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Dieter Leibfritz

Dieter Leibfritz (* 30. April 1944 in Horb) ist ein deutscher Chemiker. Er war Professor für Instrumentelle Analytik und Organische Chemie an der …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Akademischer Weg
  3. 3. Forschung
  4. 4. Anerkennung
  5. 5. Publikationen

Überblick

Dieter Leibfritz (* 30. April 1944 in Horb) ist ein deutscher Chemiker. Er war Professor für Instrumentelle Analytik und Organische Chemie an der Universität Bremen und von 2015 bis 2017 Seniorprofessor an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen. Wichtig ist er vor allem durch seine Arbeit mit Kernspinresonanzspektroskopie und Magnetresonanzverfahren. Kernspinresonanzspektroskopie, kurz NMR, ist ein Verfahren zur Untersuchung von Stoffen und Geweben mithilfe magnetischer Eigenschaften von Atomkernen. MRI oder Magnetresonanztomographie ist ein bildgebendes Verfahren auf verwandter physikalischer Grundlage; MRS bezeichnet magnetresonanzspektroskopische Anwendungen.

Akademischer Weg

Leibfritz studierte Chemie an der Universität Tübingen. Dort promovierte er 1970 bei Horst Kessler mit summa cum laude zum Dr. rer. nat. Das Thema seiner Promotion waren NMR-Untersuchungen zur Isomerisierung an CN-Bindungen. Für die beste Promotion erhielt er den Fakultätspreis.

Nach der Promotion arbeitete Leibfritz bis 1972 als Forschungsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als Postdoc am California Institute of Technology bei John D. Roberts. 1976 habilitierte er sich am Institut für Organische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt und wurde zum Dozenten für Organische Chemie ernannt.

Von 1977 bis 2009 war Leibfritz C4-Professor für Instrumentelle Analytik und Organische Chemie an der Universität Bremen. Einen Ruf auf eine C4-Professur an der Universität Frankfurt lehnte er 1988 ab. 2015 ernannte ihn die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen zum Seniorprofessor; diese Auszeichnung erhielt er für sein Engagement für die Universität Tübingen.

Forschung

Leibfritz gründete und leitete über lange Zeit die Bremer MR-Gruppe. MR steht hier für Magnetresonanz. Die Gruppe arbeitete mit hochauflösender Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) sowie mit Magnetresonanztomographie und Magnetresonanzspektroskopie (MRI/MRS). Mehr als 100 Naturwissenschaftler arbeiteten als Doktoranden, Postdocs und Habilitanden in seinen Laboratorien.

Die Forschungsschwerpunkte umfassten methodische Entwicklungen und Anwendungen zur schnellen 1H-spektroskopischen Bildgebung und zur lokalisierten in-vivo-NMR-Spektroskopie. 1H bezieht sich auf Protonen beziehungsweise Wasserstoffkerne; in vivo bedeutet, dass Untersuchungen an lebenden Organismen oder Geweben stattfinden.

Weitere Arbeitsgebiete waren die 1H-NMR-Bildgebung des Pankreas, die MR-Mikroskopie fixierter Gewebsproben, funktionelle und strukturelle NMR-Tomographie sowie NMR-Tomographie und spektroskopische Bildgebung zur Charakterisierung poröser Materialien. Außerdem arbeitete die Gruppe zu CEST-NMR-Tomographie, wobei CEST für Chemical Exchange Saturation Transfer steht, und zur lokalisierten 13C-NMR-Spektroskopie, also Untersuchungen mit Kohlenstoff-13.

Anerkennung

Leibfritz wurde als Fellow der International Society for Magnetic Resonance in Medicine (ISMRM) ausgezeichnet. Außerdem ist er Fellow der European Society for Magnetic Resonance in Medicine and Biology (ESMRMB). Diese Ehrungen stehen im Zusammenhang mit seinem wissenschaftlichen Beitrag im Bereich der Magnetresonanz in Medizin und Biologie.

Publikationen

Leibfritz ist Autor und Coautor von über 300 experimentellen Publikationen. Die im Artikel genannte Auswahl zeigt seine Schwerpunkte in NMR-Spektroskopie, Magnetresonanzbildgebung, Stoffwechseluntersuchungen und medizinischen Anwendungen.

Zu den Themen gehören unter anderem glial-neuronale Shuttle-Systeme, Anwendungen der in-vivo-NMR in Metabonomik und Metabolomik, Ammoniakstoffwechsel in Astrozyten und Neuronen, Glutaminsynthese in Astrozyten, NMR-Studien zu Alanin als Vorstufe von Glutamat und GABA sowie die Analyse medizinischer Proben mit NMR-Spektren und neuronalen Netzen.

Weitere genannte Arbeiten behandeln tumoriges Gewebe im Rattenhirn mithilfe magnetischer Resonanzspektroskopie und künstlicher neuronaler Netze, NMR-Spektroskopie an Zellsuspensionen, schnelle Protonen-MR-Bildgebung, NMR-Spektroskopie von Körperflüssigkeiten und Blutplasma sowie P-31-NMR-Spektroskopie an Zellen, Organen und Organismen. Eine frühe Veröffentlichung von 1973 betrifft Lanthanid-induzierte 13C-NMR-Verschiebungen.

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