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Cyclooctin

Cyclooctin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der cyclischen Alkine. Sie ist der kleinste Ring in der Klasse der Cycloalkine, der in reiner Form …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und wichtige Daten
  2. 2. Herstellung
  3. 3. Ringspannung und Reaktionen
  4. 4. Verwendung in der organischen Synthese

Einordnung und wichtige Daten

Cyclooctin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der cyclischen Alkine, also ringförmiger Kohlenwasserstoffe mit einer Kohlenstoff-Kohlenstoff-Dreifachbindung. Es ist der kleinste Ring der Cycloalkine, der in reiner Form isolierbar ist.

Die Summenformel lautet C₈H₁₂, die molare Masse 108,18 g·mol⁻¹. Cyclooctin ist eine farblose Flüssigkeit mit einer Dichte von 0,868 g·cm⁻³. Sein Schmelzpunkt liegt bei −34 bis −32 °C; als Siedepunkte sind 55–63 °C bei 30 mbar sowie 158 °C angegeben. Es löst sich in Tetrahydrofuran, Acetonitril, Diethylether, n-Pentan und den meisten anderen organischen Lösungsmitteln. Der Brechungsindex beträgt 1,4850 bei 20 °C.

Herstellung

Cyclooctin wurde 1953 erstmals von Alfred Theodore Blomquist und Liang Huang Liu hergestellt. Ausgangsstoff war 1,2-Cyclooctandiondihydrazon, das oxidiert wurde.

Eine später entwickelte Synthese beginnt mit 1-Bromcycloocten. Dabei wird durch Natriumamid HBr abgespalten; dieser Vorgang heißt Eliminierung. Gegenüber der ersten Synthese vermeidet dieser Weg die Bildung des isomeren 1,2-Cyclooctadiens. Außerdem kann Cyclooctin durch Oxidation von 1-Amino-4.5.6.7.8.9-hexahydro-cyclooctatriazol mit Bleitetraacetat gewonnen werden.

Ringspannung und Reaktionen

Charakteristisch für Cyclooctin ist seine beträchtliche Ringspannung von etwa 20 kcal/mol. Ringspannung entsteht, wenn die Bindungswinkel und räumlichen Anordnungen in einem Ring von den günstigen Formen abweichen. Bei Cyclooctin ist die Kohlenstoff-Kohlenstoff-Dreifachbindung verdreht; der Bindungswinkel an dieser verzerrten Dreifachbindung beträgt etwa 160°.

Die Ringspannung macht die Verbindung aus synthetischer und theoretischer Sicht interessant und trägt zu ihrer hohen Reaktivität bei. Zu den zuerst untersuchten Reaktionen gehörten Cycloadditionen: die [2+2+2]-Cyclotrimerisierung, die [3+2]-Huisgen-1,3-dipolare Cycloaddition und die [4+2]-Diels-Alder-Reaktion.

Verwendung in der organischen Synthese

Cyclooctin ist ein hochreaktiver und vielseitiger Baustein der organischen Synthese. Es wird insbesondere für 1,3-dipolare Cycloadditionen und Diels-Alder-Reaktionen eingesetzt.

Außerdem dient Cyclooctin als Reagenz für Cycloadditionen in der kupferfreien Click-Chemie. Dabei können Moleküle über eine Cycloaddition miteinander verknüpft werden, ohne dass Kupfer verwendet wird.

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