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Lieblose Legenden

Lieblose Legenden ist der Titel einer Sammlung von Kurzgeschichten des deutschen Schriftstellers Wolfgang Hildesheimer. Die Buchausgabe erschien erstmals 1952 …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Entstehung und Ausgaben
  2. 2. Reihenfolge der 26 Kurzgeschichten
  3. 3. Themen und Erzählweise
  4. 4. Zeichnungen in den Buchausgaben

Entstehung und Ausgaben

Lieblose Legenden ist eine Sammlung von Kurzgeschichten des deutschen Schriftstellers Wolfgang Hildesheimer. Die Geschichten setzen sich überwiegend satirisch mit kulturellen Themen auseinander und untersuchen, wie Kultur aufgenommen und im Kulturbetrieb behandelt wird.

Die erste Buchausgabe erschien 1952 in der Deutschen Verlags-Anstalt; 1956 folgte eine zweite Ausgabe im Diogenes Verlag. Zuvor waren die Geschichten in deutschen Zeitungen veröffentlicht worden. Die erste war Der Kammerjäger, die am 25. März 1950 in der Süddeutschen Zeitung erschien.

In den folgenden zwei Jahren wurden 21 weitere Kurzgeschichten veröffentlicht, größtenteils als Erstdruck in der Neuen Zeitung. Bis 1962 schrieb Hildesheimer vereinzelt weitere Legenden. 1962 erschien im Suhrkamp Verlag eine neue Zusammenstellung, in der Texte teilweise überarbeitet oder neu aufgenommen wurden; andere Geschichten wurden nicht mehr berücksichtigt. Erst 1983 veröffentlichte Suhrkamp alle 26 Geschichten des Zyklus. Die Ausgabe gehört zur Bibliothek Suhrkamp und trägt die Bandnummer 84. 2008 erschien im Patmos Verlag ein Hörbuch mit Mechthild Großmann als Sprecherin.

Reihenfolge der 26 Kurzgeschichten

Für die vollständige Ausgabe von 1983 ordnete Hildesheimer die 26 Kurzgeschichten in dieser Reihenfolge an:

  • Der hellgraue Frühjahrsmantel
  • Eine größere Anschaffung
  • Warum ich mich in eine Nachtigall verwandelt habe
  • Die Suche nach der Wahrheit
  • Ich schreibe kein Buch über Kafka
  • Ich finde mich zurecht
  • Bildnis eines Dichters
  • Weyerswyl als Symptom
  • Die zwei Seelen
  • Gregor Rutz und der Existentialismus
  • Der Tod meines Handlungsreisenden
  • Das Gastspiel des Versicherungsagenten
  • Das Atelierfest
  • Aus der Laufbahn meines Pudels Cassius
  • Meine Erlebnisse im Zeitalter der Ausrufe
  • Begegnung auf der Kurpromenade
  • Das Märchen vom Riesen
  • Die Dachwohnung
  • Der Urlaub
  • Das Ende einer Welt
  • 1956 – ein Pilzjahr
  • Westcottes Glanz und Ende
  • Aus meinem Tagebuch
  • Ich trage eine Eule nach Athen
  • Der Brei auf unserem Herd
  • Schläferung

Themen und Erzählweise

Auf der inhaltlichen Ebene behandelt die Sammlung vor allem kulturelle Themen. Ein großer Teil der Geschichten betrachtet in satirischer Form die Rezeption von Kultur, also ihre Aufnahme und Bewertung, sowie den Kulturbetrieb selbst. Außerdem werden einzelne Formen dessen untersucht, was allgemein als Geistes- und Kulturgut gilt.

Zu den wichtigsten erzählerischen Mitteln gehören Ironie und die Darstellung skurriler Szenerien und Ereignisse. Diese Situationen können ins Surreale, also in eine traumhaft unwirkliche oder nicht logisch erklärbare Wirklichkeit, abdriften. Als Beispiel nennt der Artikel Das Ende einer Welt. Hildesheimer nimmt in den Lieblosen Legenden außerdem Motive vorweg, die später in seinen Werken wiederkehren, besonders in seinen Bühnenstücken, die dem Absurden Theater zugeordnet werden.

Zeichnungen in den Buchausgaben

Paul Flora fertigte zu vielen der Lieblosen Legenden Zeichnungen an. Diese Illustrationen wurden in die Buchausgaben aufgenommen und ergänzen die Kurzgeschichten bildlich.

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