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Fasten im Bahaitum

Im Bahaitum enthalten sich die Gläubigen der Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit nach Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang im letzten Monat ʿAla' des …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Ablauf
  2. 2. Geistige und gesundheitliche Gesichtspunkte
  3. 3. Freiwilligkeit und Ausnahmen

Bedeutung und Ablauf

Das Fasten gehört neben dem Beten zu den wichtigsten religiösen Praktiken des Bahaitums. Im letzten Monat des Bahá'í-Kalenders, dem Monat ʿAla', enthalten sich die Gläubigen täglich nach Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang der Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit. Dieser Zeitraum entspricht dem 2. März bis zum 20. März. Am Ende des Fastenmonats wird das Nouruz-Fest gefeiert.

Das Fasten ist nach den Lehren des Bahaitums kein Selbstzweck. Es soll die geistige Entwicklung fördern, die geistigen Kräfte stärken und aus Liebe zu Gott begangen werden. Die Fastenzeit kann außerdem Familien und Freunden Gelegenheit zu gemeinsamer Andacht geben. Manche Gläubige nutzen sie, um schädliche Gewohnheiten wie das Rauchen oder einen ungesunden Ernährungsstil abzulegen oder sich bewusst persönlichen Herausforderungen zu widmen.

Geistige und gesundheitliche Gesichtspunkte

Die Weisheit des Fastengebotes wird darin gesehen, dass das Fasten die Geistigkeit steigert und den Einfluss des „niederen Selbstes“ verringert. Mit dem niederen Selbst ist dabei der Teil des Menschen gemeint, der geistigen Zielen entgegenwirken kann. Durch das Fasten empfinden die Gläubigen den Zustand der Offenbarer nach. Auch diese fasteten, wenn sie Offenbarungen empfingen.

Obwohl das Fasten vor allem als geistige Übung verstanden wird, nennt der Artikel auch mögliche medizinische Vorteile. Dazu gehören eine Steigerung der Zufriedenheit, eine neue Eichung des Schmerzempfindens und eine größere Fähigkeit zur Selbstbeherrschung. Diese Wirkungen können nach der Darstellung des Artikels vor Angstzuständen, Depressionen und chronischen psychosomatischen Zuständen schützen. Eine im Jahr 2019 veröffentlichte Studie zeigte dem Artikel zufolge, dass das Fasten bei gesunden Menschen medizinisch messbare Vorteile bringt.

Freiwilligkeit und Ausnahmen

Das Fastengebot gehört wie das Pflichtgebet zu den Gesetzen, deren Befolgung dem Gewissen des einzelnen Gläubigen überlassen bleibt. Niemand hat daher das Recht, von einem Bahai die Einhaltung der Fastenzeit zu fordern. Ob Gott die Einhaltung annimmt, hängt allein von Gottes Wohlgefallen ab. Durch das Befolgen des Gebots können Gläubige den Segen Gottes nicht erzwingen.

Wenn das Fasten gesundheitliche Nachteile verursachen kann, ist eine Befreiung vorgesehen. Zu den genannten Ausnahmen gehören Schwangerschaft, Stillzeit und die Monatsregel. Ebenfalls befreit sind Menschen ab dem vollendeten siebzigsten Lebensjahr. Reisen unter bestimmten Bedingungen, Schwerarbeit und Krankheit gelten als weitere legitime Ausnahmen.

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