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Jörg S. Pfadenhauer

Jörg S. Pfadenhauer (* 1945 in München) ist ein deutscher Vegetationsökologe und emeritierter Universitätsprofessor an der Technischen Universität München.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Person und Fachgebiet
  2. 2. Ausbildung, Forschung und Lehre
  3. 3. Ausgewählte Veröffentlichungen und Themen

Person und Fachgebiet

Jörg S. Pfadenhauer (* 1945 in München) ist ein deutscher Vegetationsökologe und emeritierter Universitätsprofessor an der Technischen Universität München (TUM). Seine wissenschaftliche Arbeit befasst sich vor allem mit der Vegetationsökologie und der Renaturierungsökologie. Ein Schwerpunkt liegt auf der Renaturierung von Mooren, Grasländern und Agrarlandschaften in Mitteleuropa und Südamerika.

Renaturierung ist dabei das zentrale praktische Thema seiner Forschung. Pfadenhauer untersuchte unter anderem, wie beeinträchtigte oder veränderte Lebensräume ökologisch entwickelt werden können. Seine Veröffentlichungen behandeln hierzu Leitlinien, Managementstrategien, Methoden und konkrete Projekte.

Ausbildung, Forschung und Lehre

Pfadenhauer studierte Biologie, Chemie und Geographie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, an der er auch promovierte. Nach seiner Habilitation an der Universität Hohenheim in Stuttgart forschte er an der ETH Zürich (1971) und von 1976 bis 1978 in Brasilien an der Universidade Federal do Rio Grande do Sul in Porto Alegre.

Anschließend wurde er an die Technische Universität München, Fakultät für Landwirtschaft und Gartenbau, berufen; diese gehört heute zur School of Life Sciences. Als Inhaber des Lehrstuhls für Vegetationsökologie bildete er Studierende der Landschaftsarchitektur, Landschaftsplanung und Biologie in Geobotanik, Vegetationsökologie und Renaturierungsökologie aus.

Von 2000 bis 2005 war Jörg S. Pfadenhauer Präsident der Gesellschaft für Ökologie. Seine Forschung verbindet die Untersuchung von Vegetation mit Fragen des Landschaftsmanagements und der Wiederherstellung von Mooren, Grasländern und Agrarlandschaften.

Ausgewählte Veröffentlichungen und Themen

Die ausgewählten Veröffentlichungen reichen von 1969 bis 2020 und zeigen die Entwicklung und Breite seiner Arbeit:

  • Die Dissertation von 1969 behandelt edellaubholzreiche Wälder im Jungmoränengebiet des Bayerischen Alpenvorlandes und in den Bayerischen Alpen.
  • 1980 veröffentlichte Pfadenhauer eine Untersuchung der Vegetation der Küstendünen von Rio Grande do Sul in Südbrasilien.
  • Arbeiten von 1986 befassen sich mit der Nährstoffökologie von Molinia caerulea und Carex acutiformis auf baumfreien Niedermooren des Alpenvorlandes sowie mit der Methodik geobotanischer Dauerbeobachtungsflächen für Bayern.
  • 1989 untersuchte er die Renaturierung von Torfabbauflächen in Hochmooren des Alpenvorlandes. 1991 folgte gemeinsam mit G. M. Krüger und E. Muhr ein ökologisches Gutachten zum Donaumoos mit einem Konzept für dessen künftige Landschaftsentwicklung.
  • Mit F. Kötzli gab Pfadenhauer 1996 einen Überblick über Restoration Experiments in mitteleuropäischen feuchten, nicht vollständig nassen Ökosystemen. 1997 erschien das Lehrwerk „Vegetationsökologie – ein Skriptum“ in 2. verbesserter und erweiterter Auflage mit 448 Seiten.
  • Weitere Arbeiten behandeln das Projekt „Wurzacher Ried“ (1998), Leitlinien für die Renaturierung süddeutscher Moore (1999), Ziele und Methoden der Feuchtgebietsrenaturierung in Mitteleuropa (1999) sowie den sozio-kulturellen Hintergrund der Restaurierungsökologie (2001).
  • 2001 veröffentlichte Pfadenhauer mit R. Katz ein Buch über Ökosystemmanagement für Niedermoore und Strategien und Verfahren zu ihrer Renaturierung. Mit K. Kiehl folgten 2003 eine Veröffentlichung zur Renaturierung von Kalkmagerrasen und 2007 eine Untersuchung zur Ansiedlung und zum Fortbestand von Zielarten in neu geschaffenen Kalkmagerrasen auf ehemaligen Ackerflächen.
  • Seine Arbeiten von 2004 behandeln zehn Jahre Niedermoormanagement im Donaumoos. 2006 untersuchte er subtropische Grasländer der Südhemisphäre am Beispiel des südbrasilianischen Campo. Gemeinsam mit weiteren Autoren beschrieb er 2007 die südbrasilianischen Campos als ein vernachlässigtes Biom.
  • 2008 gab Pfadenhauer gemeinsam mit P. Schröder und J. C. Munch den Band „Perspectives for agroecosystem management“ heraus. Im Mittelpunkt stehen dort das Gleichgewicht zwischen ökologischen und sozioökonomischen Anforderungen.
  • Mit F. A. Klötzli veröffentlichte er 2014 „Vegetation der Erde. Grundlagen, Ökologie, Verbreitung“. Die englische Ausgabe „Global Vegetation. Fundamentals, Ecology and Distribution“, übersetzt von Christine von Gadow, erschien 2020.

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