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Looping the Loop
Looping the Loop ist ein 1928 entstandenes, international besetztes deutsches Stummfilm-Liebesdrama aus der Welt des Zirkus. Unter der Regie von Arthur …
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Überblick und Einordnung
Looping the Loop, mit dem Untertitel Die Todesschleife, ist ein deutscher Stummfilm aus dem Jahr 1928. Der Film ist ein Liebesdrama aus der Welt des Zirkus und wurde von Arthur Robison inszeniert. Er entstand als international besetzte Produktion: Werner Krauß aus Deutschland spielte den Clown Botto, Jenny Jugo aus Österreich die Blanche Valette, Warwick Ward aus England den Artisten André Melton und Gina Manès aus Frankreich die Kunstschützin Hanna.
Der Film spielt im Zirkusmilieu und verbindet eine Liebesgeschichte mit dem Motiv eines Clowns, der äußerlich komisch wirkt, innerlich aber unter Kummer leidet. Zentral ist Bottos Angst, von Frauen wegen seines Berufs nicht ernst genommen zu werden. Der Titel bezieht sich auf eine gefährliche Zirkusnummer, die „Todesschleife“ oder „Looping the Loop“, bei der es im Film zu einem tödlichen Unfall kommt.
Handlung
Botto ist ein berühmter und sehr guter Zirkusclown. Trotz seines Erfolgs ist er Frauen gegenüber unsicher und scheu. Der Grund liegt in einer früheren Erfahrung: Ein Mädchen, das er liebte, hatte ihn wegen seines Berufs ausgelacht. Deshalb glaubt Botto, als Clown bei Frauen keine Chance zu haben.
Ganz anders ist André, ein junger und attraktiver Artist. Er ist ein Frauenheld und hat zurzeit eine Beziehung zu Hanna, einer Kunstschützin im Zirkus. Eines Tages lernt André die junge Blanche Vallette kennen, die nicht aus der Zirkuswelt stammt. Blanche interessiert sich für André, missversteht aber die Situation und hält Hanna für seine Geliebte. Daraufhin bricht sie zusammen.
Botto findet Blanche bewusstlos auf der Straße, kümmert sich um sie und bringt sie nach Hause. Er gewinnt schnell das Vertrauen ihrer Familie und lernt ihre Eltern kennen. Weil er wegen seiner alten Verletzung nicht als Clown erkannt werden will, gibt er sich als Ingenieur aus. Er macht Blanche viele Geschenke und denkt sogar an eine Heirat.
Nach einigen Monaten besucht Blanche den Zirkus, in dem Botto und André auftreten. André bemerkt sie sofort und versucht, sie mit seinem Charme für sich zu gewinnen. In der Pause kommt Hanna dazu und macht André eine Eifersuchtsszene. Auch zwischen Blanche und Botto kommt es zum Streit. Blanche läuft zunächst weg, kehrt dann aber zu André zurück, der sie geschickter umwirbt als Botto.
Bei einer großen Vorstellung in London tritt Blanche zusammen mit André in einer Loopingnummer auf. Während der Todesschleife kommt es zu einem schweren Unglück: André stürzt aus großer Höhe ab und stirbt. Botto ist zur selben Zeit anwesend und wartet in voller Clownskostümierung und Maskierung auf seinen eigenen Auftritt. Er eilt zu Blanche und hilft ihr. Weil Blanche ihn mit der Clownsbemalung nicht erkennt, weiß sie nicht, dass ihr Retter Botto ist. Als sie ihm ihr Herz ausschüttet, versteht Botto, dass sie ihn aufrichtig liebt, unabhängig von seinem Beruf. Nachdem er abgeschminkt vor ihr steht, erkennt Blanche ihn und bittet um Verzeihung. Am Ende können beide gemeinsam in die Zukunft gehen.
Herstellung und Veröffentlichung
Looping the Loop entstand im Januar und Februar 1928. Die Atelieraufnahmen wurden in den UFA-Ateliers in Neubabelsberg gedreht, die Außenaufnahmen in London. Produzent war Gregor Rabinowitsch, der auch als Produktionsleiter genannt wird. Das Drehbuch schrieben Robert Liebmann und Arthur Robison. Die Musik stammte von Artur Guttmann, die Kamera führte Carl Hoffmann.
Der Film passierte am 24. Mai 1928 die Zensur. Seine Uraufführung fand am 15. September 1928 zur Eröffnung des UFA-Theaters Universum am Lehniner Platz in Berlin statt. In Wien lief der Film am Neujahrstag 1929 an.
In Deutschland hatte der Film sechs Akte, in Österreich acht Akte. Die deutsche Fassung umfasste 3347 Meter, die österreichische etwa 2700 Meter. Der Film wurde in Deutschland mit Jugendverbot belegt. Die Filmbauten entwarfen Robert Herlth und Walter Röhrig. Max Wogritsch war Aufnahmeleiter, Erich Holder arbeitete als Regieassistent.
Zeitgenössische Kritiken
Die Kritiken betonten vor allem die Figur des Clowns Botto und die Darstellung durch Werner Krauß. Die Lichtbild-Bühne schrieb am 17. September 1928, Botto sei „vorzüglich gezeichnet“ und zeige einen Typus aus dem Zirkusleben mit Erfolgen in der Manege und „Kummer im Herzen“. Werner Krauß verkörpere den Clown so überzeugend, „wie sie wohl besser nicht gedacht werden kann“. Zugleich wurden mögliche Schwächen bei der Kameraarbeit und Warwick Wards Darstellung erwähnt.
Ernst Jäger schrieb im Film-Kurier vom 17. September 1928, die Lebendigkeit des Films gehe besonders von den vielen Artisten und dem Zirkusbetrieb aus. Er sah darin eine starke Schauwirkung: Japaner am Trapez, Elefanten, Pferde und Girls vermittelten Zirkusatmosphäre. Kritisch meinte er jedoch, das Auge habe „zum Schauen genug – zum Erleben zu wenig“. Werner Krauß wirke für ihn teilweise zu sehr wie ein Theaterschauspieler vor der Kamera.
Siegfried Kracauer kritisierte in der Frankfurter Zeitung vom 11. November 1928 die Grundidee des Films als „etwas fragwürdig“: Die Handlung beruhe darauf, dass ein Clown bei Frauen kein Glück habe, weil Frauen über ihn lachen müssten. Er fand, Regisseur Arthur Robison habe sich zwar um ein reiches Milieu bemüht, übertreibe aber nicht selten. Positiv hob Kracauer einzelne Szenen hervor, besonders eine Traumszene mit dem verkleinert wirkenden Gerüst der Todesschleife. Für ihn wurde der Film vor allem durch Werner Krauß gerettet, der Botto „wundervoll zart und mit melancholischer Anmut“ spiele.
Die Österreichische Film-Zeitung lobte Robisons Regie stark. Sie sprach von spannenden und interessanten Bildfolgen und sah eine „seltene Beherrschung des Milieus und der Menschen“. Auch hier wurde Werner Krauß als überragend in der Hauptrolle bewertet. Außerdem wurde die Photographie als technisch meisterhaft hervorgehoben.
Paimann’s Filmlisten beschrieb den Film als typische Zirkusgeschichte, verbunden mit dem Bajazzo-Motiv, also dem Motiv des traurigen Clowns. Die Ausführung wurde als flüssig und gefällig bezeichnet. Kritisiert wurde, dass das Sujet nicht seine volle Wirkung erreiche, unter anderem wegen der nach Ansicht der Kritik spärlichen mimischen Ausdruckskraft von Jenny Jugo. Positiv genannt wurden die Zirkusbilder, die Regieführung und die Photographie.