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Manfred Hugenschmidt
Von 1970 bis 1973 war er wegen Fachlehrermangels nebenberuflich auch als Physiklehrer am Hebel-Gymnasium Lörrach tätig. Seine weiteren Berufsstationen waren …
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Fachgebiet und Bedeutung
Manfred Hugenschmidt (* 13. August 1940 in Lörrach) ist ein deutscher Physiker, der vor allem auf dem Gebiet der Laseranwendungen und der Hochleistungsimpulstechnologie arbeitete. Dieses Fachgebiet beschäftigt sich mit der Erzeugung, Messung und technischen Nutzung sehr kurzer, energiereicher Vorgänge. Einen besonderen Schwerpunkt seiner Arbeit bildete die Lasermesstechnik, also der Einsatz von Laserlicht zur präzisen Untersuchung physikalischer Prozesse.
Hugenschmidt war Honorarprofessor an der Universität Karlsruhe und leitete am Deutsch-Französischen Forschungsinstitut Saint-Louis (ISL) die Division Optronik, Laser, Sensorik. Optronik verbindet optische und elektronische Verfahren, während Sensorik die Erfassung physikalischer Größen durch Messfühler umfasst. Durch seine Forschung, Lehre und Mitarbeit in wissenschaftlichen Organisationen trug er zur Entwicklung und Vermittlung dieser Gebiete bei.
Ausbildung und berufliche Laufbahn
Nach dem Besuch des Hans-Thoma-Gymnasiums in Lörrach legte Hugenschmidt 1959 das Abitur ab. Anschließend studierte er Nachrichtentechnik und Physik an der Universität Karlsruhe und schloss das Studium 1965 mit dem Diplom ab. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutsch-Französischen Forschungsinstitut Saint-Louis. Wegen des damaligen Fachlehrermangels unterrichtete er von 1970 bis 1973 zusätzlich nebenberuflich Physik am Hebel-Gymnasium Lörrach.
1970 promovierte er an der Universität Karlsruhe zum Dr.-Ing. Seine Dissertation behandelte die Thermalisierung laserinduzierter Plasmen. Ein Plasma ist ein Zustand, in dem ein Gas teilweise oder vollständig aus geladenen Teilchen besteht; „laserinduziert“ bedeutet, dass es durch die Einwirkung eines Lasers erzeugt wird. Die Thermalisierung bezeichnet dabei den Übergang zu einer thermischen Gleichgewichtsverteilung.
1973 wurde Hugenschmidt an der Universität Karlsruhe Lehrbeauftragter für „Ausgewählte Kapitel der Lasermesstechnik“. 1978 übernahm er am ISL die Leitung des Departements Elektronik und Quantenelektronik sowie der Arbeitsgruppe Laseranwendungen, Hochleistungsimpulstechnologie. 1987 wurde er zum Honorarprofessor der Universität Karlsruhe ernannt, und zwar an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnologie beim Institut für Photonik und Quantenmechanik (IPQ). Nach insgesamt 40 Jahren am ISL trat er 2005 in den Ruhestand. Er lebt mit seiner Ehefrau Renate in Lörrach.
Wissenschaftliche Aufgaben und Auszeichnung
Neben seiner Tätigkeit in Forschung und Lehre übernahm Hugenschmidt zahlreiche Aufgaben in wissenschaftlichen Fachorganisationen. Von 1977 bis 1989 leitete er nebenberuflich den Fachausschuss Kurzzeitphysik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Die Kurzzeitphysik untersucht sehr schnell ablaufende physikalische Vorgänge und benötigt dafür besondere Aufnahme- und Messverfahren.
1980 wurde er deutscher Delegierter der Internationalen Kongresse über Hochgeschwindigkeits-Photographie und Photonik. Photonik befasst sich mit der Erzeugung, Übertragung, Verarbeitung und Messung von Licht. Außerdem führte er den Vorsitz im internationalen Preiskomitee zur Vergabe der Hubert-Schardin-Goldmedaille der DPG und gehörte dem internationalen Organisationskomitee an.
1989 war Hugenschmidt Gründungsmitglied der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Lasertechnik (WLT), die für Forschung und Technologietransfer einflussreich ist. Seit 1992 wirkte er als Gutachter in Kommissionen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und beurteilte Anträge an deren Förderungsprogramm. 2006 und 2012 war er Gutachter in den ersten beiden Tranchen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. 1996 erhielt er von der International Society for Optical Engineering (SPIE) den Harold Edgerton Award.
Veröffentlichungen
Hugenschmidt verfasste mehr als 60 interne Berichte des ISL sowie zahlreiche Beiträge für internationale Fachzeitschriften, Konferenzbände und Bücher. Zudem hielt er Vorträge auf internationalen Tagungen in Europa, den USA, Russland, Japan und China.
Zu seinen ausgewählten Fachveröffentlichungen gehören:
- 1981 das Kapitel „Light Sources and Recording Methods“ im Band „Fluid Dynamics“ der Reihe „Methods of Experimental Physics“, herausgegeben von R. Emrich bei Academic Press Inc. in New York.
- 1983 das Kapitel „Laser Photographic and Cinematographic Applications to the Investigation of Transient Phenomena“ in „Fast Electrical and Optical Measurements“, NATO-ASI-Series-E Nr. 108, herausgegeben von J. E. Thompson und L. Luessen.
- 2006 die Herausgabe des Fachbuchs „Lasermesstechnik, Diagnostik der Kurzzeitphysik“ im Springer Verlag.
- 2007 die Kapitel „Gasdynamical Lasers“ und „Chemical Lasers“ im Landolt-Börnstein-Nachschlagewerk „Advanced Materials and Technologies“, Volume 1 „Laser Physics and Application“, Subvolume B „Laser Systems“.
2013 veröffentlichte er außerdem die Festschrift „1250 Johr Stette 763–2013; Lörrach-Stetten & Lörrach-International“ zum Jubiläum des Lörracher Ortsteils Stetten.