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Geschichtsmesse
Die Geschichtsmesse ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die sich jeweils einem spezifischen …
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Kern und Ziel
Die Geschichtsmesse ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sie widmet sich jeweils einem bestimmten Thema der deutsch-deutschen Geschichte, also der Geschichte Deutschlands in der Zeit von deutscher Teilung, SED-Diktatur und deutscher Einheit.
Wichtig ist die Geschichtsmesse, weil sie ein zentrales Forum für historisch-politische Bildungsarbeit in Deutschland bietet. Historisch-politische Bildungsarbeit bedeutet, Geschichte so zu vermitteln, dass Menschen politische Zusammenhänge verstehen und sich mit Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzen können. Ziel der Veranstaltung ist ein nachhaltiger Beitrag zu einer möglichst breiten gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Zeitgeschichte.
Ablauf und Beteiligte
Die Geschichtsmesse dauert drei Tage. Ihr Programm besteht aus Podiumsgesprächen und Fachvorträgen. Podiumsgespräche sind öffentliche Diskussionen mit mehreren Fachleuten; Fachvorträge vermitteln Wissen zu bestimmten Themen.
Jährlich nehmen mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet teil. Sie kommen unter anderem aus schulischen und außerschulischen Bildungseinrichtungen, Gedenkstätten, Aufarbeitungsinitiativen, Geschichtsvereinen sowie wissenschaftlichen Einrichtungen. Die Veranstaltung richtet sich damit an Anbieter und Multiplikatoren der historisch-politischen Bildung. Multiplikatoren sind Personen oder Einrichtungen, die Wissen weitergeben und dadurch viele andere erreichen.
Die Konferenz steht sowohl Institutionen als auch Privatpersonen offen.
Inhalte und Angebote
Im Mittelpunkt stehen die kommunistischen Diktaturen in Deutschland und Europa und ihre Folgen bis heute. Die teilnehmenden Institutionen können ihre eigene Arbeit und aktuelle Projekte vorstellen.
Ein wichtiger Bestandteil ist der „Markt der Möglichkeiten“. Dort informieren zahlreiche Stände über Angebote der historisch-politischen Bildung. Außerdem werden aufgezeichnete Diskussionen und Vorträge nach der Veranstaltung in der Mediathek der Bundesstiftung Aufarbeitung veröffentlicht.
Entstehung und Entwicklung
Die Geschichtsmesse findet seit 2008 jährlich statt, mit Ausnahme des Pandemie-Jahres 2021. Die Idee für das Veranstaltungsformat entstand während der Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zu den 20. Jahrestagen der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit.
Die Bundesstiftung Aufarbeitung wollte mit der Geschichtsmesse eine Plattform schaffen, um bundesweit bestehende Initiativen zu bündeln, neue Projekte anzustoßen und die Vernetzung einzelner Vorhaben zu fördern. Die erste Geschichtsmesse fand im März 2008 statt.
Seitdem behandelten die Tagungsprogramme viele historische Themen im Zusammenhang mit deutscher Teilung und SED-Diktatur. Die Geschichtsmesse begleitete außerdem den Prozess der deutschen Einheit und stellte aktuelle Herausforderungen bei der Vermittlung der Geschichte kommunistischer Diktaturen in Deutschland und Europa zur Debatte.