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Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft

Die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. (DGAW) ist ein deutscher Verein mit rund 500 Mitgliedern und Sitz in Berlin. Die DGAW arbeitet seit 1990 …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und Bedeutung
  2. 2. Mitglieder und Aufgabenfelder
  3. 3. Ziele und fachliche Arbeit
  4. 4. Arbeitskreise, Veranstaltungen und internationale Zusammenarbeit
  5. 5. Entwicklung seit der Gründung

Profil und Bedeutung

Die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft e. V. (DGAW) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin. Sie wurde am 22. November 1990 in Berlin gegründet und arbeitet interessenunabhängig. Die DGAW versteht sich als Plattform für Produktverantwortung und Ressourcenschonung. Ihr Motto lautet „Ressourcen.Neu.Denken.“

Die DGAW unterstützt ihre Mitglieder, Branchenakteure und die Politik auf dem Weg von einer klassischen Abfallwirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft (Circular Economy). Dabei verbindet sie Wissenschaft, Wirtschaft, Verbände, Start-ups, Verwaltung und andere Initiativen. Sie fördert den Austausch von Erfahrungen und unterschiedlichen, auch kritischen Positionen und entwickelt daraus Standpunkte zu abfallwirtschaftlichen Fragen.

Der Verein hat rund 500 Mitglieder, vier Beschäftigte und 70 Ehrenamtliche. Vorstandssprecher ist Alexander Gosten, Geschäftsführerin Isabelle Henkel. Die Geschäftsstelle befindet sich im Nieritzweg 23, 14165 Berlin.

Mitglieder und Aufgabenfelder

Die etwa 500 Mitglieder kommen aus der Rohstoff- und Abfallwirtschaft. Vertreten sind private und kommunale Entsorger, Politik und Verwaltung, Wissenschaft, Anlagen- und Maschinenbau, Anlagenplanung und -betrieb, Beratung sowie Bürgerinitiativen. Außerdem arbeitet die DGAW mit Organisationen der Ressourcenwirtschaft zusammen oder unterhält gegenseitige Mitgliedschaften.

Zu den zentralen Aufgaben gehören die Mitgestaltung, Bewertung und Diskussion neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen sowie der dazugehörigen technischen Entwicklungen. Ein aktueller Schwerpunkt ist das Recycling. Die DGAW untersucht dabei die Chancen und Grenzen des stofflichen Recyclings und prüft mögliche Lösungswege.

Weitere Aufgaben sind die Information von Mitgliedern und Öffentlichkeit durch Stellungnahmen, Pressemitteilungen und Positionspapiere, die Auseinandersetzung mit der Chemisierung im Abfallrecht sowie dem Verhältnis von Stoffrecht und Abfallrecht. Außerdem beschäftigt sich die DGAW mit Produktverantwortung, Ressourcenschonung, Digitalisierung in der Abfall- und Ressourcenwirtschaft und Wegen zu einer echten Kreislaufwirtschaft.

Ziele und fachliche Arbeit

Die DGAW will als Plattform für Produktverantwortung und Ressourcenschonung die Entwicklung hin zu einer Circular Economy fördern und als Impulsgeber Veränderungsprozesse und Diskussionen anstoßen.

Ein Beispiel ist die Diskussion über die Förderung des Recyclings. Die DGAW kritisierte in Deutschland die Bewertungsmethode, durch die künstlich hohe Recyclingquoten entstehen können, und forderte Substitutionsquoten. Mit dem Aktionsplan Kreislaufwirtschaft wurden Substitutionsquoten erstmals auch im rechtlichen Bereich berücksichtigt. Inzwischen gibt es außerdem politische Stimmen, die Recyklateinsatzquoten fordern.

Die Gesellschaft fördert den Wissens- und Erfahrungsaustausch über die Vermeidung und Verminderung, Sammlung, Verwertung, den Transport und die Behandlung von Abfällen aus Industrie, Gewerbe und Haushalten. Das gilt auch für die jeweiligen Verfahren, Anlagen und Organisationsformen. Weitere Ziele sind die Entwicklung von Vorschlägen und Initiativen zur Lösung ökologischer Kreislaufwirtschaftsprobleme sowie die schnelle Veröffentlichung und praktische Anwendung neuer Forschungsergebnisse, technischer Entwicklungen, Analyse- und Behandlungsmethoden und entsprechender Vorschriften.

Arbeitskreise, Veranstaltungen und internationale Zusammenarbeit

Zur Vertiefung ihrer Themen arbeitet die DGAW in verschiedenen Arbeitskreisen. Dazu gehören ISWA Germany, Grundsatzfragen der Abfallwirtschaft, Biologische Abfallbehandlung, Chemisierung, Produktkreisläufe – Elektrogeräte, Batterien und Elektromobilität, Nachhaltigkeit und Produktverantwortung, Analytik, Deponien, EU Denkfabrik, Reststoffe aus MVA / EBS und Young Professionals.

Die DGAW organisiert Fachveranstaltungen zu aktuellen Themen der Abfallwirtschaft. Zu gesetzlichen Novellen und öffentlich diskutierten abfallwirtschaftlichen Fragen veröffentlicht sie Stellungnahmen, Positionspapiere und Presseerklärungen.

Regelmäßig ist sie auf der IFAT in München vertreten, der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft. Dort können sich Mitglieder am Gemeinschaftsstand präsentieren. Die DGAW gehört außerdem dem Fachbeirat der IFAT an; einige Vorstandsmitglieder sitzen im Executive Board.

Seit 2011 veranstaltet die DGAW jährlich im Frühjahr den DGAW-Wissenschaftskongress „Abfall- und Ressourcenwirtschaft“. Eine Fachjury vergibt dort Preise und Stipendien. Der Kongress präsentiert Ergebnisse der Hochschul- und hochschulnahen Forschung. Studierende und wissenschaftliche Mitarbeiter stellen abgeschlossene Masterarbeiten sowie weit fortgeschrittene oder kürzlich abgeschlossene Dissertationen vor. Dadurch werden wissenschaftlicher Nachwuchs, Fachöffentlichkeit und Praxis miteinander verbunden.

Die internationale Arbeit reicht über den deutschsprachigen Raum hinaus. Seit 2018 ist die DGAW „Gold Member“ der International Solid Waste Association (ISWA). Mitglieder können sich an ISWA-Working-Groups beteiligen und zum internationalen Wissenstransfer beitragen. Gemeinsam mit der German RETech Partnership e. V. vertritt die DGAW Deutschland seit dem 1. Januar 2022 als National Member in der ISWA. Die gemeinsamen Aktivitäten werden im Arbeitskreis „ISWA-Germany“ gebündelt.

Entwicklung seit der Gründung

Nach einem Aufruf von Wissenschaftlern und Praktikern aus der Abfall- und Umweltwirtschaft im Juni 1990 fand am 22. November 1990 die Vereins-Gründungsversammlung statt. Der Verein sollte Mitglieder aus der Bundesrepublik Deutschland und der früheren DDR zusammenführen. An der ersten „Gründungsversammlung“ am 3. Dezember 1990 nahmen 80 Gründungsmitglieder teil. Anlass der Gründung waren die zahlreichen abfallwirtschaftlichen Aufgaben der Wiedervereinigung; der Erfahrungsaustausch zwischen Fachleuten aus Ost und West war besonders wichtig.

Ein frühes Schwerpunktthema war das Stoffflussrecht. Kurz nach der Gründung entstand dazu ein Arbeitskreis, weil Anfang der 1990er Jahre über die Weiterentwicklung des materiellen Abfallrechts und die Umgestaltung des Abfallgesetzes zu einem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz diskutiert wurde. Der Arbeitskreis veröffentlichte 1994 eine Stellungnahme. Mit dem Erlass des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes am 27. September 1994 wurden seine damaligen Überlegungen zunächst gegenstandslos; 2003 wurde das Thema Stoffrecht erneut diskutiert.

1999 veranstaltete die DGAW das Kolloquium „Ökologie und Ökonomie – Das Beispiel Abfallwirtschaft“. 2008 befasste sie sich unter anderem mit der Abfallrahmenrichtlinie und veröffentlichte dazu am 14. April 2008 ein Positionspapier. Die Neufassung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) trat am 1. Juni 2012 in Kraft und beruhte auf der neuen Abfallrahmenrichtlinie der Europäischen Union. Die DGAW beteiligte sich 2010 bis 2012 durch Stellungnahmen zu Referentenentwürfen sowie durch Diskussionen im Vorstand und in Arbeitskreisen an der Gesetzesnovellierung.

2015 feierte die DGAW ihr 25-jähriges Bestehen in Berlin. Später rückten Ressourcenschutz sowie Klimaschutz und Abfallwirtschaft stärker in den Mittelpunkt. Zur Gewinnung jüngerer Mitglieder entstand der Arbeitskreis Young Professionals. Ein neues Logo und ein neuer Webauftritt modernisierten die Außenwirkung. Die für 2020 geplante 30-Jahr-Feier musste wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. 2021 ging der Arbeitskreis zur Nutzung von Sekundärrohstoffen und für Klimaschutz e. V. (ANS) in der DGAW auf.

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