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Inez De Florio-Hansen

KI-Tools für den Unterricht. Mehr als ChatGPT. · Unterrichtsstörungen konstruktiv begegnen. · Visualisieren mit KI: Praxisbeispiele für den Unterricht.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Profil und beruflicher Weg
  2. 2. Forschung und Vermittlungsansatz
  3. 3. Veröffentlichungen

Profil und beruflicher Weg

Inez De Florio-Hansen (* 1943 als Inez Hansen) ist eine deutsche Fremdsprachenforscherin und Erziehungswissenschaftlerin. Nach ihrer Promotion in romanischer Literaturwissenschaft 1970 legte sie 1974 die Staatsprüfungen für das Lehramt an Gymnasien ab. Sie sammelte anschließend Erfahrungen als Fremdsprachenlehrerin in verschiedenen Schulformen und arbeitete mehrere Jahre als Fachberaterin für Migration im Hessischen Kultusministerium.

1994 habilitierte sie sich an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Grundlage war eine empirische Untersuchung zum Wortschatzlernen erwachsener Fremdsprachenlernender. Nach Lehraufträgen in Frankfurt am Main und Gießen wurde sie 1994 Universitätsprofessorin an der Pädagogischen Hochschule Erfurt, wo sie zwei Jahre lehrte. 1996 übernahm sie an der Universität Kassel die Professur für Fremdsprachenlehr- und -lernforschung/Interkulturelle Kommunikation. Dort bildete sie bis zu ihrer Pensionierung angehende Fremdsprachenlehrkräfte und Wirtschaftsromanisten aus. Danach konzentrierte sie sich stärker auf die empirische Erforschung von Lehr- und Lernprozessen sowie auf Unterrichtsmaterialien für Englisch und Französisch.

Forschung und Vermittlungsansatz

De Florio-Hansens Forschung behandelt wissenschaftsorientiertes Lehren und Lernen in Schule und Hochschule. Ein zentraler Bereich ist die Fremdsprachenforschung: Dazu zählen Mehrsprachigkeit und interkulturelle Diskursfähigkeit, also die Fähigkeit, über kulturelle Unterschiede hinweg angemessen miteinander zu kommunizieren. Weitere Schwerpunkte sind digitales Lernen, kritische Medienkompetenz, Künstliche Intelligenz, Robotik sowie summatives und formatives Feedback. Summatives Feedback bewertet einen erreichten Lernstand; formatives Feedback soll den Lernprozess während des Lernens weiterentwickeln.

Sie setzt sich für wissenschaftsorientierten Unterricht ein. Ergebnisse experimenteller Forschung können Lehr- und Lernprozesse bereichern, dürfen aber nicht schematisch angewendet werden. Berücksichtigt werden müssen insbesondere Persönlichkeit, Bedürfnisse und Interessen von Lehrpersonen und Lernenden sowie der jeweilige Lernkontext. Diese Position erläutert sie anhand zahlreicher Unterrichtsbeispiele.

In einem wissenschaftsorientierten Sachbuch untersucht sie Möglichkeiten und Grenzen von Ratgeber- und Selbsthilfeliteratur. Sie stützt sich dabei unter anderem auf Studien, nach denen Erwachsene ihre Persönlichkeit nur in geringem Maß verändern können, und übt deutliche Kritik an Selbsthilfebüchern. Das Werk wird als erste für interessierte Laien gedachte deutschsprachige Buchpublikation beschrieben, die solche Kritik formuliert. In einem weiteren Sachbuch schildert sie autobiographisch, wie sie als von Geburt an blinde Person im Alter von 48 Jahren nach einer erfolgreichen Operation sehen konnte. Dabei reflektiert sie die Rolle des Sehsinns und die Bedeutung der anderen Sinne. Außerdem übersetzte sie Werke italienischer Autoren, Drehbücher und eine Fellini-Biographie ins Deutsche.

Veröffentlichungen

De Florio-Hansen veröffentlichte Monographien, betreute Sammelbände, arbeitete als Gastherausgeberin oder Koordinatorin von Fachzeitschriften und verfasste über 170 Aufsätze zu wichtigen und innovativen Aspekten des Fremdsprachenunterrichts in den Schulsprachen. Seit 2014 legte sie mehrere Monographien zum evidenzbasierten Unterricht vor, also zu Unterricht, der Erkenntnisse aus Forschung einbezieht.

Zu ihren Fachbüchern gehören „Lernwirksamer Unterricht. Eine praxisorientierte Anleitung“ (2014), „Effective Teaching and Successful Learning. Bridging the Gap between Research and Practice“ (2016), „Teaching and Learning English in the Digital Age“ (2018), „Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Robotik. Eine Einführung für Schule und Unterricht“ (2020), „Feedback lernwirksam gestalten“ (2022), „From Assessment to Feedback. Applications in the Second/Foreign Language Classroom“ (2023), „Intuition im Unterricht“ (2023) und „KI-Tools für den Unterricht. Mehr als ChatGPT“ (2. Auflage, 2025). Die Bücher verbinden Forschung mit ausgearbeiteten Beispielen, besonders für Englisch und Französisch.

Ihre Sachbücher sind „Selbsthilfeliteratur effektiver Nutzen. Persönlichkeitsentfaltung auf wissenschaftlicher Grundlage“ (2019, mit einem Vorwort von Gerhard Roth), „Sehen mit allen Sinnen. Mein Weg aus der Blindheit“ (2020) und die englische Ausgabe „To see or not to see. My recovery from blindness“ (2021).

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