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Dictionnaire des combinaisons de mots
Der Dictionnaire des combinaisons de mots ist ein innovatives Spezialwörterbuch der französischen Sprache. Es erschien 2007 unter Leitung von Dominique Le …
Inhalt4 Abschnitte
Gegenstand und Aufbau des Wörterbuchs
Der Dictionnaire des combinaisons de mots ist ein Spezialwörterbuch der französischen Sprache und gehört zu den Kollokationswörterbüchern. Er erschien 2007 unter Leitung von Dominique Le Fur bei Le Robert in der Reihe Les Usuels. Ein Kollokationswörterbuch verzeichnet typische, von der Sprachnorm vorgegebene Wortverbindungen.
Das Werk enthält zu 2 600 Basiswörtern, auf Französisch mots-clés, insgesamt 162 000 Kollokatoren. Ein Basiswort ist das Wort, um das sich eine typische Verbindung bildet; ein Kollokator ist das passende Begleitwort. 26 000 Kollokationen werden durch Beispielsätze erläutert. Beim Basiswort mystère findet sich etwa unter planer (sur): „Il laisse planer le mystère pendant toute la première partie du film.“
Warum Kollokationen für Fremdsprachen wichtig sind
Für korrektes Sprechen in einer Fremdsprache genügt es nicht, häufige Wörter und das Sprachsystem zu kennen. Wörter müssen so verbunden werden, wie es die Norm der jeweiligen Sprache vorsieht. Dieses Kollokationsgesetz kann beim Lernen schwierig sein, weil sehr viele Wortverbindungen beherrscht werden müssen.
Ein Beispiel aus dem Deutschen ist Junggeselle als Basiswort. „Verstockter Junggeselle“ ist zwar nicht verboten, entspricht aber nicht der üblichen Wortverbindung; die Norm verlangt „eingefleischter Junggeselle“. Allgemeine einsprachige Wörterbücher können die große Zahl solcher Kombinationen kaum vollständig erfassen. Kollokationswörterbücher konzentrieren sich deshalb darauf, bei den Basiswörtern die passenden Kollokatoren bereitzustellen.
Bedeutungsunterscheidung und Grenzen
Die Basiswörter werden nach ihren Bedeutungen unterschieden. Der Kollokator négocier steht beim Wort virage sowohl bei „Kurve“ als auch bei „Wende“: négocier un virage bedeutet, eine Kurve richtig anzufahren; „ils ont mal négocié le virage du numérique“ bedeutet: „Die digitale Wende haben sie vermasselt.“ Als besonders gelungene Beschreibung nennt der Artikel compromis mit 43 Adjektiven, 39 Verben und 16 Beispielsätzen.
Aus Sicht des Fremdsprachenunterrichts ist das Fehlen vieler Basiswörter eine Schwäche. Ohne den Eintrag célibataire wird die normgerechte Verbindung célibataire endurci nicht vermittelt. Weil table fehlt, findet sich auch nicht „Tisch abräumen“ = débarrasser la table. Beim fehlenden gifle fehlen passende Verben wie administrer une gifle = verabreichen.
Bekanntheit und Zielgruppe
Seit 2008 blieb der Bekanntheitsgrad des Wörterbuchs begrenzt. Nach dem Artikel waren sowohl das breite französische Publikum als auch die französische Wörterbuchforschung auf das innovative Konzept nicht vorbereitet. Jean Pruvost erwähnt das Werk 2021 nicht in seinem Standardwerk Les dictionnaires français.
Die Umschlaggestaltung nennt zum Basiswort doute die Verbindungen balayer, dissiper, faire disparaître, lever un doute und mettre fin à un doute. Sie richtet sich jedoch vor allem an ein französisches Publikum mit dem Hinweis „Idéal pour exercer vos talents d’écriture!“. Ob eine stärkere Ausrichtung auf Lernende des Französischen als Fremdsprache weltweit für den Verlag lohnend gewesen wäre, bleibt offen. Auch diese Lernenden werden beim Wortschatzlernen kaum an Kollokationswörterbücher herangeführt; der von Hartmut Zöfgen prognostizierte Aufwind ist bislang ausgeblieben.