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Die Konfirmation
Die Konfirmation ist ein deutscher Fernsehfilm von Stefan Krohmer aus dem Jahr 2017. Tim Litwinschuh spielt Ben Winkler, den Sohn von Johanna Winkler …
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Film und Grundkonflikt
„Die Konfirmation“ ist ein 90-minütiger deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2017. Regie führte Stefan Krohmer, das Drehbuch schrieb Beate Langmaack. Im Mittelpunkt steht der 15-jährige Ben Winkler, gespielt von Tim Litwinschuh. Seine Mutter Johanna Winkler und sein Stiefvater Felix haben ihn atheistisch erzogen. Ben fühlt sich jedoch dem Christentum verbunden, lässt sich heimlich taufen und möchte konfirmiert werden.
Der Film verbindet Bens religiöse Selbstbestimmung und sein Erwachsenwerden mit den Problemen der Erwachsenen. Besonders Johanna muss lernen, ihren Sohn loszulassen und seine eigenständigen Entscheidungen anzuerkennen. Gleichzeitig gerät sie durch ihre Spielsucht in eine Krise. Damit ist der Film sowohl eine Geschichte über einen Jugendlichen auf der Suche nach seinem Lebensweg als auch über die persönliche Reifung seiner Eltern.
Handlung und familiäre Konflikte
Johanna reagiert zunächst unsicher auf Bens Glauben und seinen Wunsch nach einer Konfirmation. Felix, ein Sozialpädagoge, hat ebenfalls Schwierigkeiten damit, wie entschieden Ben seine religiöse Überzeugung vertritt. Johanna erkennt jedoch, dass sie ihren Sohn verlieren könnte, wenn sie sich gegen ihn stellt. Deshalb versucht sie, ihm eine aufwendige Konfirmationsfeier zu ermöglichen.
Bens wohlhabender Vater Simon bietet an, die Kosten zu übernehmen. Johanna lehnt dies aus Stolz ab und besucht stattdessen eine Spielbank. Dadurch droht ihre überwunden geglaubte Spielsucht zurückzukehren. Nach anfänglichen Gewinnen verliert sie Geld und muss das teure Restaurant für die Feier stornieren. Weil sie häufig gereizt reagiert und ihre Casinobesuche verschweigt, entstehen weitere Spannungen zwischen ihr und Felix.
Felix spricht unterdessen mit Bens Pfarrerin Tabea über seine Probleme. Bei einer Feier der Konfirmanden, auf der auch Alkohol getrunken wird, beobachtet Ben, wie Felix und Tabea sich küssen. Er nimmt den Kuss mit seinem Handy auf.
Halt findet Ben bei seinem Großvater Axel Winkler und bei seiner besten Freundin Frida, zu der er ein besonderes Vertrauensverhältnis hat. Beide Jugendlichen lehnen eine pompöse Konfirmationsfeier ab. Ben betont, dass es sein Tag sei und er dessen Ablauf selbst bestimmen wolle.
Krise und Lösung
Ben erzählt seinem Vater Simon außerdem, dass er bei einem Online-Test für ein Stipendium in den USA die Endrunde erreicht habe, seine Leistung aber nicht ausgereicht habe. Simon verspricht daraufhin, Bens Studium zu bezahlen. Später gesteht Johanna ihrem Sohn unter Tränen ihre bisher verheimlichte Spielsucht und berichtet, dass sie erneut im Casino gewesen ist. Auf Bens Rat hin lässt sie sich in der Spielbank deutschlandweit sperren.
Am Abend vor der Konfirmation schenkt Ben Frida eine Pistole aus Schokolade, da eine Pistole ihr größter Wunsch gewesen ist. Felix erhält von Ben ebenfalls eine Art Geschenk: Er darf auf Bens Handy das Video seines Kusses mit Tabea löschen. Damit verzichtet Ben darauf, das belastende Material gegen ihn einzusetzen.
Vor der Kirche erfährt Ben, dass Johanna sich während seines geplanten einjährigen Aufenthalts in den USA von ihrer Arbeit freinehmen möchte. Sie will gemeinsam mit Felix ebenfalls für ein Jahr verreisen. Ben schenkt seiner Mutter eine Uhr mit zwei Zeitzonen, damit sie stets sehen kann, wie spät es bei ihm ist. Die Konfirmationsfeier findet schließlich in einem bescheideneren Rahmen statt und verläuft entspannt und zwanglos.
Produktion und Ausstrahlung
Der Fernsehfilm wurde von Tellux-Film für die Degeto produziert. Produzenten waren Johanna Teichmann und Martin Choroba; die Redaktion verantworteten Barbara Süßmann und Sascha Schwingel. Stefan Will komponierte die Musik, Manuel Mack führte die Kamera und Tina Freitag übernahm den Schnitt.
Die Erstausstrahlung erfolgte am 16. Juni 2017 im Programm von ARD Das Erste. Der Film war Teil der ARD-Themenwoche „Woran glaubst du?“. Neben Tim Litwinschuh spielen unter anderem Ulrike C. Tscharre als Johanna, Ben Braun als Felix, Christina Große als Pfarrerin Tabea und Kai Wiesinger als Bens Vater Simon.
Publikums- und Kritikerreaktionen
Bei der Erstausstrahlung sahen 1,95 Millionen Zuschauer den Film; der Marktanteil betrug 8,2 Prozent.
Die Kritiken fielen überwiegend positiv, aber nicht uneingeschränkt aus. TV Spielfilm bewertete den Film mit einem nach oben gerichteten Daumen und bezeichnete ihn als „Kluge Reifeprüfung eines Elternpaares“. Thomas Gehringers vergab auf tittelbach.tv vier von sechs Sternen. Er lobte das alltagsnahe Familiendrama, die starke Besetzung und die tragikomischen Momente, hielt Bens dauerhafte Abgeklärtheit jedoch für wenig glaubwürdig und meinte, die interessante Grundidee gehe nur teilweise auf.
Rainer Tittelbach sah eine vielschichtige Geschichte mit vielen glaubwürdigen Momenten und Details. Filmdienst beschrieb den Film als angenehm unaufgeregten Familienfilm über den Konflikt zwischen religionsfernen Erwachsenen und einem Jugendlichen, der nach Sinn sucht und Gott sowie die Gemeinde für sich entdeckt. Das Portal empfahl den Film ab 14 Jahren.