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Film-based Language Teaching

Unter Film-based Language Teaching versteht man das Lehren und Lernen von Englisch (oder einer anderen Fremdsprache) mit Hilfe von audiovisuellen Medien.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Nutzen
  2. 2. Gründe für den Einsatz
  3. 3. Filmische Formate
  4. 4. Präsentation im Unterricht
  5. 5. Aufgaben und Aktivitäten
  6. 6. Probleme und Lösungen

Grundidee und Nutzen

Film-based Language Teaching bedeutet, Englisch oder eine andere Fremdsprache mithilfe audiovisueller Medien zu lehren und zu lernen. Audiovisuelle Medien verbinden Bild und Ton; dadurch unterstützen sie nicht nur das Verstehen gesprochener Sprache, sondern auch das Lernen über Situationen, Personen, Kultur und Mediengestaltung. Im deutschsprachigen Raum werden besonders Engelbert Thaler, Carola Surkamp und Christiane Lütge als Vertreter genannt.

Filme können im Unterricht zwei Funktionen haben: Als Informationstext dienen sie dazu, über einen Film zu sprechen oder zu schreiben. Als Instrumentaltext werden sie direkt zum Sprachlernen genutzt. Wichtig ist dabei das Hör-Seh-Verstehen: Lernende verstehen gesprochene Sprache nicht nur über Wörter, sondern auch über Mimik, Gestik, Situationen und andere paralinguistische Hinweise. Dafür wird auch die Formel „listening with one’s eyes“ verwendet.

Gründe für den Einsatz

Audiovisuelle Texte sprechen mehrere Lernbereiche an: kognitive, kommunikative, personale, affektive und attitudinale Dimensionen. Sie können also Denken, Verständigung, persönliche Bezüge, Gefühle und Einstellungen betreffen. Ein wichtiger Vorteil ist, dass Filme interaktiv-kolloquiale Sprache zeigen, also gesprochene Alltagssprache in Gesprächen. Diese kommt im Fremdsprachenunterricht oft zu kurz.

Der Einsatz von Filmen wird auch praktischer, weil logistische Hindernisse leichter zu überwinden sind: Es gibt englischsprachige TV-Kanäle, Internetangebote, Verleihstellen, ein breites Sortiment und sinkende DVD-Preise. Als Argumente für audiovisuelle Formate nennt Thaler unter anderem Popularität und Motivation, audiovisuelle Attraktivität, Authentizität, personale Bedeutung, Training rezeptiver Kompetenzen wie Hör-Seh-Verstehen, Förderung produktiver Kompetenzen wie Sprechen und Schreiben, intertextuell-literarische Kompetenzen, interkulturelles Lernen sowie media/film literacy. Damit sind formal-ästhetische und inhaltlich-kritische Filmkompetenzen gemeint.

Filmische Formate

Film-based Language Teaching ist nicht auf Spielfilme beschränkt. Es kann viele filmische Formate nutzen, entweder vollständig oder in Ausschnitten. Nach der Spieldauer werden drei Gruppen unterschieden.

Kurzformate dauern etwa 1–5 Minuten. Dazu gehören Musikvideoclips, Sketche, TV-Nachrichten, Reden, Wetterberichte, Werbespots und Interviews. Mittlere Formate dauern etwa 20–45 Minuten. Beispiele sind Sitcoms, Soaps, Talkshows, Game shows und Dokumentationen. Langformate dauern 90 Minuten oder länger. Dazu gehören Spielfilme, Live-Berichte von nationalen Ereignissen und Sportübertragungen.

Präsentation im Unterricht

Für mittlere und längere Formate gibt es nach Thaler vier grundlegende Präsentationsformen. Die Wahl soll sich am Film, den Lernzielen, der verfügbaren Zeit, dem Lernstand der Schülerinnen und Schüler sowie am Wunsch nach Abwechslung orientieren.

Bei der Block-Präsentation wird der gesamte Film ohne Unterbrechung gezeigt. Das entspricht natürlichem Sehverhalten, kann Spannung und Identifikation fördern und ist wenig aufwendig. Nachteile sind passiver Konsum, geringe Lerneffizienz und die Gefahr einer bloßen „Bonbondidaktik“.

Bei der Intervall-Präsentation wird der Film in einzelne Sequenzen von etwa 15 Minuten geteilt und in mehreren Stunden gesehen. Das ermöglicht didaktische Aufbereitung mit Aufgaben vor, während und nach dem Sehen, und trotzdem wird der ganze Film behandelt. Nachteile sind die Fragmentierung des Films, Spannungsverlust, hoher Zeitaufwand und ein unnatürliches Sehmuster.

Bei der Sandwich-Präsentation werden ausgewählte Sequenzen gezeigt, andere Szenen aber übersprungen. Das spart Zeit, erlaubt Aufgaben in pre-, while- und post-viewing stages und lässt unwichtige Passagen aus. Problematisch sind die Zerstückelung des Films und mögliche Verständnisprobleme durch Unvollständigkeit.

Bei der Segment-Präsentation wird nur eine Szene oder Sequenz gezeigt und bearbeitet, zum Beispiel eine Eröffnungsszene. Vorteile sind die starke Fokussierung, der geringste Zeitbedarf, methodische Flexibilität und die Möglichkeit wiederholter Darbietung. Nachteile sind die Isolierung einer Szene, die Vernachlässigung wichtiger Filmaspekte und ein geringerer Unterhaltungswert.

Aufgaben und Aktivitäten

Für film-basierte Unterrichtsstunden gibt es viele Übungen und Aufgaben. Übungen sind eher geschlossen: Sie werden stärker von der Lehrkraft gesteuert, und die Antworten sind weitgehend vorhersehbar. Aufgaben sind eher offen: Sie geben den Lernenden mehr Handlungsspielraum und führen zu individuelleren Ergebnissen.

Solche Aktivitäten können vor, während oder nach dem Sehen eingesetzt werden. Im Artikel werden dazu unter anderem Arbeiten von Lütge 2012, Sherman 2003, Stempleski/Tomalin 2001 und Thaler 2013 genannt.

Probleme und Lösungen

Trotz vieler Vorteile können im Fremdsprachenunterricht mehrere Probleme entstehen. Ein Zeit-Konflikt entsteht, wenn ein langer Film auf kurze Unterrichtsstunden trifft. Mögliche Lösungen sind zeitsparende Präsentationstypen oder independent film study.

Ein Kommunikations-Konflikt entsteht, wenn das Sprachniveau des Films nicht zum Lernstand der Lernenden passt. Lösungsansätze sind der Abschied vom Alles-Verstehen-Wollen, eine auf das Lernniveau abgestimmte Filmauswahl, einfache plots, viele Wort-Bild-Kongruenzen, langsame und deutliche Standard-Aussprache, Segmentverfahren, Wiederholungen, Pointierung und vorentlastende Aktivitäten.

Ein Rezeptions-Konflikt betrifft das Verhältnis von visuellem und auditivem Kanal. Hier helfen der zielorientierte Einsatz verschiedener Kombinationen von Ton und Untertiteln sowie eine Dosierung der Untertitel, bei der sie nach anfänglichem tuning in schrittweise zurückgenommen werden.

Ein Ziel-Konflikt entsteht zwischen Lernwert und Unterhaltungswert. Dafür nennt der Artikel eine Balance zwischen Lernen und Lust, ein Gleichgewicht von Spracharbeit und Spannung, eine begrenzte Verwendung der Pause-Taste, die Vermeidung zu häufiger Wiederholung einer Szene sowie den dosierten Einsatz von Grammatik- und Wortschatzübungen.

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