Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Inangahua-Erdbeben von 1968
Das Inangahua-Erdbeben von 1968 auf der Südinsel von Neuseeland wurde anfangs unterschätzt. Nur nach und nach wurde das Ausmaß der Schäden bekannt, …
Inhalt6 Abschnitte
Überblick
Das Inangahua-Erdbeben von 1968 war ein starkes Erdbeben auf der Südinsel Neuseelands. Es ereignete sich am 24. Mai 1968 um 05:24 Uhr nahe Īnangahua, etwa 40 km östlich von Westport. Die Magnitude betrug 7,1 M_W, die Tiefe lag bei 10 km und die Intensität erreichte 10 auf der MM-Skala. Ein Tsunami entstand nicht.
Das Beben wurde zunächst unterschätzt. Erst nach und nach wurde deutlich, wie groß die Schäden waren. Betroffen waren vor allem Īnangahua, Murchison, Westport und Reefton. Drei Menschen starben, der Sachschaden betrug 39 Millionen NZ$. Die Beseitigung der Schäden dauerte mehrere Jahre.
Lage des Epizentrums
Das Zentrum des Bebens lag nahe dem kleinen Ort Īnangahua. Dieser Ort befindet sich etwa 35 km westlich von Murchison und etwa 40 km östlich von Westport.
Die angegebenen Koordinaten des Bebens sind 41° 45′ 36″ S, 171° 57′ 36″ O. Die Lage war für die Folgen wichtig, weil die betroffene Region durch unterbrochene Straßen, Strom- und Telefonleitungen schnell von der Außenwelt abgeschnitten wurde.
Ablauf und unmittelbare Folgen
Am Morgen des 24. Mai 1968 wurden die etwa 300 Bewohner der kleinen Orte Īnangahua und Īnangahua Junction durch das Erdbeben geweckt. Anfangs wurde angenommen, es handle sich um ein relativ schwaches Beben. Tatsächlich waren aber alle Zugangsstraßen sowie alle Strom- und Telefonverbindungen unterbrochen.
Zahlreiche Erdrutsche blockierten Straßen und Flüsse. Etwa 50 Brücken in der Region wurden beschädigt oder zerstört. Besonders gefährlich war die Lage 6 km flussaufwärts des Buller River hinter Īnangahua: Ein massiver Erdrutsch staute den Fluss über 7 km auf und ließ ihn bis auf 30 m Höhe ansteigen.
Evakuierung und Flussstau
Wegen des aufgestauten Buller River mussten alle Bewohner des Tals von Īnangahua bis Westport sofort evakuiert werden. Da Īnangahua und Īnangahua Junction abgeschnitten waren, wurden 235 Einwohner mit dem Helikopter ausgeflogen. Weitere 50 Menschen machten sich zu Fuß in Richtung des sichereren Reefton auf.
Der aufgestaute Fluss verursachte schließlich keine große Flut. Er überflutete den durch den Erdrutsch entstandenen Damm, trug das Erdmaterial durch Erosion ab und räumte sein Flussbett aus eigener Kraft frei.
Schäden und Reparaturen
Die Reparaturen dauerten mehrere Jahre. Straßen und Brücken mussten repariert oder neu gebaut werden. Außerdem waren zwei Lokomotiven aus den Gleisen geworfen worden, und über 100 km Gleisanlagen mussten neu verlegt werden.
In Īnangahua waren etwa 70 % der Häuser so stark beschädigt, dass sie unbewohnbar wurden. In anderen Teilen der Region überstanden viele Häuser das Beben vergleichsweise gut, weil sie hauptsächlich aus Holz gebaut waren. Dort betrafen die Schäden vor allem Inneneinrichtungen und gemauerte Schornsteine.
Nachbeben und Verwerfungen
Im Monat nach dem Hauptbeben wurden neben kleineren Erschütterungen 15 weitere Nachbeben mit Stärke 5 oder höher registriert. Nachbeben sind weitere Erdbeben, die nach einem stärkeren Hauptbeben in derselben Region auftreten.
Untersuchungen der Verwerfungen zeigten, dass das Hauptbeben von der sogenannten „Blind Fault“ ausging, einer nicht sichtbaren Verwerfung. Dort wird sie Rotokohu Fault genannt. Zusätzlich wurden die westlich liegende Lyell Fault und die Inangahua Fault durch das Beben mit aktiviert. Zu Schäden im Steinkohlenbergbau und Goldbergbau in und um Reefton wurden keine Angaben gemacht.