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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft

Die Arbeiten richten sich dabei insbesondere auf drei Themenkreise: Medizin- und Bioethik, öffentliche Religion und institutioneller Wandel. Frieden.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe, Entstehung und Finanzierung
  2. 2. Forschungsprogramm
  3. 3. Leitung und wissenschaftliche Beratung
  4. 4. Veröffentlichungen und Wissensvermittlung
  5. 5. Klima- und Umweltbezug

Aufgabe, Entstehung und Finanzierung

Die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e. V. (FEST) ist ein außeruniversitäres, interdisziplinäres Forschungsinstitut in Heidelberg. Sie versteht sich als „Institut für interdisziplinäre Forschung“: Wissenschaftliche Fragen werden also nicht nur aus einem Fachgebiet betrachtet, sondern unter anderem mit theologischen, philosophischen, gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Perspektiven verbunden.

Die Evangelische Studiengemeinschaft entstand 1957/58 durch die Zusammenlegung der Studiengemeinschaft der Evangelischen Akademien in Bad Boll und der Forschungsakademie Christophorusstift in Hemer. Die Grundfinanzierung tragen die Mitglieder des Trägervereins: die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), ihre Landeskirchen, der Deutsche Evangelische Kirchentag und die Evangelischen Akademien. Zusätzlich erhält die FEST in erheblichem Umfang projektgebundene Mittel von öffentlichen, privaten und kirchlichen Förderern.

Forschungsergebnisse richtet die FEST sowohl an kirchliche als auch an andere gesellschaftliche Öffentlichkeiten. Sie veröffentlicht sie, hält Vorträge und wirkt in Beratungsgremien mit.

Forschungsprogramm

Das Forschungsprogramm gliedert sich in vier Arbeitsbereiche.

Religion, Recht und Kultur verbindet theologische, juristische und kulturwissenschaftliche Forschung. Im Mittelpunkt stehen Medizin- und Bioethik, öffentliche Religion sowie institutioneller Wandel. Bioethik befasst sich mit ethischen Fragen aus Medizin und Biologie; institutioneller Wandel meint Veränderungen von Einrichtungen und ihren Regeln.

Der Bereich Frieden untersucht Religion und Konflikt, das Konzept des Gerechten Friedens sowie Friedensgutachten. Der Bereich Nachhaltige Entwicklung behandelt Wachstum und Wohlfahrt, Indikatoren nachhaltiger Entwicklung und Wohlfahrtsindizes. Indikatoren und Indizes sind Messgrößen, mit denen Entwicklungen und Wohlfahrt erfasst werden sollen. Weitere Themen sind Umwelt-, Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement, Umweltbildung sowie Klima- und Umweltkonzepte.

Theologie und Naturwissenschaft konzentriert sich vor allem auf die Beziehung von Mensch, Natur und Religion. Die vier Arbeitsbereiche werden von Frederike van Oorschot, Ines-Jacqueline Werkner, Benjamin Held und Magnus Schlette geleitet.

Leitung und wissenschaftliche Beratung

Leiter der FEST ist seit 2020 nebenamtlich Philipp Stoellger; stellvertretender Leiter ist seit 2020 Oliver Foltin. Vor Stoellger leiteten Klaus Tanner (2012–2019), Eberhard Schmidt-Aßmann (2006–2011), Eberhard Jüngel (2003–2006), Ulrich Ratsch kommissarisch (2001–2003), Heinz Wismann (1991–2000), Johannes Schwerdtfeger kommissarisch (1989–1991), Klaus von Schubert (1984–1989), Wolfgang Lienemann kommissarisch (1982–1984) und Georg Picht (1958–1982) die Einrichtung.

Der Vorstand wird nach dem Stand von Juni 2023 von Landesbischof Ralf Meister geleitet. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter aus EKD, Kirchentag, Evangelischen Akademien, Landeskirchen und Wissenschaft an.

Ein wissenschaftliches Kuratorium berät, begleitet und beurteilt Planung, Entwicklung und Durchführung der Forschungsprojekte. Den Vorsitz hat nach Stand November 2025 Christopher Daase, dessen Fachgebiet Politikwissenschaft sowie Friedens- und Konfliktforschung ist.

Veröffentlichungen und Wissensvermittlung

Die FEST veröffentlicht Forschungsergebnisse in eigenen Buchreihen, Einzelbüchern, Zeitschriften und Anthologien. Zu den Reihen zählen „Religion und Aufklärung“ bei Mohr Siebeck, „Texte und Materialien“ sowie „FEST für die Praxis“. Seit 2020 erscheinen „FEST kompakt“ und „FEST Forschung“ über die Open-Access-Plattform heiBOOKS der Universität Heidelberg; Open Access bedeutet, dass die Veröffentlichungen frei zugänglich sind.

Seit 2008 gibt die FEST zweimal jährlich einen elektronischen und gedruckten Newsletter heraus, der als PDF auf ihrer Homepage verfügbar ist. Ein jährlich erscheinender Jahresbericht informiert ebenfalls über die Arbeit. Zu den thematisch passenden Buchveröffentlichungen gehören etwa „Zwischen den Arbeitswelten. Der Übergang in die Postwachstumsgesellschaft“ (2016), „Corona als Riss: Perspektiven für Kirche, Politik und Ökonomie“ (2020), das Lehr- und Studienbuch „Naturphilosophie“ in 2., aktualisierter und durchgesehener Auflage (2020) sowie „Friedens- und Konfliktforschung. Eine Einführung“ (2020).

Klima- und Umweltbezug

An der FEST ist seit 2008 das von der EKD finanzierte „Projektbüro Klimaschutz“ angesiedelt. Die FEST ist außerdem Gesellschafter der 2011 gegründeten Klima-Kollekte, des Fonds christlicher Kirchen in Deutschland für CO₂-Kompensation.

Seit Dezember 2012 ist die FEST nach EMAS validiert. EMAS ist ein europäisches Umweltmanagementsystem. Seit 2017 stellt die FEST auf ihrer Homepage und auf einem Youtube-Kanal Videoaufzeichnungen ausgewählter Vorträge bereit, die beim Jour Fixe und bei weiteren Veranstaltungen gehalten wurden.

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