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Ganzwortmethode

Die Ganzwortmethode ist eine Methode zum Lesenlernen. Inhaltsverzeichnis. 1 Methode; 2 Geschichte; 3 Sichtwörter; 4 Einzelnachweise. Methode.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Grundidee der Ganzwortmethode
  2. 2. Entwicklung und Bewertung
  3. 3. Sichtwörter

Grundidee der Ganzwortmethode

Die Ganzwortmethode ist eine Methode zum Lesenlernen. Sie gehört zu den ganzheitlichen, analytischen Ansätzen: Wörter werden als vollständige Wortbilder wahrgenommen und gelernt. Damit steht sie im Gegensatz zu synthetischen Verfahren wie der Buchstabier- oder Lautiermethode, bei denen einzelne Buchstaben beziehungsweise Laute schrittweise zu Wörtern verbunden werden.

Als theoretische Begründung dient die Wahrnehmungslehre der Gestalttheorie. Sie geht hier davon aus, dass Lernende ein Wort als Ganzes erfassen können.

Entwicklung und Bewertung

Ganzheitliche Leselernmethoden entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, verbreiteten sich aber erst im zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts stärker. Der Gehörlosenlehrer Carl Malisch entwickelte für seine 1909 erschienene Fibel für den ersten Schreibleseunterricht eine Ganzwortmethode. Anlass waren Kinder in Schlesien, die meist zweisprachig aufwuchsen und deshalb Erschwernisse beim Lesenlernen hatten.

Malisch ließ bekannte bildhafte „Malschemen“ mit den passenden Namen verbinden. Nach dem Einüben der Wortbilder wurde der bildhafte Schmuck schrittweise entfernt; übrig blieben die Wörter, die gelesen und geschrieben werden sollten.

Nach einem heftigen Methodenstreit und vielen oft widersprüchlichen Studien wird heute mehrheitlich eine integrierte Methode vertreten. Sie beginnt mit einzelnen Buchstaben, setzt diese aber bald zu ersten Wörtern zusammen. Als Problem der Ganzwortmethode gilt, dass sie für manche Schülerinnen und Schüler wichtige Schritte des Lesenlernens nicht ausreichend berücksichtigt: gedruckte Wörter visuell in einzelne Buchstabenzeichen zu unterteilen, diese mit den zugeordneten Lauten zu benennen (lautieren) und die Laute zu einem gesprochenen Wort zu verbinden. Manche Kinder lernen Wörter und Sätze dabei auswendig und können dadurch Lesenkönnen vortäuschen. Bei unbekannten Wörtern fehlt ihnen dann die Technik, sie in Einzelbuchstaben aufzugliedern; sie werden zu schwachen Lesern und oft als Legastheniker eingestuft.

Sichtwörter

Eine Variante ist das systematische Lernen von Sichtwörtern (englisch sight words), das vor allem im englischsprachigen Raum verwendet wird. Schülerinnen und Schüler sollen ein Repertoire von 100 bis 220 besonders häufigen Wörtern nicht durch Lautieren, sondern auf einen Blick erkennen.

Dies wird besonders bei Wörtern eingesetzt, deren Schreibung schwierig ist und bei denen Lautieren nicht hilft, zum Beispiel friend, aunt und should. Der Erstleseunterricht im englischen Sprachraum beruht darüber hinaus jedoch ebenso wie im Deutschen auf der Lautiermethode.

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