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Günser Gebirge

Das Günser Gebirge (auch Günser Berge oder Günser Bergland, ung. Kőszegi-hegység) ist eine Gruppe bewaldeter Berge an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Lage und Landschaft
  3. 3. Geologischer Aufbau
  4. 4. Tektonisches Fenster und Bodenschätze

Überblick

Das Günser Gebirge, auch Günser Berge oder Günser Bergland genannt, ist eine Gruppe bewaldeter Berge an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn. Es erreicht Höhen zwischen 600 und 900 m und liegt am Übergang zur Pannonischen Tiefebene. Geologisch ist es mit den mittleren Zentralalpen der Hohen Tauern verwandt. Geowissenschaftlich wird es auch als Rechnitzer Schiefergebirge, tektonisch als Rechnitzer Fenster bezeichnet.

Der höchste Gipfel ist der Geschriebenstein mit 884 m ü. A. Er liegt direkt an der Staatsgrenze und ist zugleich der höchste Berg des gesamten Burgenlandes. Das Gebirge gehört überwiegend zu Österreich: Etwa 80 % liegen im Burgenland, der übrige Teil in Ungarn, im Komitat Vas.

Lage und Landschaft

Das Günser Gebirge erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 15 × 20 km im Dreieck der Städte Oberwart, Oberpullendorf und Kőszeg. Seine geografische Lage reicht von 47°17′ bis 47°25′ nördlicher Breite und von 16°18′ bis 16°32′ östlicher Länge. Im Norden grenzt es an die niederösterreichische Bucklige Welt. Die Güns bildet die Nordgrenze und fließt nach Osten direkt zur Raab. Nach Süden wird das Gebiet durch die Pinka und die Rabnitz entwässert.

Das Gebirge ist relativ sanft gewellt und fast vollständig bewaldet. Die Geschriebenstein Straße (B56) zwischen Lockenhaus und Rechnitz durchquert es und verläuft mit Höhen zwischen 300 und 820 m nahe der Staatsgrenze. Weitere Straßen führen nur an wenigen Stellen in das Gebirge. Eine Stichstraße nach Glashütten und zum früheren Bergwerk erreicht fast die Anhöhe des Kleinen Hirschensteins, der 836 m ü. A. hoch ist.

Neben dem Geschriebenstein sind der Große Hirschenstein mit 862 m ü. A. und einem Rundfunksender sowie der Kleine Hirschenstein wichtige Erhebungen. Die Westgrenze des eigentlichen Gebirges bildet der etwa 500 m hohe Sattel zwischen Goberling und Holzschlag. An den sonnigen Südhängen von Rechnitz bis Schlaining werden Obst und Wein angebaut; außerdem gibt es Plantagen mit Edelkastanien.

Geologischer Aufbau

Geologen fassen das Günser Gebirge gemeinsam mit dem nördlich anschließenden Bernsteiner Gebirge zum Günser Sporn zusammen. Dieser trennt das Mittel- vom Südburgenland und bildet zugleich den Übergang von der ungarischen Tiefebene zum Alpenostrand.

Das Gebirge besteht aus metamorphen, kristallinen Schiefern. Diese Gesteine stammen aus dem Jura und der Unterkreide und wurden während der jungalpidischen Gebirgsbildung im Paläogen metamorph verändert. Die wichtigsten Gesteinsgruppen sind:

  • Bündnerschiefer, die aus Sedimenten hervorgegangen sind;
  • Grüngesteine, die vor allem aus magmatischen Gesteinen und insbesondere aus Ophiolithen hervorgegangen sind. Dazu gehören Grünschiefer, Prasinit und Serpentinit.

Die Gesteine ähneln denen des Tauernfensters in den Hohen Tauern sowie des Engadiner Fensters und des Gargellenfensters. Vergleichbare Gesteine kommen außerdem im nördlich gelegenen Bernsteiner Gebirge und etwa 10 km südlich bei Deutsch Schützen-Eisenberg vor.

Tektonisches Fenster und Bodenschätze

Das Günser Gebirge nimmt als Rechnitzer Fenster eine besondere geologische Stellung ein. Ein tektonisches Fenster ist hier dadurch gekennzeichnet, dass erdgeschichtlich jüngere penninische Gesteine an der Oberfläche auftreten, obwohl sie im Nordwesten von älteren ostalpinen Gesteinen überlagert werden. Bei der alpidischen Gebirgsbildung wurden die Gesteine des Ostalpins von Südosten her als tektonische Decken mehrere hundert oder sogar mehr als tausend Kilometer über das Penninikum geschoben. Dadurch ist das Penninikum in Österreich normalerweise von ostalpinen Gesteinen bedeckt und an der Erdoberfläche kaum sichtbar; Ausnahmen sind unter anderem das Günser, das Tauern-, das Engadiner- und das Gargellenfenster.

Das weiter nordwestlich gelegene Semmeringfenster ist ebenfalls ein tektonisches Fenster. Dort treten jedoch jüngere Einheiten des Ostalpins unter älteren Gesteinen derselben Baueinheit zutage.

Im Günser Gebirge gibt es verschiedene Bodenschätze. Der Schwefelkiesabbau bei Glashütten, der Kupferkiesabbau bei Schlaining und der Asbestabbau bei Rechnitz wurden unwirtschaftlich. Bedeutend blieb der Antimon-Bergbau bei Stadtschlaining. Außerdem kommt am Hang der Kleinen Plischa, die 639 m ü. A. hoch ist, Edelserpentin vor. Er bildete sich aus penninischen Ophiolithen.

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