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Dorje Morup
Dorje Morup († 11. Mai 1996 am Mount Everest) war ein indischer Bergsteiger, der beim Abstieg vom Mount Everest ums Leben kam. Sein Leichnam, der sich über …
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Green Boots und Dorje Morup
Dorje Morup († 11. Mai 1996 am Mount Everest) war ein indischer Bergsteiger. Sein Leichnam wurde als „Green Boots“ (englisch „Grüne Stiefel“) bekannt, weil er neongrüne Koflach-Bergstiefel trug. Der Körper lag über viele Jahre an einem Felsvorsprung an der Nordroute des Mount Everest in etwa 8500 Metern Höhe. Die Identifikation von „Green Boots“ als Dorje Morup erfolgte im Juni 2026.
Der Fall zeigt zugleich ein allgemeines Problem des Mount-Everest-Bergsteigens: In der Todeszone, also in einer Höhe von über 8000 Metern, ist ein längerer Aufenthalt wegen des geringen Sauerstoffgehalts selbst für trainierte und ausreichend akklimatisierte Menschen lebensgefährlich. Deshalb werden viele tödlich verunglückte Bergsteiger nicht geborgen.
Aufstieg, Gipfelmeldung und Tod
Dorje Morup gehörte zur Expedition des indo-tibetischen Grenzschutzes. Am 10. Mai 1996 begann die Expedition den Aufstieg über die Nordroute. Von ursprünglich 40 Mitgliedern befanden sich noch sechs im Hochlager 6; sie brachen um 5:45 Uhr auf.
Am Nordostgrat kehrten drei Bergsteiger wegen eines schweren Wetterumschwungs um. Tsewang Paljor, Tsewang Smanla und Dorje Morup stiegen dagegen weiter. Um 15:45 Uhr meldeten sie per Funk, den Gipfel erreicht zu haben. Es wird jedoch angenommen, dass sie einen Nebengipfel mit dem eigentlichen Gipfel des Mount Everest verwechselten. Dafür sprach unter anderem, dass ihre Wetterschilderungen nicht mit denen anderer Bergsteiger übereinstimmten, die über die Südroute aufgestiegen waren.
Beim Abstieg herrschten extreme Wetterbedingungen. Alle drei Bergsteiger kamen ums Leben. Dorje Morups Leiche wurde am First Step lokalisiert. Wegen der auffälligen neongrünen Bergstiefel erhielt der Tote den Namen „Green Boots“.
Rettungsversuch, Verlagerung und Bergung
Am 11. Mai 1996, einen Tag nach der indischen Expedition, stieg eine Gruppe aus zwei japanischen Bergsteigern und drei Trägern zum Gipfel auf. Während des Aufstiegs traf sie auf die drei verunglückten Inder. Wegen deren schlechtem Zustand unternahm die Gruppe keinen Rettungsversuch und stieg weiter. Beim Abstieg waren die Inder tot oder verschwunden.
Das Verhalten der japanischen Expedition führte weltweit zu negativen Reaktionen. Erfahrene Bergsteiger akzeptierten es teilweise, weil sich die Verunglückten in großer Höhe und sehr schlechtem Zustand befanden. Außerdem war das Wetter extrem schlecht, sodass eine Rettung wahrscheinlich kaum Aussicht auf Erfolg gehabt hätte.
„Green Boots“ blieb über 18 Jahre am First Step. Der Körper wurde mehrfach umgelagert, weil die Aufstiegsroute direkt an ihm vorbeiführte. 2014 berichteten Bergsteiger, die Leiche sei verschwunden. Chinesische Bergsteiger hatten sie an eine weniger einsehbare Stelle verlagert. Der indo-tibetische Grenzschutz nahm Dorje Morup als Identität von „Green Boots“ an und veröffentlichte eine Ausschreibung zur Bergung, die voraussichtlich zwischen Juni und September 2026 stattfinden sollte. Die Identifikation wurde im Juni 2026 bestätigt.
Die Todeszone als Gefahrenbereich
Bei Besteigungen des Mount Everest verunglückten bis Juni 2026 über 300 Bergsteiger tödlich. Als Ursachen nennt der Artikel vor allem plötzliche Wetterumschwünge, Erschöpfung, Höhenkrankheit und Abstürze. Viele Todesfälle ereigneten sich in der Todeszone oberhalb von 8000 Metern. Dort macht der geringe Sauerstoffgehalt der Luft einen längeren Aufenthalt auch für trainierte und ausreichend akklimatisierte Menschen lebensgefährlich.
Die Bergung von Leichen ist in dieser Höhe für die Retter besonders gefährlich und zudem sehr teuer. Der Permafrost kann die Körper konservieren. Dadurch wurden einige Tote zu Wegmarken für den Auf- oder Abstieg; Sherpas bezeichnen den Aufstieg teilweise als „Leichengasse“.
Als weiteres Beispiel nennt der Artikel Hannelore Schmatz, deren Körper als Wegmarke galt. Sie war die erste deutsche Bergsteigerin auf dem Mount Everest. Ihr in sitzender Position an den Rucksack gelehnter Körper musste beim Anstieg über den Südsattel passiert werden.