planegg im Südwesten Münchens, findet überwiegend neurowissenschaftliche Forschung statt. Laborexperimente werden unter anderem mit Optogenetik, Konnektomik und maschinellem Lernen durchgeführt. Optogenetik nutzt Licht, um bestimmte Zellen gezielt zu beeinflussen. Konnektomik untersucht die Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn.

Biologische Intelligenz und Forschungsschwerpunkte

Biologische Intelligenz bezeichnet die Fähigkeit, komplexe Ziele zu erreichen. Bei Tieren kann dies durch Rechnen, Planen und Entscheiden geschehen, sowohl bei einzelnen Individuen als auch in Gruppen. Gehirne und Verhalten gelten dabei als Ergebnis der Evolution: Sie entstanden durch erfolgreiche Anpassungen an bewältigte Herausforderungen.

Das MPI-BI erforscht die Mechanismen biologischer Intelligenz auf verschiedenen Ebenen: von molekularen Wechselwirkungen bis zu ganzen Individuen und Gruppen. Besonders wichtig ist Verhalten in der natürlichen Umwelt. Die Forschung soll beispielsweise erklären, wie Organismen kommunizieren, ihre Umwelt verändern und wie soziale Interaktionen zur Bildung differenzierter Gesellschaften beitragen.

Die Arbeiten sind in fünf Forschungsabteilungen und 13 unabhängige Forschungsgruppen gegliedert. Die Abteilungen befassen sich mit Gene – Schaltkreise – Verhalten unter Herwig Baier, Evolution Sensorischer und Physiologischer Systeme unter Maude Baldwin, Synapsen – Schaltkreise – Plastizität unter Tobias Bonhoeffer, Verhaltensneurobiologie unter Manfred Gahr sowie Ornithologie unter Bart Kempenaers.

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