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Karina Pallagst
Karina Martha Pallagst (* 2. Mai 1969 in Kaiserslautern) ist eine deutsche Raumplanerin und Hochschullehrerin für Internationale Planungssysteme.
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Person und Fachgebiet
Karina Martha Pallagst (* 2. Mai 1969 in Kaiserslautern) ist eine deutsche Raumplanerin und Hochschullehrerin. Ihr Fachgebiet ist Internationale Planungssysteme, also der Vergleich und die Analyse von Planung in verschiedenen Ländern und Regionen.
Wichtig ist sie vor allem durch ihre Arbeit zu Stadt- und Regionalentwicklung, schrumpfenden Städten, Grenzräumen und Planungskulturen. Schrumpfende Städte sind Städte, die etwa durch Bevölkerungsrückgang oder wirtschaftlichen Wandel kleiner werden und besondere planerische Strategien brauchen.
Ausbildung und akademischer Weg
Pallagst besuchte die Grundschule in Otterberg und machte 1988 am Burggymnasium in Kaiserslautern ihr Abitur. Von 1988 bis 1994 studierte sie Raum- und Umweltplanung an der Universität Kaiserslautern und schloss als Dipl.-Ing. ab.
Von 1994 bis 1997 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Regional- und Landesplanung der TU Kaiserslautern. 1997 wechselte sie an das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR) in Dresden. Dort war sie bis 2006 Projektleiterin und Mitglied der Leitungsrunde; für ihren Auslandsaufenthalt in den USA war sie von 2001 bis 2006 beurlaubt.
1999 promovierte sie an der TU Kaiserslautern im Fachbereich Raum- und Umweltplanung. Das Thema ihrer Dissertation war „Raumordnung der Tschechischen Republik vor dem Hintergrund europäischer Raumordnungsbestrebungen“. Raumordnung bedeutet die übergeordnete Planung der Nutzung und Entwicklung von Räumen, zum Beispiel von Regionen, Städten und Landschaften.
Internationale Forschung und Professur
Von 2001 bis 2010 war Pallagst Gastwissenschaftlerin und Programmkoordinatorin am Institute of Urban and Regional Development der University of California, Berkeley, sowie am Center for Global Metropolitan Studies der University of California, Berkeley.
Ihre Habilitationsschrift legte sie 2006 an der TU Dresden vor. Sie trug den Titel „Growth Management in der San Francisco Bay Area between Theory and Practice“. Growth Management bezeichnet planerische Ansätze, mit denen Stadtwachstum gesteuert werden soll. 2006 erhielt sie von der Fakultät Forst-Geo- und Hydrowissenschaften die Lehrberechtigung für das Fach Raumordnung.
2010 wurde sie Universitätsprofessorin für Internationale Planungssysteme am Fachbereich Raum- und Umweltplanung der damaligen TU Kaiserslautern, heute RPTU in Kaiserslautern. Seitdem leitet sie das neu geschaffene gleichnamige Fachgebiet. Seit 2017 ist sie Prodekanin des Fachbereiches Raum- und Umweltplanung der TU Kaiserslautern beziehungsweise der RPTU in Kaiserslautern.
Ihre Forschung behandelt international vergleichende Stadt- und Regionalentwicklung, schrumpfende Städte, Border Studies, Stadtwachstum, Planungskulturen und Planungstheorie. Border Studies untersuchen Grenzräume und grenzüberschreitende Entwicklungen.
Netzwerke und Auszeichnungen
2004 gründete Pallagst zusammen mit weiteren Wissenschaftlern das Shrinking Cities International Research Network (SCiRN). Dieses Netzwerk beschäftigt sich international mit schrumpfenden Städten. Pallagst ist dessen Vorsitzende.
Sie ist außerdem Mitglied in mehreren fachlichen Netzwerken und Organisationen, darunter Greti (Groupe de recherche transfrontalière interdisciplinaire), die Lenkungsgruppe des im Aufbau befindlichen UniGR Center for Border Studies, der Council of Representatives der Association of European Schools of Planning (AESOP), die Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL), der Deutsche Verband für angewandte Geographie (DVAG), die European Research Association (EURA), der Informationskreis für Raumplanung e. V. (IfR), die Association of American Geographers (AAG), der Deutsche Hochschulverband (DHV) und die Alumni-Vereinigung „Raum- und Umweltplanung in Kaiserslautern“.
Von 2001 bis 2003 war sie Fedor Lynen Stipendiatin der Alexander-von-Humboldt-Gesellschaft für einen Forschungsaufenthalt in den USA. 2016 erreichte sie beim Excellence in Teaching Award der Association of European Schools of Planning (AESOP) Rang 2. Ausgezeichnet wurde der Kurs „Teaching Planning Cultures and Sustainability as part of the interdisciplinary Kaiserslautern Open Online Course (KLOOC)“, gemeinsam mit Michael von Hauff und Monika Haberer.
Ausgewählte Veröffentlichungen
Pallagst ist Herausgeberin der Zeitschrift „PlanIt!“ und Mitglied im Editorial Board der Zeitschrift „Town Planning Review“. Zu ihren Buchveröffentlichungen gehören „Growth management in the US between theory and practice“ (Ashgate Publishers, Aldershot 2007) und „Raumordnung der Tschechischen Republik – mittel- und osteuropäische Raumordnung vor dem Hintergrund europäischer Raumordnungsbestrebungen“ (Berlin Verlag, Berlin 2000).
Ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Publikationen sind schrumpfende Städte. Dazu gehören unter anderem das mit Cristina Martinez-Fernandez und Thorsten Wiechmann herausgegebene Sammelwerk „Shrinking Cities – International Perspectives and Policy Implications“ (Routledge Publishers 2013) sowie „The future of shrinking cities – problems, patterns and strategies of urban transformation in a global context“ (2009).
In Fachaufsätzen behandelte sie Themen wie Planung in schrumpfenden Städten, Strategien in deutschen und amerikanischen Fällen, Stadtwachstum, europäische Raumplanung und Planungskulturen. Beispiele sind „Urban Shrinkage in Germany and the USA – A Comparison of Transformation Patterns and Local Strategies“ mit Thorsten Wiechmann (2012) und „Shrinking Cities as an emerging planning paradigm“ mit Frank Popper, Justin Hollander und Terry Schwartz (2009).