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Inside Job
Inside Job ist ein Dokumentarfilm von Charles H. Ferguson über die weltweite Finanzkrise ab 2007. Der Film wurde von Sony produziert und im Mai 2010 bei den …
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Gegenstand und Aussage
Inside Job ist ein 105-minütiger US-amerikanischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2010 über die weltweite Finanzkrise ab 2007. Regie führte Charles H. Ferguson; im englischen Original spricht Matt Damon den Kommentar. Der Film vertritt die zentrale These, dass die Liberalisierung beziehungsweise Deregulierung der Finanzmärkte wesentlich zur Krise beigetragen habe.
Der Titel bezeichnet im Englischen informell eine Straftat, die ein Mitarbeiter zum Nachteil des eigenen Unternehmens begeht. Entsprechend untersucht Ferguson die Krise als eine Art Werk von Insidern: Er befragt Banker, Politiker und Wirtschaftsprofessoren nach Ursachen, Verantwortlichkeiten und Folgen.
Aufbau und Themen
Der Film beginnt in Island, dessen Wirtschaft besonders schwer von der Krise betroffen war. Landschaftsaufnahmen, Fernsehausschnitte und ausführliche Interviews wechseln sich ab. Der nicht im Bild erscheinende Sprecher verbindet die Beiträge, indem er die Ereignisse nacherzählt.
Behandelt werden die Vorgeschichte und Entwicklung des Subprime-Marktes, also des Marktes für riskante Immobilienkredite, der Verlauf der Krise, ihre internationalen Auswirkungen am Beispiel Chinas sowie politische Reaktionen und spätere Entwicklungen. Die interviewten Beteiligten beschreiben und kommentieren diese Zusammenhänge.
Verflechtungen und politische Kontinuität
Ein Schwerpunkt liegt auf möglichen Interessenkonflikten und Korruption in der amerikanischen Justiz und Wissenschaft. Als Ursache beschreibt der Film personelle Verflechtungen zwischen Banken, Investmentbanken, Ratingagenturen, Versicherungen, Industrie, Politik und der Wirtschaftswissenschaft an großen US-Universitäten. Einige wichtige Akteure hätten zuvor in Gutachten die Deregulierung befürwortet, selbst als Unternehmensmitarbeiter erheblich von der Entwicklung profitiert und sie besonders unter Präsident George W. Bush politisch unterstützt.
Ferguson zeigt außerdem, dass unter Barack Obama teilweise dieselben Personen für die Kontrolle der Finanzmärkte zuständig geblieben seien, die nach seinen Recherchen zur Entstehung der Krise beigetragen hatten. Der Bürgerrechtler Robert Gnaizda bezeichnet dies als „Wall-Street-Regierung“. Der damalige Direktor des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, erklärt im Film, die Finanzbranche habe 2008 Angst bekommen, wolle nun aber zu ihren alten Spielregeln zurückkehren.
Der Film weist zudem auf die nach seiner Darstellung größte Spreizung von Einkommen und Vermögen innerhalb der westlichen Wirtschaft in den Vereinigten Staaten hin. Diese Ungleichheit habe sich während der Finanzkrise weiter verschärft. Bei der Oscar-Verleihung kritisierte Ferguson, dass keiner der Verantwortlichen wegen der Verursachung der Finanzkrise verurteilt worden sei.
Auszeichnungen und Aufführung
Inside Job wurde im Mai 2010 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes vorgestellt. 2011 erhielt er den Oscar für den besten Dokumentarfilm. Außerdem gewann er entsprechende Preise der Writers Guild of America Awards 2011 und der Directors Guild of America Awards 2010. Nominierungen erhielt der Film unter anderem bei Auszeichnungen der Filmkritikervereinigungen von Chicago, Las Vegas und Phoenix sowie bei den Gotham Independent Film Awards.
Reaktionen der Kritik
Die Kritiken bewerteten besonders die politische Schärfe des Films unterschiedlich. Thomas Assheuer hob die intensive Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit der Finanzindustrie hervor und schrieb, auf jeden Kongressabgeordneten kämen fünf Lobbyisten. Die Zeitschrift New York bezeichnete den Film als „aggressiv (und, ja, auch voreingenommen)“ und deutete Matt Damons Mitwirkung als Zeichen einer Abkehr Hollywoods von Obama.
Angelika Slavik berichtete, Fergusons Kritik an der fehlenden juristischen Aufarbeitung habe bei der Oscar-Verleihung nur verhaltenen Beifall erhalten; als Erklärung sei auf die Geldgeber der Filmbranche verwiesen worden. Christine Aschenbrecher urteilte, der Film zeige dem Publikum die Machenschaften der Banker, solle aber zugleich Wall-Street-Größen wie Lloyd C. Blankfein und Richard S. Fuld, Jr. beeindrucken.
Musik
Das Lied „Big Time“ von Peter Gabriel gehört zum Soundtrack des Films.