Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Gergely Karácsony
Er ist seit 2014 Ko-Vorsitzender der Partei Párbeszéd („Dialog“) und seit Oktober 2019 Oberbürgermeister von Budapest. Zuvor war er von 2010 bis 2014 …
Inhalt4 Abschnitte
Person und politische Ämter
Gergely Szilveszter Karácsony (* 11. Juni 1975 in Fehérgyarmat, Komitat Szabolcs-Szatmár-Bereg) ist ein ungarischer Politikwissenschaftler und Politiker. Seit 2014 ist er Ko-Vorsitzender der Partei Párbeszéd („Dialog“), seit Oktober 2019 Oberbürgermeister von Budapest. Zuvor war er von 2010 bis 2014 Abgeordneter der ungarischen Nationalversammlung und von 2014 bis 2019 Bürgermeister des XIV. Budapester Stadtbezirks Zugló.
Ausbildung und wissenschaftliche Tätigkeit
Karácsony wuchs in Nyírtass und Debrecen auf und besuchte dort das Gymnasium. Von 1995 bis 2000 studierte er Soziologie an der Eötvös-Loránd-Universität Budapest. Danach arbeitete er beim Meinungs- und Marktforschungsunternehmen Medián. Ab 2004 hatte er außerdem einen Lehrauftrag am politikwissenschaftlichen Institut der Corvinus-Universität Budapest; von 2008 bis 2012 war er dort egyetemi adjunktus, was einem Assistenzprofessor entspricht. Seine Forschungsschwerpunkte sind Wahlverhalten und Wahlkampagnen, politische Meinungsforschung sowie Wahlsysteme. Von 2002 bis 2008 beriet er unter den sozialistischen Ministerpräsidenten Medgyessy und Gyurcsány die ungarische Staatskanzlei.
Parteipolitischer und kommunaler Aufstieg
2009 trat Karácsony der neu gegründeten grünen Partei Lehet Más a Politika (LMP) bei und leitete deren Kampagne für die Parlamentswahl 2010. Die LMP zog mit 5,3 % der Stimmen erstmals ins Parlament ein; Karácsony gewann über die Regionalliste Budapest ein Mandat. Gemeinsam mit Benedek Jávor und Tímea Szabó übernahm er den Fraktionsvorsitz.
Vor der Parlamentswahl 2014 spaltete sich diese Gruppe von der LMP ab, nachdem die Partei auf ihrem Parteitag Anträge zur Zusammenarbeit mit anderen Oppositionsparteien abgelehnt hatte. Die Abspaltung gründete Párbeszéd Magyarországért (Dialog für Ungarn, PM), die sich zur Wahl dem Mitte-links-Bündnis Összefogás anschloss. Karácsony trat im XVI. Budapester Bezirk als Direktkandidat an, unterlag jedoch Kristóf Szatmáry von Fidesz. Nachdem Benedek Jávor im Mai 2014 ins Europäische Parlament eingezogen war, übernahm Karácsony dessen Amt als Ko-Vorsitzender des PM.
Bei den Kommunalwahlen im Oktober 2014 wurde Karácsony mit 42,3 % der Stimmen zum Bezirksbürgermeister von Zugló gewählt. Im Dezember 2017 wurde er als Spitzenkandidat des Wahlbündnisses von MSZP und Párbeszéd für die Parlamentswahl 2018 nominiert. Das Bündnis erreichte 11,9 % der Stimmen. Karácsony verzichtete anschließend auf sein Parlamentsmandat, um sich auf seine Arbeit als Bezirksbürgermeister zu konzentrieren.
Kandidaturen und Oberbürgermeister von Budapest
Bei den oppositionellen Vorwahlen vor der Kommunalwahl im Oktober 2019 setzte sich Karácsony gegen Kandidaten von MSZP, Demokratikus Koalíció und Momentum durch. Diese Parteien unterstützten ihn anschließend bei der Hauptwahl; auch die LMP sprach ihm offiziell ihre Unterstützung aus. Jobbik unterstützte ihn nicht direkt, akzeptierte aber das Ergebnis der Vorwahlen und stellte keinen anderen Kandidaten auf. Am 13. Oktober 2019 wurde Karácsony mit 50,86 % der Stimmen zum Oberbürgermeister von Budapest gewählt. Er löste István Tarlós von der Regierungspartei Fidesz ab.
Bei der Vorwahl der vereinigten Opposition für die Premierministerkandidatur zur Parlamentswahl 2022 trat Karácsony im September und Oktober 2021 an. In der ersten Runde erzielte er das zweitbeste Ergebnis, verzichtete jedoch zugunsten von Péter Márki-Zay auf die Teilnahme an der entscheidenden Stichwahl.
Am 28. Juni 2025 richtete Karácsony den Budapester Christopher Street Day aus. Die Veranstaltung war zuvor von der Polizei als Versammlung verboten worden; Karácsony erklärte sie deshalb zur kommunalen Feier. Anfang Juli 2025 begann die Polizei Ermittlungen gegen ihn.