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Farbmischung

Die Farbmischung (auch: Farbenmischung, Farbsynthese) bezeichnet die Mischung von Körperfarben (Farbmitteln) oder Lichtfarben (farbigen Lichtern, …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee der Farbmischung
  2. 2. Additive Mischung
  3. 3. Subtraktive Mischung
  4. 4. Druck und deckende Farben
  5. 5. Primärfarben und Sekundärfarben
  6. 6. Warum Blau und Gelb verschieden wirken

Grundidee der Farbmischung

Farbmischung, auch Farbenmischung oder Farbsynthese, bezeichnet die Mischung von Körperfarben, also Farbmitteln, oder von Lichtfarben, also farbigen Lichtern beziehungsweise Farbreizen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen additiver und subtraktiver Farbmischung. Diese Unterscheidung hängt nicht einfach davon ab, ob Lichtfarben oder Körperfarben verwendet werden. Entscheidend ist, ob Lichtfarben beziehungsweise Wellenlängen kombiniert werden oder ob Anteile des Lichts herausgefiltert werden.

Bei der additiven Farbmischung werden Farbreize zusammengeführt. Bei der subtraktiven Farbmischung werden aus weißem oder einfallendem Licht bestimmte Anteile absorbiert, also verschluckt. Dadurch gelangt nur ein Rest des Lichts ins Auge. Beide Mischungsarten erklären viele Alltagsbeispiele: Bühnenlicht, Monitore, Farbfilter, Druckfarben, Fotografien und Malfarben.

Additive Mischung

Bei der additiven Farbmischung, auch Farbenaddition, gelangen alle Lichtwellen oder Farbreize, die von den Ausgangsfarben ausgehen, in unser Auge. Die Mischfarbe ist immer heller als die dunkelste Ausgangsfarbe.

Eine Möglichkeit ist, farbige Lichter übereinander zu projizieren. Dann treffen die Farbreize gleichzeitig und übereinander ins Auge. Ein Beispiel sind Scheinwerferlichter bei Veranstaltungen: Werden rotes und grünes Scheinwerferlicht übereinander projiziert, ergibt sich Gelb.

Eine zweite Möglichkeit ist die partitive Farbmischung. Dabei liegen verschiedene Farbpunkte so nah nebeneinander, dass das Auge sie nicht einzeln auflösen kann. Die Farbreize treffen gleichzeitig, aber nebeneinander ins Auge. Dieses Prinzip nutzen Farbmonitore, Beamer, Computerbildschirme, Farbdisplays und Farbfernsehgeräte: Lichtpunkte oder Subpixel senden farbiges Licht aus, das sich im Auge addiert.

Auch schnell aufeinanderfolgende Farbreize können sich addieren, zum Beispiel beim Farbkreisel mit verschieden gefärbten Sektoren, wenn er schnell rotiert. Die additive Farbmischung aller Lichtfarben des Spektrums ergibt Weiß. Ebenso kann die Mischung von gelbem und blauem Licht oder von zwei Komplementärfarben Weiß ergeben. Entsprechende Mischungen mit Körperfarben ergeben dagegen Grau.

Subtraktive Mischung

Bei der subtraktiven Farbmischung, auch Farbensubtraktion, werden Körperfarben gemischt. Dabei absorbieren die Ausgangsfarben bestimmte Lichtanteile. Nur der Lichtrest, der von allen Ausgangsfarben nicht absorbiert wird, gelangt ins Auge. Die Mischfarbe ist immer dunkler als die hellste Ausgangsfarbe.

Die subtraktive Mischung von gelber und blauer Farbe ergibt Grün. Werden alle Farben subtraktiv gemischt, ergibt sich Schwarz. Typische Beispiele sind Farbfilter, Farbfolien, Farbpatronen eines Tintenstrahldruckers, Fotografien und lasierende Farben. Lasierende Farben sind durchscheinende Farbstoffe, etwa Aquarellfarben, Batikfarben, Textilfarben, Tinten oder Öllasuren.

Druck und deckende Farben

Beim Vierfarbenrasterdruck tritt eine Kombination aus subtraktiver und additiver Farbmischung auf. Diese Mischung wird allgemein autotypische Farbmischung genannt. Übereinander gedruckte, lasierende Farbflächen mischen sich subtraktiv auf dem Papier. Gleichzeitig mischt sich das Licht, das von nebeneinanderliegenden Farbflächen reflektiert wird, additiv im Auge. Dazu gehören unbedruckte Papierbereiche und einzelne farbig bedruckte Bereiche. Ein Beispiel: Übereinander gedruckte lasierende Farbpunkte in Cyan und Magenta ergeben subtraktiv Blau-violett; die Bereiche in Weiß, Cyan, Magenta und Blau-violett mischen sich additiv zu Hellviolett.

Als weitere Beispiele werden Acryl-, Deck-, Öl- oder Temperafarben genannt, wenn sie deckende und transparente Anteile enthalten.

Für deckende Farbmittel gilt nach Küppers das „Gesetz der integrierten Farbmischung“. Dabei reichen nicht nur drei Primärfarben, um durch Mischen zusammenzuwirken. Für neue Farbtöne müssen alle acht Grundfarben als Primärfarben vorhanden sein: Weiß, Orangerot, Gelb, Grün, Cyanblau, Violettblau, Magentarot und Schwarz. Dieses Gesetz gilt für deckende Farbmittel wie Tempera-Malfarben, Gouache, Farblacke, Acrylfarben und Farbpulver.

Primärfarben und Sekundärfarben

Primärfarben, auch Grundfarben, sind Ausgangsfarben, mit denen möglichst viele andere Farben gemischt werden sollen. Das Ziel ist ökonomisch: Mit möglichst wenigen Ausgangsfarben sollen möglichst alle übrigen Farben entstehen.

Bei der additiven Farbmischung sind die Primärfarben Rot-orange, Grün und Blau-violett, abgekürzt RGB. Dieses Prinzip ist von Farbmonitoren bekannt und entspricht auch den farbempfindlichen Zapfen im Auge. Werden in einem dunklen Raum die Primärfarben Rot-orange, Grün und Blau-violett auf eine weiße Leinwand übereinander projiziert, entsteht Weiß.

Bei der subtraktiven Farbmischung sind die Primärfarben Cyan, Magenta und Gelb, abgekürzt CMY. Dieses Prinzip ist von Farbdruckern bekannt. Ein Dreifarbendruck wirkt relativ kontrastarm, was als Vergrauung beschrieben wird. Im Offset-Druckverfahren werden Vierfarbenbilder durch die Mischung der Filterfarben Cyanblau, Magentarot und Gelb sowie durch Beimischen von Schwarz erzeugt. Dieses System heißt CMYK. Schwarz erhöht Kontrast, Plastizität, Schärfe und Tiefenwirkung.

Die Mischung von zwei Primärfarben der subtraktiven Farbmischung ergibt eine Sekundärfarbe, die zugleich eine Primärfarbe der additiven Farbmischung ist. Umgekehrt gilt Entsprechendes für die additive Farbmischung. Zum Beispiel ergibt die subtraktive Mischung der Körperfarben Gelb und Blau Grün; Grün ist dabei Sekundärfarbe der subtraktiven und Primärfarbe der additiven Farbmischung. Die additive Mischung von Rot und Grün ergibt Gelb; Gelb ist Sekundärfarbe der additiven und Primärfarbe der subtraktiven Farbmischung.

Werden alle drei Primärfarben zu gleichen Teilen gemischt, entstehen je nach Ausgangsintensität die unbunten Farben Grau, Schwarz oder Weiß. Sind die Farbanteile unterschiedlich groß, entstehen reine oder getrübte Farbtöne, also Vergrauungen.

Warum Blau und Gelb verschieden wirken

Der Unterschied zwischen additiver und subtraktiver Mischung lässt sich an Blau und Gelb erklären. Weißes Licht wird im Artikel vereinfacht durch die Farben Rot, Gelb, Grün, Cyan und Blau dargestellt.

Trifft weißes Licht auf eine gelbe Folie, absorbiert diese cyanfarbenes und blaues Licht. Durchgelassen werden Rot, Gelb und Grün; das ergibt den Farbeindruck Gelb. Eine gelbe Folie mit breiter Durchlässigkeit erscheint also gelb, weil sie Cyan und Blau absorbiert und Rot, Gelb und Grün durchlässt.

Eine blaue Folie absorbiert Rot und Gelb. Durchgelassen werden Grün, Cyan und Blau; das ergibt den Farbeindruck Blau. Eine blaue Folie mit breiter Durchlässigkeit erscheint blau, weil sie Rot und Gelb absorbiert und Grün, Cyan und Blau durchlässt.

Bei der subtraktiven Farbmischung legt man eine gelbe und eine blaue Folie hintereinander. Dann werden alle Farben bis auf Grün absorbiert, sodass die Mischung grün erscheint. Das entspricht auch der Erfahrung, dass beim Mischen der Malfarben Blau und Gelb ein ziemlich dunkles Grün entsteht.

Bei der additiven Farbmischung werden dagegen gelbes und blaues Licht übereinander projiziert. Dann treffen alle durchgelassenen Farben zusammen, und es entsteht weißes Licht. Deshalb kann Blau plus Gelb je nach Mischungsart entweder Grün oder Weiß ergeben.

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