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Enzymeinheit

Die Enzymeinheit (U) ist eine durch das Katal abgelöste Einheit der Enzymaktivität (in Deutschland ist das Katal seit 3. Oktober 2009 gesetzliche Einheit im …

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Umrechnung
  2. 2. Definierte Bedingungen und Anwendung

Bedeutung und Umrechnung

Die Enzymeinheit (U) ist eine Einheit der Enzymaktivität, also dafür, wie schnell ein Enzym ein Substrat umsetzt. Sie wurde durch das Katal abgelöst; in Deutschland ist das Katal seit dem 3. Oktober 2009 die gesetzliche Einheit im Messwesen. Weil sich bei der Umstellung auf Katal die Zahlenwerte ändern, wird die Enzymeinheit besonders in Medizin und klinischer Chemie weiterhin verwendet.

Eine Enzymeinheit entspricht dem Umsatz von einem Mikromol Substrat pro Minute unter definierten Bedingungen:

1 U = 1 μmol/min = (10⁻⁶ mol)/(60 s) = (1/60) · 10⁻⁶ kat = 1,6̅ · 10⁻⁸ kat = 16⅔ nkat.

Umgekehrt gilt: 1 kat = 1 mol/s = 60 · 10⁶ U.

Definierte Bedingungen und Anwendung

Für die Angabe einer Enzymaktivität müssen Bedingungen wie Temperatur, Substratkonzentration und pH-Wert festgelegt werden. Sie sollten so gewählt sein, dass die maximale Reaktionsgeschwindigkeit erreicht wird. Die nötigen Zusatzangaben erschweren jedoch den Vergleich verschiedener Werte; häufig wird deshalb zumindest eine einheitliche Temperatur von 30 °C verwendet.

Die katalytische Aktivität steht über die Wechselzahl, also die Umsatzleistung eines Enzyms, in direktem Zusammenhang mit der Enzymmenge. Deshalb dienen U-Angaben oft auch als Maß für die Enzymmenge. Kommerzielle Enzyme für die Molekulargenetik werden häufig gestaffelt nach Enzymeinheiten verkauft.

Bei Restriktionsendonukleasen ist eine Einheit meist dadurch definiert, dass 1 μg genomische DNA des λ-Phagen innerhalb einer Stunde unter bestimmten Reaktionsbedingungen vollständig verdaut wird. Falls λ-DNA nicht geschnitten wird, beruht die Definition auf einer anderen DNA, zum Beispiel dem Adenovirus-2-Genom.

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