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In ihrem Haus

In ihrem Haus (Originaltitel: Dans la maison) ist ein französischer Film von François Ozon. Er basiert auf Juan Mayorgas Theaterstück El chico de la última …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Filmprofil und Ausgangspunkt
  2. 2. Handlung und Figuren
  3. 3. Erzählweise und zentrale Fragen
  4. 4. Auszeichnungen

Filmprofil und Ausgangspunkt

In ihrem Haus (Originaltitel: Dans la maison) ist ein französischer Film von François Ozon aus dem Jahr 2012. Ozon führte Regie und schrieb auch das Drehbuch. Der 102 Minuten lange, französischsprachige Film basiert auf Juan Mayorgas Theaterstück El chico de la última fila. Die Altersfreigabe lautet FSK 12. Zu den wichtigsten Darstellern gehören Fabrice Luchini als Literaturlehrer Germain Germain, Ernst Umhauer als Schüler Claude Garcia und Kristin Scott Thomas als Germains Frau Jeanne. Germains Frau führt eine Kunstgalerie.

Handlung und Figuren

Der Literaturlehrer Germain ist mit seinem Beruf unzufrieden und enttäuscht von den Fähigkeiten seiner Schüler. Das ändert sich, als er den Aufsatz des Oberstufenschülers Claude erhält. Claude beschreibt darin einen Aufenthalt im Haus seines Freundes Rapha und fällt durch seine genaue Beobachtungsgabe auf. Germain liest den Text auch Jeanne vor und unterstützt Claude dabei, die Geschichte weiterzuentwickeln. Im Film wird sie kapitelweise erzählt; diese Erzählabschnitte wechseln mit dem wirklichen Leben der Figuren. Nach und nach beginnen sich beide Ebenen zu durchdringen.

Claude hilft Rapha zunächst nur bei Mathematikaufgaben. Die Nachhilfe dauert jedoch immer länger, weil Claude davon fasziniert ist, sich im Haus einer fremden Familie aufzuhalten. Er lebt selbst mit seinem schwerbehinderten Vater und hatte nie eine richtige Familie. Sein Interesse an Raphas Familie nimmt bald voyeuristische Züge an. Auch Germain gerät beim Lesen immer stärker in den Sog der Ereignisse, weil die Geschichte seine eigenen Schwachpunkte berührt.

Als Claude Germain mitteilt, dass er Rapha nur weiter Nachhilfe geben darf, wenn dieser im nächsten Test eine sehr gute Note erreicht, beschafft Germain einen Mathematiktest eines Kollegen. Wegen dieses Vorfalls wird Germain später suspendiert. Währenddessen entwickelt Claudes Geschichte eine zerstörerische Eigendynamik. Es bleibt zunehmend unklar, welche Ereignisse tatsächlich stattfinden und welche nur Claudes Fantasie entspringen.

Claude verführt Raphas Mutter Esther. Damit enttäuscht er Rapha, der in Claude nicht nur seinen besten Freund sieht, sondern sich sogar in ihn verliebt hat. Eine von Claude zunächst erzählte Fortsetzung, in der Rapha sich deswegen erhängt, korrigiert Claude später. Als Claude nicht mehr in Raphas Familie erscheinen kann, verführt er Jeanne, um ein Ende für seine Geschichte zu finden. Germain macht Jeanne wegen dieses Vorfalls Vorwürfe; daraufhin verlässt sie ihn.

In der letzten Einstellung sitzen Claude und Germain gemeinsam auf einer Bank und erdenken Geschichten über die Menschen im Haus gegenüber.

Erzählweise und zentrale Fragen

Die Kritiken heben hervor, dass der Film konsequent zwischen Imagination und Wirklichkeit wechselt. Spiegelungen und Perspektivwechsel werden auch bildlich sichtbar. Der realistisch graue Schulalltag steht dabei dem Haus der Familie Rapha gegenüber, das besonders in Claudes Wahrnehmung eine leicht hyperreale, traumartige Wirkung erhält.

Die Besprechungen beschreiben den Film als psychologisches Spiel mit vielen Fallen. Germain tappt als vermeintlicher Vermittler zwischen Literatur und Schüler immer wieder in diese Fallen, während auch das Publikum keine sicheren Gewissheiten über die erzählten Ereignisse erhält. Dadurch wird die Grenze zwischen tatsächlichem Geschehen und Erdachtem zunehmend ununterscheidbar.

Als zentrale Fragen werden genannt, ob Romane und Filme eine gesellschaftlich akzeptierte Form des Voyeurismus sind und ob Fiktion die Grenzen des Alltags überschreitet oder eine Flucht vor einem ungelebten Leben verstärkt. Die Kritiken betonen außerdem, dass im Film schließlich vor allem das Erzählen selbst als sicherer und mächtiger Bestandteil übrig bleibt.

Auszeichnungen

Beim 60. Festival Internacional de Cine de San Sebastián gewann In ihrem Haus die „Goldene Muschel“ für den besten Film sowie den Preis der Jury für das beste Drehbuch. Beim Tromsø Internasjonale Filmfestival verlieh die Jury der Internationalen Filmklub-Vereinigung (FICC) dem Film 2013 den Don-Quijote-Preis.

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