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John Holland Rose

John Holland Rose (* 28. Juni 1855 in Bedford; † 3. März 1942 in Cambridge) war ein britischer Neuzeithistoriker, der sich vor allem mit der Napoleonischen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und Bedeutung
  2. 2. Ausbildung und akademische Laufbahn
  3. 3. Forschungsschwerpunkte und Werke
  4. 4. Erster Weltkrieg und politische Haltung
  5. 5. Ehrungen und Nachwirkung

Einordnung und Bedeutung

John Holland Rose (* 28. Juni 1855 in Bedford; † 3. März 1942 in Cambridge) war ein britischer Historiker der Neuzeit. Sein wichtigstes Arbeitsgebiet war die Napoleonische Zeit, also die Epoche der Französischen Revolution, Napoleons Herrschaft und der damit verbundenen europäischen Kriege.

Rose gilt im Artikel als führender britischer Historiker dieser Zeit, vor allem wegen seiner zweibändigen Napoleon-Biographie von 1901. Er schrieb außerdem über William Pitt den Jüngeren, die Geschichte europäischer Staaten im 19. Jahrhundert, Marine- und Kolonialgeschichte sowie über die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs. Wichtig war auch seine Arbeitsweise: Er gehörte zu den Pionieren umfangreicher Archivstudien im Public Record Office und in anderen Archiven.

Ausbildung und akademische Laufbahn

Rose studierte am Owen’s College in Manchester bei Adolphus William Ward und danach an der University of Cambridge, am Christ’s College. Dort studierte er ab 1876 Classics, also klassische Altertumswissenschaften. 1911 wurde er Fellow des Christ’s College.

1880 heiratete er Rose Haddon; das Paar hatte drei Kinder. Nach dem Studium arbeitete Rose zunächst als Lehrer. Danach beteiligte er sich an der Extension Work der Universitäten Cambridge und London. Damit sind Bildungsangebote gemeint, die universitäres Wissen auch außerhalb des normalen Studiums zugänglich machen sollten. Dafür musste Rose viel reisen. Er war ein beliebter und begeisterter Vortragsredner.

Von 1911 bis 1919 war Rose Reader in Neuzeitgeschichte an der Universität Cambridge. Dieser Posten wurde eigens für ihn geschaffen. Von 1919 bis zu seiner Emeritierung 1933 war er der erste Vere Harmsworth Professor of Naval History in Cambridge, also Professor für Marinegeschichte.

Forschungsschwerpunkte und Werke

Rose verfasste bedeutende Biographien über Napoleon Bonaparte und William Pitt den Jüngeren. Seine zweibändige Napoleon-Biographie The Life of Napoleon I erschien 1901 und begründete seinen Ruf als führender britischer Historiker der Napoleonischen Zeit. Dafür erhielt er 1903 einen Ehrendoktor der Universität Cambridge (DLitt). Seine Pitt-Biographie ersetzte laut Artikel die ältere Biographie von Lord Stanhope aus den Jahren 1861/62 als Standardwerk.

Zu seinen ausgewählten Schriften gehören unter anderem A Century of Continental History, 1780–1880 (1891), The Revolutionary and Napoleonic Era, 1789–1815 (1894), The Rise of Democracy (1897), The Life of Napoleon I (2 Bände, 1901), Napoleonic Studies (1904), The Development of the European Nations; 1870–1921 (1905), William Pitt and National Revival (1911), William Pitt and the Great War (1911) und The Personality of Napoleon (1912).

Nach dem Ersten Weltkrieg veröffentlichte Rose auch stärker zu Marine- und Kolonialgeschichte, etwa Naval History and National History (1919), Lord Hood and the Defence of Toulon (1922), The Mediterranean in the Ancient World (1933) und Man and the Sea: Stages in Maritime and Human Progress (1935). Außerdem trug er zur Cambridge Modern History, zur Cambridge History of the British Empire, die er ab 1925 mit herausgab, und zur Cambridge History of British Foreign Policy bei.

Erster Weltkrieg und politische Haltung

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs gehörte Rose im August 1914 an der Universität Cambridge zu 81 Unterzeichnern, die einen Krieg mit dem Deutschen Reich ablehnten. Nach der deutschen Invasion Belgiens änderte sich seine Haltung jedoch.

Im weiteren Kriegsverlauf wurde Rose durch Vorträge und Schriften zu einem der deutlichsten Befürworter der britischen Kriegsanstrengungen. Er verglich das aus seiner Sicht bestehende deutsche Streben nach Vorherrschaft in Europa mit dem Hegemoniestreben Napoleons. Englands Rolle sah er darin, das europäische Kräftegleichgewicht zu bewahren. Rose war sich seiner Rolle als Propagandist bewusst, behielt aber zugleich die deutsche Kultur in hohem Ansehen.

1918 beriet er auf Einladung von David Lloyd George zusammen mit A. F. Pollard und Julian Corbett das Phillimore Committee. Dabei ging es um historische Vorbilder für eine Liga der Nationen. Rose blieb der Idee des britischen Empire verbunden und stiftete 1932 ein Studentenstipendium zur Erforschung seiner Geschichte.

Ehrungen und Nachwirkung

Rose wurde ab 1933 Fellow der British Academy. Außerdem war er Ehrendoktor der Universitäten Warschau, Manchester, Massachusetts at Amherst und Nebraska.

In der Literatur wirkte Rose ebenfalls nach: Er war das Vorbild für den Cambridge-Professor M. H. L. Gay in Strangers and Brothers von C. P. Snow.

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