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Frank Rosenblatt
Frank Rosenblatt (* 11. Juli 1928 in New York City; † 11. Juli 1971 in der Chesapeake Bay) war ein US-amerikanischer Psychologe und Informatiker.
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Frank Rosenblatt und das Perzeptron
Frank Rosenblatt (* 11. Juli 1928 in New York City; † 11. Juli 1971 in der Chesapeake Bay) war ein US-amerikanischer Psychologe und Informatiker. Er entwickelte 1955–57 das Perzeptron, ein Konzept zur modellhaften Beschreibung von Lernvorgängen und Gehirnmechanismen. Ein Perzeptron sollte durch Versuch und Irrtum (englisch: trial and error) lernen können.
Als Doktorand von James Gerome Gibson arbeitete Rosenblatt mit der Auswertung statistischer Stichproben und einem einfachen Computer, der einige Gleichungen schnell lösen konnte. 1960 setzte er sein Konzept an der Cornell University im Computer Mark I um. Dieser wird im Artikel als erster Computer beschrieben, der mittels Versuch und Irrtum lernfähig war. Dabei nutzte Rosenblatt die Hebbsche Lernregel, also eine Lernregel für Verbindungen in einem neuronalen Netz. Er orientierte sich außerdem an August von Hayek: Die Ordnung im Hirn entspreche der Ordnung in der Wahrnehmung; mentale Ordnung solle sich an sensorischer Ordnung orientieren.
1962 erschien Rosenblatts Buch Principles of Neurodynamics: Perceptrons and the Theory of Brain Mechanisms. Es beruhte auf seiner bei Studierenden sehr beliebten Vorlesung „Theory of Brain Mechanisms“ und fasste seine bisherigen Forschungsergebnisse zusammen.
Kontroverse und Bedeutung mehrschichtiger Perzeptrons
Marvin Minsky war ein entschiedener Gegner von Rosenblatts Perzeptron-Konzept und veröffentlichte zahlreiche, teils polemische und persönlich angreifende Schriften dazu. Rosenblatt reagierte darauf nicht provoziert.
1969 veröffentlichte Minsky Perceptrons. Darin wollte er mit mathematischer Zeichensprache zeigen, dass ein Perzeptron das elementare logische Gatter XOR nicht abbilden könne. XOR ist eine logische Verknüpfung, bei der das Ergebnis wahr ist, wenn die beiden Eingaben verschieden sind. Später stellte sich nach dem Artikel heraus, dass XOR mit einem mehrschichtigen Perzeptron leicht abgebildet werden kann.
Rosenblatt konnte auf Minskys Buch nicht mehr reagieren, weil er bald nach dessen Veröffentlichung bei einem Bootsunfall ums Leben kam. In den 1980er Jahren wandte sich Minsky selbst neuronalen Netzen zu; seine Forschungen basierten auf Rosenblatts Ergebnissen.
Ausgewählte Schriften
Zu Rosenblatts Schriften zählt der Aufsatz „The perceptron. A probabilistic model for information storage and organization in the brain“, erschienen 1958 in Psychological Reviews, Band 65, Seiten 386–408, doi:10.1037/h0042519.
Weitere aufgeführte Veröffentlichungen sind Studies of Memory Transfer in Rats (Belvoir Defense Technical Information Center, 1967, doi:10.1037/h0042519) sowie Collected Technical Papers, Band III (Belvoir Defense Technical Information Center, 1968).