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Kristendom, religion, livssyn og etikk

Kristendom, religion, livssyn og etikk (kurz KRLE, deutsch: Christentum, Religion, Lebensanschauung und Ethik) ist ein in Norwegen verpflichtendes …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Bedeutung des Faches
  2. 2. Einführung als KRL und Menschenrechtskonflikt
  3. 3. RLE und Gleichstellung der Inhalte
  4. 4. Rückkehr des Christentums im Namen und im Lehrplan

Gegenstand und Bedeutung des Faches

Kristendom, religion, livssyn og etikk (KRLE; deutsch: Christentum, Religion, Lebensanschauung und Ethik) ist ein verpflichtendes Unterrichtsfach in der zehnjährigen norwegischen Grundschule. Es vermittelt Wissen und Verständnis über das Christentum sowie über andere Religionen und Lebensanschauungen. Dabei werden auch ethische Reflexion und Fragen des Zusammenlebens behandelt. Die Inhalte sollen im lokalen, nationalen und globalen Maßstab betrachtet werden.

Der genaue Inhalt und der Name des Faches waren und sind politisch umstritten. Ein zentraler Streitpunkt ist das Verhältnis zwischen der besonderen Bedeutung des Christentums in Norwegen und dem Anspruch, verschiedene Religionen und Lebensanschauungen gleichberechtigt und ohne religiöse Verkündigung zu unterrichten.

Einführung als KRL und Menschenrechtskonflikt

Im Herbst 1997 wurde Kristendomskunnskap med religions- og livssynsorientering (KRL; Christentumskunde mit Religions- und Lebensanschauungsorientierung) eingeführt. Es ersetzte die Fächer kristendomskunnskap und livssynskunnskap. Von Anfang an wurde darüber diskutiert, ob KRL verpflichtend sein sollte und ob Schülerinnen und Schüler von Teilen befreit werden könnten, die möglicherweise „verkündend“ wirken. Humanistische, jüdische, muslimische und buddhistische Vertreter kritisierten das Fach, weil sie eine staatlich aufgezwungene christliche Indoktrination befürchteten.

Eine Evaluierung zeigte, dass die Möglichkeit einer nur teilweisen Unterrichtsbefreiung in der Praxis schlecht funktionierte. Sieben Familien klagten deshalb gegen den norwegischen Staat mit dem Ziel einer vollständigen Befreiung, verloren jedoch vor allen norwegischen Rechtsinstanzen. Vier Familien wandten sich anschließend an den UN-Menschenrechtsausschuss, drei an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Der UN-Menschenrechtsausschuss stellte im November 2004 fest, dass die Regelung zur teilweisen Befreiung den Menschenrechten widerspreche. Im Juni 2005 beschloss das norwegische Parlament, den verkündenden Charakter des Faches zu verringern. Der Name wurde in Kristendoms-, religions- og livssynskunnskap geändert, und das Fach wurde vom christlichen Zweckbindungsparagraphen der Schule gelöst. Der neue Lehrplan sah vor: 55 Prozent Christentum, 25 Prozent andere Religionen und Lebensanschauungen sowie 20 Prozent Philosophie und Ethik.

Das Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte begann am 6. Dezember 2006. Der Gerichtshof prüfte, ob KRL einen indoktrinierenden Charakter hatte und ob die bestehenden Befreiungsregelungen ausreichten. Im Juni 2007 entschied er, dass KRL in der seit 1997 bestehenden Form gegen die Menschenrechte verstieß, weil Schülerinnen und Schüler keine vollständige Befreiung erhalten konnten.

RLE und Gleichstellung der Inhalte

Ab dem Schuljahr 2008/2009 ersetzte Religion, livssyn og etikk (RLE; Religion, Lebensanschauung und Ethik) das bisherige Fach. Die Regierung Stoltenberg II hatte nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im August 2007 eine grundlegende Umgestaltung angekündigt.

Die einzelnen Religionen und Lebensanschauungen sollten im Lehrstoff keine qualitativen Unterschiede mehr erfahren. Im Dezember 2007 kündigte die norwegische Regierung an, alle Religionen gleichzustellen und den zeitlichen Mindestanteil von 55 Prozent für christliche Lehre zu streichen. Damit sollte das Fach weniger verkündend und stärker auf gleichberechtigte Wissensvermittlung ausgerichtet werden.

Rückkehr des Christentums im Namen und im Lehrplan

Im Oktober 2014 kündigte Bildungsminister Torbjørn Røe Isaksen von der konservativen Partei Høyre an, RLE in Kristendom, religion, livssyn og etikk (KRLE) umzubenennen. Die Umbenennung war Bestandteil der Zusammenarbeitsvereinbarung der Minderheitsregierung Solberg mit Venstre und Kristelig Folkeparti (KrF) und wurde vor allem von der KrF vorangetrieben. In dieser Vereinbarung stand außerdem, dass mindestens 55 Prozent der Unterrichtszeit auf den Bereich Christentum entfallen sollten.

Ein Vorschlag des Bildungsministeriums vom März 2015 sah dagegen vor, etwa die Hälfte der Unterrichtszeit für das Christentum zu verwenden. Isaksen begründete den größeren Anteil mit der wichtigen Rolle des Christentums in der norwegischen Kultur und Geschichte. Die Formulierungen „mindestens 55 Prozent“ und „etwa die Hälfte“ gehören daher zu unterschiedlichen politischen beziehungsweise planerischen Angaben.

Der neue Name wurde im August 2015 eingeführt. Nach § 2–4 des norwegischen Schulgesetzes zum Unterricht in KRLE darf das Fach nicht missionarisch oder verkündend sein. Am 1. August 2020 begann schrittweise die Einführung eines neuen Lehrplans. Dieser schreibt vor, dass KRLE Wissen und Verständnis über das Christentum, andere Religionen und Lebensanschauungen im lokalen, nationalen und globalen Maßstab vermitteln soll. Außerdem gehört ethische Reflexion zu den Unterrichtszielen.

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