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Kastensystem in Sri Lanka
Das Kastensystem in Sri Lanka ist ein System der sozialen Schichtung, die vom alten Ceylon bis in die Kolonialzeit und später existierte.
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Überblick und Bedeutung
Das Kastensystem in Sri Lanka ist eine Form sozialer Schichtung, die vom alten Ceylon über die Kolonialzeit bis in die Gegenwart bestand. Seine Spuren seien noch heute sichtbar, im Vergleich zu Indien habe es im Alltag jedoch in mancher Hinsicht eine geringere Bedeutung. Der Artikel weist zugleich darauf hin, dass wichtige Informationen zu den Singhalesen fehlen.
Es gibt parallele Kastensysteme bei Singhalesen, Sri-Lanka-Tamilen, indischen Tamilen und ansatzweise bei muslimischen Moors. Mindestens drei große Systeme werden genannt: das singhalesische, das der Sri-Lanka-Tamilen und das der indischstämmigen Tamilen. Je nach Region unterscheiden sich daher die Kastenordnungen. Die tamilische Gemeinschaft Sri Lankas wird wegen der geringeren Bedeutung des Systems von Indern teilweise als „kastenlos“ oder „kastenblind“ betrachtet.
Grundvorstellung und Rangordnung
Nach der dargestellten Legende gab es in vorgeschichtlicher Zeit vier Stämme: Deva, Naga, Yaksha und Raksha. Deva lebten in östlichen Berggebieten, Naga an der Westküste und Yaksha im Nordwesten. Nach der Ankunft König Vijayas sei das Kastensystem nach indischer Ideologie entstanden.
Ein Hindu wird bei der Geburt der Kaste seiner Eltern zugeordnet und bleibt nach dieser Darstellung lebenslang daran gebunden; als einziger Ausweg wird die Konversion aus der Religion genannt. Das System teile Menschen in fünf klassifizierte Standesgruppen ein und folge einer strikten Rangordnung. Diskriminierung aufgrund der Kastenzugehörigkeit ist laut Artikel nach moderner indischer und sri-lankischer Verfassung verboten.
Seit mehr als 2500 Jahren sei das Kastensystem eine bestimmende Sozialstruktur gewesen. Es werde dem einheimischen Volk, den Ariern, zugeschrieben und diene der Einteilung der Gesellschaft in Klassen. Es ähnele Systemen in Kontinentalindien, habe aber einen niedrigeren Alltagswert. In Religion und Politik bleibe seine Bedeutung präsent, auch in symbolischer Form. Der Artikel beschreibt die Sicherung der Macht einer herrschenden Elite als mögliche Funktion und vergleicht dies mit dem Feudalismus in Europa.
Tamilische Kasten und Berufsgruppen
In tamilischen Gebieten werden heute drei Hauptkasten genannt: Bhramanar, Vellalar und Karaiyar. Sie gliedern sich weiter in viele Unterkasten. Zu den bekannteren Kasten zählen außerdem Koviyar, Pallar, Nalavar und Parayar. Bhramanar sind Priesterfamilien. Vellalar gelten als höchste Schicht der normalen Bevölkerung, gefolgt von Karaiyar.
Unterkasten richten sich vor allem nach Arbeit und Beruf. Beispiele sind Tachar für Holzarbeiter, Kujavar für Töpfer und Ampaddar für Friseure. Im Norden dominiert meist die Vellalar-Kaste; in Seeregionen überwiegen Karaiyar, denen rituelle Überlegenheit zugeschrieben wird. An der Ostküste dominieren Fischerkasten und gelten, außer gegenüber Vellalars, als rituell überlegen. Mukkuvars werden im Norden als sehr niedrig eingeordnet, stehen im Osten dagegen fast an der Spitze.
Als Beispiele nördlicher Kasten nennt der Artikel Karaiyar als Seeleute und Küstenlandbesitzer, Koviar als traditionelle Landwirte und Tempelarbeiter, Nalavar als Palmweinsammler, Pallar/Mallar als Landwirtschaftsarbeiter, Paraiyar als Begräbnistrommler, Piramanar/Iyer/Brahmin als hohe Kaste sowie Saiva Kurukkal als nicht-brahmanische Priester. Mehrere Gruppen seien mit anderen Kasten fusioniert oder nicht mehr auffindbar.
Nördliche und östliche Sondergruppen
Im Norden gibt es die besondere Kategorie Kudimakkal. Dazu zählen unter anderem Navidar beziehungsweise Ampattar als Friseure, Koller als Schmiede, Tattar als Goldschmiede, Thatcher als Tischler, Kussavar als Töpfer und Wannar als Wäscher. Weitere genannte Berufsgruppen, etwa Messinghersteller, Maurer, Schneider und Ölarbeiter, seien nicht mehr gefunden.
Für den Osten nennt der Artikel unter anderem Khaikulavar oder Sengunthar, Karaiyar, Mukkuvar, Seerpatha vellalar, Tattar, Thanakkarar, Thatcher, Thimilar, Vanniar, Vellalar und Vettar. Ihre Zuordnungen beziehen sich häufig auf Landbesitz, Fischerei, Landwirtschaft, Handwerk oder Jagd.
Eine östliche Sonderkategorie heißt Siraikudi und wird als versklavte Gruppen bezeichnet, ähnlich dem nördlichen Kudimakkal. Genannt werden unter anderem Koil Pandaram und Pandarappillai als einheimische Priester, Kussavar als Töpfer, Koller als Schmiede, Wannar als Wäscher, Navidar/Ampattar als Friseure, Pallar als Hirten und Landarbeiter, Paraiyar als Trommler sowie Koviar als Tempelarbeiter.