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Man muss mich nicht lieben
Man muss mich nicht lieben (Originaltitel: Je ne suis pas là pour être aimé) ist eine französische Tragikomödie von Stéphane Brizé aus dem Jahr 2005.
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Überblick
Man muss mich nicht lieben ist eine französische Tragikomödie von Stéphane Brizé aus dem Jahr 2005. Der Originaltitel lautet Je ne suis pas là pour être aimé. Der Film ist 90 Minuten lang und wurde auf Französisch gedreht. Das Drehbuch schrieben Stéphane Brizé und Juliette Sales.
Im Mittelpunkt steht Jean-Claude Delsart, gespielt von Patrick Chesnais. Er arbeitet als Gerichtsvollzieher und lebt in einem sehr geregelten, einsamen Alltag. Wichtig für das Verständnis des Films sind seine schwierige Beziehung zu seinem Vater, seine berufliche Routine und die Begegnung mit Françoise Rubion, die durch einen Tangokurs in sein Leben tritt.
Handlung
Jean-Claude Delsart ist geschieden und arbeitet gemeinsam mit seinem Sohn Jean-Yves als Gerichtsvollzieher. Von seiner Kanzlei aus beobachtet er manchmal die Menschen in einer Tanzschule gegenüber. An den Wochenenden besucht er seinen Vater im Altersheim. Diese Besuche sind belastend, weil der Vater eigensinnig ist, das Pflegepersonal schikaniert und Jean-Claude Vorwürfe macht, obwohl Jean-Claude als einziges seiner Kinder noch Kontakt zu ihm hat.
Bei einem Arztbesuch wird Jean-Claude geraten, sich mehr zu bewegen. Er würde gern wieder Tennis spielen, wie in seiner Jugend, doch der Arzt rät ihm davon ab. Deshalb meldet er sich in der Tanzschule gegenüber zu einem Tangokurs an.
Dort lernt Jean-Claude die etwa 20 Jahre jüngere Françoise Rubion kennen. Sie besucht den Kurs, weil sie sich auf ihre Hochzeit mit dem Gymnasiallehrer Thierry vorbereitet. Thierry nimmt ein Sabbatjahr, um ein Buch zu schreiben, begleitet Françoise aber nicht zur Tanzstunde. Deshalb tanzt sie mit Jean-Claude. Die beiden treffen sich auch außerhalb der Tanzschule. Françoise sagt Jean-Claude zunächst nicht, dass sie bald heiraten will.
Durch die Bekanntschaft mit Françoise beginnt Jean-Claude aufzublühen. Er spricht mit seinem Vater über seine Kindheit und über seine alten Tennispokale. Der Vater behauptet, er habe die Pokale weggeworfen. Gleichzeitig bekommt Françoise immer mehr Zweifel an ihrer Beziehung zu Thierry und fühlt sich stärker zu Jean-Claude hingezogen.
Als Jean-Claude durch einen missgünstigen Tanzschüler von Françoises bevorstehender Heirat erfährt, ist er verletzt und besucht den Tanzkurs nicht mehr. Nach einem weiteren Streit im Altersheim bricht er auch den Kontakt zu seinem Vater ab. Seinem Sohn rät er, den Beruf zu wechseln, weil er merkt, dass dieser lieber als Gärtner arbeiten möchte. Später erfährt Jean-Claude vom Tod seines Vaters. Beim Ausräumen von dessen Zimmer findet er seine Tennispokale wieder. Am Ende geht Jean-Claude erneut in die Tanzschule und tanzt mit Françoise einen Tango.
Bewertung durch Kritiken
Das Lexikon des internationalen Films beschreibt den Film als Tragikomödie, die in den Hauptrollen „grandios besetzt und gespielt“ sei. Hervorgehoben wird, dass sich der Film stark auf die Personen und ihre oft ratlosen Gesichter konzentriert. Er wird als „heiter-melancholische Fingerübung“ über Sprachlosigkeit und die Unfähigkeit zur Kommunikation bezeichnet. Auch die Nebenrollen werden als präzise geschrieben und gespielt bewertet.
Prisma betont besonders Patrick Chesnais’ Darstellung der Hauptfigur. Obwohl Jean-Claude als „Langeweiler“ erscheine, wirke der Film spannend. Chesnais fülle die leblos wirkende Figur mit großer Authentizität. Laut Prisma drücken Blicke und kleine Gesten mehr aus als viele Worte. Zugleich wird eingeschränkt, dass Stéphane Brizés Spielfilmdebüt nicht perfekt sei und manche Szenen noch hätten geschliffen werden können. Insgesamt wird der Film aber als interessant und stark in Mimik und Symbolik bewertet.
Auszeichnungen
Der Film war 2005 in der Kategorie Bester Film beim San Sebastian Film Festival nominiert.
Patrick Chesnais erhielt für seine Rolle Nominierungen für den César 2006 und den Europäischen Filmpreis 2006.