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Globus (Zeitschrift Braunschweig)
Globus war eine von 1861 bis 1910 erscheinende Zeitschrift, die im Verlag Friedrich Vieweg und Sohn in Braunschweig von Herrmann Julius Meyer ins Leben …
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Profil und Bedeutung
Globus war eine deutschsprachige Zeitschrift für Geographie, Ethnologie sowie Länder- und Völkerkunde. Sie erschien von 1861 bis zum 29. Dezember 1910 in Braunschweig und trug den vollständigen Beschreibungstext „Illustrierte Chronik der Reisen und geographische Zeitung in Verbindung mit Fachmännern und Künstlern“. Ihr Ziel war, wissenschaftliche Informationen über Länder und Völker durch anschauliche Bilder und verständliche Darstellungen auch einem gebildeten, nicht ausschließlich gelehrten Publikum zugänglich zu machen.
Die Zeitschrift wurde von Herrmann Julius Meyer ins Leben gerufen; als eigentlicher Begründer gilt Karl Andree, der die Leitung übernahm. Vorgänger war die Zeitschrift Das Ausland. Die ISSN der Druckausgabe lautet 0935-0535. Von 1861 bis 1866 erschien Globus auch im Verlag des Bibliographischen Instituts in Hildburghausen, anschließend im Verlag Friedrich Vieweg und Sohn in Braunschweig.
Entstehung und Entwicklung
Herrmann J. Meyer durfte aufgrund eines 1861 mit einer Pariser Verlagsbuchhandlung geschlossenen Vertrags Illustrationen aus Le Tour du Monde, nouveau journal des voyages veröffentlichen. Zunächst plante er eine ähnliche Reisezeitschrift. Karl Andree wies jedoch darauf hin, dass es bereits wissenschaftliche Zeitschriften wie die Geographischen Mitteilungen gab. Nach seiner Auffassung fehlten dort häufig bildliche Darstellungen und Erläuterungen zu den Karten. Bilder und beschreibende Texte sollten sich deshalb bei Globus gegenseitig ergänzen.
Andree verfasste anfangs viele Beiträge selbst, weil es nur wenige Autoren für diese Themen gab. Ab 1863 unterstützte ihn sein Sohn Richard Andree aktiv. Aufgrund der Kriegsereignisse von 1866 wechselte die Verantwortung vom Bibliographischen Institut zum Vieweg Verlag.
Die Bände waren mit zahlreichen, teilweise ganzseitigen Holzschnitten ausgestattet. Hinzu kamen fotografische Aufnahmen und kolorierte, gefaltete geografische Karten. Ein Band umfasste etwa 380 bis 390 Seiten. Ab 1888 erschien die Zeitschrift jährlich in zwei Bänden mit jeweils 24 Heften. In diesem Jahr wurde außerdem der Titelzusatz geändert: Neben Ethnologie und Anthropologie wurden nun auch Kulturverhältnisse und Welthandel ausdrücklich berücksichtigt. Emil Deckert übernahm die Herausgabe. Neben Das Ausland wurde später auch Aus allen Welttheilen – illustriertes Familienblatt für Länder- und Völkerkunde in Globus aufgenommen.
Themen und ausgewählte Beiträge
Globus berichtete über die Ethnografie und Geografie ferner Länder, insbesondere Afrikas, Amerikas und Asiens. Einen wichtigen Bestandteil bildeten illustrierte Reiseberichte von Forschern und Künstlern. Die Zeitschrift veröffentlichte außerdem Berichte aus Deutschland und Europa und behandelte auch kritische Themen.
Ein Beispiel ist Karl Andrees Beitrag „Ausrottung der Indianer in Nordamerika: ein Blick auf das Volk der Mandanen“, der 1869 in Band 16, Nummer 1, auf den Seiten 1–7 erschien. Weitere ausgewählte Beiträge sind J. A. Frijs’ „Wanderungen in den drei Lappländern“ von 1872 sowie Hermann Petzets „Reiseerinnerungen aus Island“ von 1890. Bis 1910 erschienen insgesamt 98 Bände.
Titelzusätze und Herausgeber
Der Titelzusatz veränderte sich im Lauf der Erscheinungszeit. Die Bände 1–10 (1862–1866) hießen „Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde. Chronik der Reisen und geographische Zeitung“. Für die Bände 11–52 (1867–1887) lautete der Zusatz „… mit besonderer Berücksichtigung der Anthropologie und Ethnologie“. Die Bände 53–58 (1888–1890) erweiterten dies um „die Kulturverhältnisse und den Welthandel“.
Die Bände 59–64 (1891–1893) trugen wieder den kürzeren Zusatz „Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde“. Die Bände 65–73 (1894–1898) waren mit Das Ausland vereinigt; die Bände 74–98 (1898–1910) zusätzlich mit Aus allen Weltteilen.
Als Herausgeber werden Karl Andree für die Bände 1–27 (1862–1875), Richard Kiepert für die Bände 28–52 (1875–1887), Emil Deckert für die Bände 53–58 (1888–1890), Richard Andree für die Bände 59–98 (1891–1910) sowie H. Singer für die Bände 83–98 (1903–1910) genannt. Als Chefredakteure sind Herrmann J. Meyer bis 1866 und Richard Kiepert von 1875 bis 1887 angegeben.