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Kontextsensitivität (Informatik)

Kontextsensitivität (auch: Kontextabhängigkeit, englisch context awareness) bezeichnet das Verhalten von Anwendungsprogrammen, die Informationen über ihren …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundprinzip und Ziel
  2. 2. Unterformen und Kontextkategorien
  3. 3. Nutzungsarten kontextabhängiger Systeme
  4. 4. Verfügbare Systeme und Spiele

Grundprinzip und Ziel

Kontextsensitivität, auch Kontextabhängigkeit oder englisch context awareness, bezeichnet das Verhalten von Anwendungsprogrammen, die Informationen über ihren Kontext, also ihre Umgebung, verwenden, um ihr Verhalten daran anzupassen. Besonders häufig betrifft diese Anpassung die Benutzerschnittstelle.

Die Grundlage bilden Informationen aus unterschiedlichen Quellen oder Sensoren. Aus diesen Informationen zieht das System Schlüsse über den aktuellen Kontext. Kontext ist dabei „jegliche Information, die genutzt werden kann, um die Situation einer Entität zu charakterisieren.“ Häufig werden die Zeit und der Ort von Personen berücksichtigt. Ein Kontextmodell kann jedoch beliebige weitere Aspekte enthalten, wenn dafür geeignete Quellen oder Sensoren vorhanden sind. Beispiele sind Archivdaten, Vitalwerte von Personen, die Temperatur einer Umgebung oder die Beziehungen zwischen Personen.

Ziel kontextsensitiver Anwendungen ist ein höherer Nutzwert als bei klassischen Anwendungen. Das System soll sich also an die jeweilige Situation anpassen und dadurch passendere Funktionen oder Informationen bereitstellen.

Unterformen und Kontextkategorien

Zu den Unterformen der Kontextsensitivität gehören:

  • Change Awareness: das Bewusstsein für Änderungen des Datenbestandes.
  • Collaboration Awareness: das Bewusstsein für den Einsatzzweck „Anwendung für Gruppenarbeit“.
  • Gaze Awareness: das Bewusstsein für die Blickrichtung des Benutzers.
  • Location Awareness: das Bewusstsein für den Standort, also Ortsabhängigkeit.
  • Security Awareness: das Bewusstsein beziehungsweise die Sensibilität der IT-Nutzer für Belange der Informationssicherheit.

Für die Kontextmodellierung bei der Entwicklung webbasierter Systeme wurde eine Einteilung in die Kategorien Benutzer und Rolle, Aufgabe, Ort, Zeit und Gerät als zweckmäßig vorgeschlagen.

Nutzungsarten kontextabhängiger Systeme

Kontextinformationen können in einem System auf verschiedene Arten eingesetzt werden:

  • Als Auslöser für Funktionen: Ein System kann beispielsweise einen Alarm auslösen, wenn zulässige Vitalwerte überschritten werden.
  • Zur Anreicherung von Dokumenten oder Ressourcen: Bilder können automatisch mit einem Zeit- und Ortsstempel versehen werden.
  • Zur Parametrisierung von Funktionen: Mithilfe des Kontextmodells lassen sich etwa alle Personen ermitteln, die sich im selben Raum befinden. Diese Information kann für einen raumabhängigen Mail-Verteiler genutzt werden.
  • Zur Visualisierung: Das System kann Kontextinformationen anzeigen und sie dem Nutzer zur Information zur Verfügung stellen.

Kontextinformationen wirken somit entweder unmittelbar auf Systemfunktionen, ergänzen vorhandene Inhalte, bestimmen Parameter oder werden direkt dargestellt.

Verfügbare Systeme und Spiele

Derzeit verfügbare kontextabhängige Systeme konzentrieren sich vor allem auf den Ortsaspekt. Sie realisieren ortsabhängige Dienste, sogenannte Location based services (LBS). Mithilfe von Ortssensoren wie GPS oder der Zellortung von Mobilfunkgeräten stellen diese Dienste Informationen oder Angebote bereit, die im Umkreis des Nutzers nützlich sind. LBS sind jedoch nur ein Spezialfall der Kontextsensitivität. Komplexere kontextabhängige Systeme existieren derzeit hauptsächlich in Forschungslaboren einschlägiger Universitäten und Institute.

In Video- und Computerspielen wird Kontextsensitivität besonders dort eingesetzt, wo nur wenige Tasten zur Verfügung stehen, etwa bei Computer-Mäusen, Gamepads und Joysticks. Bestimmte Tastenfunktionen werden nur aktiviert, wenn die zugehörige Aktion zur aktuellen Spielsituation passt. Die Aktion, mit der die Spielfigur Nicht-Spieler-Charaktere anspricht, erscheint beispielsweise erst, wenn sie sich in deren Nähe befindet. Die möglichen Aktionen werden meist auf dem Bildschirm angezeigt.

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