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HealthMap

HealthMap wird sowohl als Früherkennungssystem als auch zur Unterstützung der Gefahreneinschätzung eingesetzt, indem es aktuelle, sehr lokale Informationen über …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Funktionsweise
  2. 2. Entstehung und Nutzer
  3. 3. Bedeutende Anwendungsfälle

Aufgabe und Funktionsweise

HealthMap ist ein frei zugängliches, automatisiertes elektronisches Informationssystem. Es überwacht, organisiert und visualisiert Berichte über weltweite Krankheitsausbrüche. Die Informationen werden nach Geographie, Zeit und Infektionserregern geordnet. Dadurch soll ein umfassender und möglichst aktueller Überblick über den globalen Stand von Infektionskrankheiten entstehen.

Das System sammelt Daten aus zahlreichen frei zugänglichen elektronischen Medienquellen. Dazu gehören unter anderem ProMED-mail, Eurosurveillance, der Wildlife Disease Information Node, Google News, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und GeoSentinel. Gegenwärtig überwacht HealthMap vollautomatisiert mehr als 20 000 Webseiten. Die Quellen sind englisch-, chinesisch-, spanisch-, russisch-, französisch-, portugiesisch- und arabischsprachig. Durchschnittlich werden täglich 300 Berichte gesammelt; 85 % davon stammen aus Nachrichtenmedien.

Die technische Grundlage bilden Linux, Apache, eine MySQL-Datenbank und eine PHP-Applikation.

Entstehung und Nutzer

HealthMap ist seit September 2006 am Boston Children’s Hospital in Betrieb. Entwickelt wurde es von John Brownstein, einem kanadischen Epidemiologen und Professor an der medizinischen Fakultät der Harvard University, sowie Clark Freifeld. Im Oktober 2008 erhielt das Projekt unter anderem eine finanzielle Zuwendung von 3 Millionen US-Dollar von Google.org.

Zu den Nutzern gehören staatliche und lokale Gesundheitsbehörden, die WHO, die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). HealthMap dient sowohl als Früherkennungssystem als auch zur Unterstützung der Gefahreneinschätzung. Besonders wichtig sind dabei aktuelle und sehr lokale Informationen über Krankheitsausbrüche, auch aus Gebieten, die für traditionelle globale Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit relativ wenig sichtbar sind.

Zwischenzeitlich veröffentlichte das Projekt außerdem die für das Apple iPhone gedachte Applikation „Outbreaks Near Me“.

Bedeutende Anwendungsfälle

Seinen ersten großen Erfolg hatte HealthMap während der H1N1-Pandemie 2009/10, der sogenannten Schweinegrippe. Das Programm nutzte unter anderem spanischsprachige Online-Nachrichtenberichte und half dabei, eine zunächst nicht identifizierte Atemwegserkrankung in Veracruz in Mexiko früh zu erkennen.

Im März 2014 verfolgte die Software frühe Presse- und Sozialmedienberichte über ein hämorrhagisches Fieber in Westafrika. Die WHO identifizierte die Erkrankung später als Ebola. Das HealthMap-Team erstellte anschließend unter healthmap.org/ebola eine spezielle Visualisierung der Infektionsherde. Fünf Jahre später nutzte HealthMap den Twitter-Feed der WHO und weitere Quellen, um die Ausbreitung des Ebola-Virus nahezu in Echtzeit zu verfolgen.

Bereits im Dezember 2019 registrierte HealthMap eine auffällige Häufung von Lungenentzündungen im Gebiet von Wuhan, dem vermutlichen Ursprungsort der späteren Coronavirus-Pandemie. Im März 2020 veröffentlichte das Projekt die Webseite „Covidnearyou“. Dort konnten Amerikaner freiwillig angeben, ob sie vom Coronavirus SARS-CoV-2 betroffen waren oder nicht.

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